mini|Der Dermatologe Georg Arndt mini|Georg Arndt, ab 1919 Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Berliner Charité, verstarb 1929 im Alter von knapp 55 Jahren.

Georg Arndt (* 2. September 1874 in Berlin; † 19. August 1929 ebenda) war ein deutscher Dermatologe.

Leben Als Sohn eines Lehrers begann Arndt an der Philipps-Universität Marburg Medizin zu studieren. Am 25. November 1893 wurde er im Corps Teutonia zu Marburg recipiert.Kösener Corpslisten 1930, 104/777 Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, die Universität Genf und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Während seiner Zeit in Genf kam er in Kontakt mit Er bestand 1897 das Staatsexamen und wurde 1899 in Marburg zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Tod durch Ueberfahrenwerden und durch Sturz aus der Höhe. Assistenzarzt war er in Königshütte, Bern (Joseph Jadassohn), Paris und London. Ab 1906 war er gemeinsam mit Heinrich Löhe Assistent bei Edmund Lesser an der Hautklinik der Charité, an der er sich 1911 über chronische Vergrößerungen der Lymphknoten bei Leukämie (leukämische und aleukämische Lympadenose) habilitierte. In dieser Zeit entwickelte er ein tiefes Interesse an histologischen Untersuchungen und arbeitete viel im Labor.In seinem [89.1929, S. 1044–1047 Nachruf auf Georg Arndt] berichtet Heinrich Löhe, dass die Direktion der Dermatologischen Klinik sogar Anstoß nahm an den gestiegenen Stromkosten aufgrund der langen Nächte im Labor. So sind denn so gut wie alle seiner dermatologischen Arbeiten mit histologischen Befunden unterlegt. Das trifft zu für seine größere Arbeit über narbige bzw. vernarbende Alopezien als spezielle Form von Haarausfall sowie seine Beiträge zur damals »Brocqsche Krankheit« genannten Pseudopelade, einer ähnlich vernarbenden Erkrankung der Kopfhautsiehe Eintrag zur Pseudopelade im medizinischen Lexikon von doccheck.com. Ebenfalls zwischen 1911 und 1914 beschäftigte sich Arndt auch mit Granuloma anulare sowie Sporotrichose.

1914 erhielt er in Berlin ein Extraordinariat. 1915/16 diente er als Leiter einer Station für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Ostfront (Erster Weltkrieg)Eintrag zu Georg Arndt in Altmeyers Enzyklopädie . 1916 wurde er a.o. Professor an der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg, was er bis zum Einmarsch der französischen Truppen ins Elsass und der damit verbundenen Vertreibung aus Frankreich blieb. 1919 wurde er als Nachfolger Lessers auf den Berliner Lehrstuhl für Dermatologie berufen.Nachruf auf Georg Arndt in der »Dermatologischen Wochenschrift« 89.1929, S. 1044–1047, Blaubuch des Corps Teutonia zu Marburg 1825 bis 2000. Marburg 2000.

Nach Georg Arndt wurde das »Arndt-Zeichen« benannt, welches vorübergehende, blitzartige weiße Flecken (Anämisierungsareale) auf der Zunge bezeichnet, die bei Glossitis genanntem »Zungenbrennen« auftreten.zum Zungenbrennen Hunter-Glossitis bzw. Glossitis Möller-Hunter siehe den Eintrag bei doccheck.com Ebenfalls auf ihn und den deutschen Dermatologen Heinrich Gottron, seinen Schüler, geht die zuweilen auch heute noch verwendete Bezeichnung »Arndt-Gottron-Syndrom« für Skleromyxödem zurück.

Zu seinen Schülern zählen Franz Blumenthal und Heinrich Gottron. Nach ihm und Grotton ist das Arndt-Gottron-Syndrom benannt (Skleromyxödem). Außerdem befasste er sich mit Parapsoriasis en plaques, Granuloma anulare und Sporotrichose.

Literatur Wolfram Sterry, Norbert Haas, in: Christoph Löser, Gerd Plewig (Hrsg.): Pantheon der Dermatologie, Springer 2008. Heinrich Löhe. Nachruf auf Georg Arndt in »Dermatologisches Wochenblatt« 89.1929, S. 1044–1047 Digitalisat Franz Blumenthal. Nachruf auf Georg Arndt in »Dermatologische Zeitschrift« 57.1930, S. 1–4 Digitalisat

Weblinks P. Altmeyer, Online-Lexikon der Dermatologie Heinrich Löhe. Nachruf auf Georg Arndt in »Dermatologisches Wochenblatt« 89.1929, S. 1044–1047 Digitalisat Franz Blumenthal. Nachruf auf Georg Arndt in »Dermatologische Zeitschrift« 57.1930, S. 1–4 Digitalisat

Einzelnachweise

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