mini|Lützelburgweg Blickrichtung WestenLinks der Hügel der Lützelburgrechts der Südhang der Burghalde mini|Der 1939 errichtete Gedenksteinauf dem Hügel der Lützelburg

Die Lützelburg (Mittelhochdeutsch lützel, lützelig ‚klein‘, ‚wenig‘; also Wortbedeutung Kleine Burg) ist ein Burgstall und damit auch ein Bodendenkmal in Kempten (Allgäu). Genaue Daten zur Entstehung und Besitzerschaft sind nicht bekannt. Johann Baptist Haggenmüller verweist in seinem 1840 erschienenen Geschichtsbuch Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten auf eine hölzerne Brücke zwischen der nur wenige Meter weiter nördlich befindlichen Burghalde („Hilarmont“) und der Lützelburg im 11. Jahrhundert.Johann Baptist Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten. 1840, S. 69–70 (online): … so erhielt 1063 der Herzog Rudolf die Abtei Kempten zum Geschenk … Der Herzog ließ die Burg Hilarmont in wehrhaften Stand setzen, auf dem südlich unter ihr liegenden Hügel das Schloß Lützelburg erbauen, und beide Burgen durch eine hölzerne Brücke miteinander verbinden. Richtige Belege sind hierfür nicht bekannt. Nach Joseph Meirhofer (1854) waren die Burgen durch einen „Gang“ verbunden.Joseph Meirhofer: Die Burghalde bei Kempten, Kempten 1854, S. 11 (online)

In einer der ältesten Gesamtansichten auf die Stadt, einem Holzschnitt von Hanß Abelin und Hanß Rogel aus dem Jahr 1569, besteht auf dem Hügel noch eine Burg. Auf einer Abbildung von 1673, die Matthäus Merian zeichnete, ist die Lützelburg als Ruine abgebildet.

1920 wurde östlich unterhalb des Hügels eine Kleingartenanlage angelegt (Gartenanlage Lützelburg). Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in dem Hügel ein Schutzbunker.

An die untergegangene Burg erinnert der 1939 errichtete Gedenkstein, den Otto Merkt initiierte,Otto Merkt: Burgen, Schanzen und Galgen im Allgäu: das Kleine Allgäuer Burgenbuch. Kösel-Verlag, Kempten (Allgäu) 1951, S. 114. mit folgender Inschrift, deren Inhalt aber nicht belegt ist:

Lützelburg oder Kleine Burg um das Jahr 1000 v. Chr. durch die Natur von der Iller getrennt um 440 durch die Hunnen zerstört wieder erbaut 1063 durch Herzog Rudolf von Bayern Abt von Kempten bewohntes Schloß 1359 – im Schwedenkrieg zerstört.

Einzelnachweise

Weblinks

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