mini|Kyrill und Method, Wandgemälde im Kloster Trojan in Bulgarien Das Leben des Method ist eine Heiligenvita bzw. eine biografische Schrift über das Leben des heiligen Method und über sein Wirken in Großmähren. Die Schrift ist von hoher literarischer und historischer Bedeutung und gehört zu den ältesten Zeugnissen in altkirchenslawischer Sprache.

Über seinen Bruder Kyrill gibt es eine ähnliche, längere Heiligenvita, das Leben des Konstantin. Beide Viten werden zusammen als Pannonische Legenden bezeichnet, wegen der früheren Annahme, dass sie in Pannonien von den Schülern der beiden Slawenapostel verfasst wurden.

Autor und Datierung Das Leben des Method entstand wahrscheinlich in Großmähren am Ende des 9. Jahrhunderts, kurz nach Methods Tod. Für diese frühe Entstehungszeit werden inhaltliche Gründe angeführt. Es wird nicht über die Vertreibung von Konstantins und Methods Schülern (die unmittelbar nach Methods Tod geschah) und über das Ende der slawischen Liturgie berichtet und der mährische Fürst Svatopluk wird positiv dargestellt. Die Existenz der mährischen slawischen Kirche wird noch vorausgesetzt, der Autor hofft, dass sie unter Svatopluks Schutz weiter bestehen kann. Als ein weiterer Grund wird angeführt, dass der Autor zahlreiche schriftliche Quellen zur Verfügung hatte, die nach der Vertreibung in dem Umfang nicht mehr zugänglich wären. Die Kämpfe zwischen dem slawischen und dem lateinischen Teil der mährischen Kirche kommen im Leben des Methods stärker zum Ausdruck als in dem einige Jahre früher verfassten Leben des Konstantin. Deshalb trägt diese Schrift stärkere apologetische Züge.

Der Autor ist ein Schüler von Konstantin und Method, möglicherweise Gorazd oder Kliment. Es gibt aber auch die Meinung, beide Pannonische Legenden wurden von den Schülern der Slawenapostel erst nach ihrer Vertreibung aus Mähren in Pannonien oder Bulgarien im 10. Jahrhundert geschrieben.

Handschriften und Veröffentlichungen mini|Aus dem Leben des Method. Kyrillische Handschrift aus dem 12. bis 13. Jahrhundert in der Sammlung der Uspenski-Kathedrale in Moskau. Vom Leben des Method sind 16 Handschriften erhalten. Die älteste Handschrift stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, sie befindet sich in der Sammlung der Uspenski-Kathedrale in Moskau.

Die beiden Pannonischen Legenden wurden oft herausgegeben, übersetzt und kommentiert. Die älteste Ausgabe stammt von P. J. Šafařík (1851). J. Perwolf hat sie im Jahr 1873 im ersten Band von Prameny dějin českých („Quellen der tschechischen Geschichte“) zusammen mit einer tschechischen Übersetzung herausgegeben. Die letzten kritischen Textausgaben stammen von Lavrov (1930) und von Grivec – Tomšič (1960)Grivec F. - Tomšič F.: Konstantin i Methodije Solunjani, Izvori; Constantinus et Methodius Thessalonicenses, Fontes. Radovi Staroslovenskog Instituta, knjiga 4. Zagreb 1960. (serbokroatisch, kirchenslawisch). Einen historischen Kommentar mit einer französischen Übersetzung beider Legenden veröffentlichte Dvorník im Jahr 1933. Einen historischen Kommentar und umfangreiche Bibliografie veröffentlichte Vavřínek im Jahr 1963.

Die geschichtlichen Angaben im Leben des Method werden größtenteils als glaubwürdig angesehen.

Aufbau Das Werk ist keine typische hagiografische Legende, es ist eher im Stil einer Biografie geschrieben. Im Vergleich zum Leben des Konstantin ist es nüchterner und sachlicher und enthält keine Berichte über Wundertaten. Leben des Method ist kürzer als Leben des Konstantin und ist stilistisch nicht so ausgereift.

Leben des Method ist eine apologetische Schrift. Sie will das Lebenswerk des heiligen Method und damit auch die Existenz der slawischen Kirche in Mähren gegenüber den Angriffen der fränkischen Bischöfe verteidigen. Sie enthält scharfe Polemik gegen Methods Widersacher aus den Reihen des fränkischen Klerus. Der Biograf akzeptiert das päpstliche Primat, er schildert Method als einen Missionar, der im Auftrag des römischen Papstes handelt: der Papst genehmigt die slawische Liturgie, er weiht Methods Schüler zu Priestern, er weiht Method zum Bischof der Pannonischen Diözese, er befiehlt die Befreiung Methods aus dem bayerischen Gefängnis und verurteilt Methods Widersacher.

Der Autor zitiert aus einer Vielzahl von schriftlichen Quellen, um die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen zu belegen: aus dem Brief von Rastislav an den Kaiser in Byzanz (Kap. 5), aus dem Schreiben von Papst Hadrian II. an Kocel (Kap. 8), aus der päpstlichen Bulle Gloria in Excelsis Deo (der Text ist in Kap. 8 fast vollständig wiedergegeben), aus dem päpstlichen Schreiben an die bayerischen Bischöfe und dem Schreiben von Svatopluk an Papst Johannes VIII. (Kap 10), und aus der Einladung des byzantinischen Kaisers an Method (Kap. 13).

Inhalt

Kap. 1 (Prolog) Der Prolog ist eine theologische Abhandlung über die Dreieinigkeit und über die Erschaffung der Welt und des Menschen. In einer langen Reihe werden bedeutende Gestalten des Alten Testamentes und der ersten Kirche aufgezählt, die Gott den Menschen als Vorbilder sandte. Method schließt sich dieser Reihe an. Der Prolog hat möglicherweise einen anderen Autor als die restliche Schrift.

Kap. 2 – 4 Method wird wegen seiner überragenden Weisheit und vornehmer Abstammung vom Kaiser als Verwalter des „slawischen Fürstentums“Byzantinische Provinz am Fluss Strymont, nördlich von Thessaloniki, mehrheitlich von Slawen bewohnt. eingesetzt. Er verlässt dieses Amt und tritt in ein Kloster auf dem Olymp ein.auf dem Mysischen Olymp, Uludağ in der heutigen Türkei. Dann wird er als Helfer von Konstantin zu den Chasaren gesandt. Nach seiner Rückkehr ernennt ihn der Kaiser zum Abt des Klosters Polychron.

mini|Ankunft der Slawenapostel im mährischen Velehrad Kap. 5 – 7 Rastislav, Fürst von Mähren, bittet den byzantinischen Kaiser, ihm jemanden zu senden, der sein Volk im christlichen Glauben unterweisen kann:

Die beiden bleiben 3 Jahre in Mähren und reisen anschließend nach Rom. Papst Hadrian weiht die slawischen Bücher und weiht Method zum Priester. Konstantin sieht seinen Tod kommen und bittet Method, ihre gemeinsame Arbeit in Mähren fortzusetzen und nicht ins Kloster („auf den Berg“) zurückzukehren:

Kap. 8 Hier werden zwei Schreiben von Hadrian zitiert, die eine große Bedeutung für die slawische Kirche in Mähren in ihrer Auseinandersetzung mit dem fränkischen Klerus hatten. Im ersten Schreiben, adressiert an Kocel, wird Method als päpstlicher Gesandter und Lehrer für die slawischen Länder eingesetzt. Das zweite Schreiben – die päpstliche Bulle Gloria in Excelsis Deo – ist adressiert an Kocel, Rostislav und Svatopluk, und ist fast in voller Länge wiedergegeben.Der Text päpstlichen Bulle ist nur in altkirchenslawischen Übersetzungen überliefert. Im Kap. 8 des Leben des Method, und dann in einem etwas anderen Wortlaut in der Legende Lobpreis des heiligen Kyrill und Method. Der ursprüngliche lateinische Text der Bulle ist verloren. Siehe Lateinische Übersetzung der Legende Lobpreis des heiligen Kyrill und Method in: Hadrian sagt in diesem Schreiben, er habe Methods Glauben geprüft und er sendet ihn nach Mähren zurück, um zu lehren und Bücher in die slawische Sprache zu übersetzen. In der Messe soll aber das Evangelium zuerst in Latein und dann slawisch gelesen werden. Wer sich Method widersetzt, soll exkommuniziert werden. Papst weiht Method zum Bischof der Diözese Pannonien.

mini|Übersetzungs- und Schreibarbeiten unter der Leitung von Method, Radziwiłł-Chronik aus dem 13. Jahrhundert. Kap. 9 – 13 Method verteidigt sich gegen Anschuldigungen der bayerischen Bischöfe und des Königs Ludwig der Deutsche. Er wird dreieinhalb Jahre in „Schwaben“Wahrscheinlich im Kloster Ellwangen. Siehe Kommentar zum Kap. 9 in: als Gefangener des Königs festgehalten, bis er auf Befehl des Papstes Johannes wieder befreit wird. Auf Einladung des byzantinischen Kaisers reist er nach Konstantinopel, wo er mit großer Ehre empfangen wird.

Kap. 14 – 16 Method vollendet die Bibelübersetzung:

Kap. 17 Method benennt Goradz zu seinem Nachfolger und stirbt.

Anmerkungen

Literatur Johannes Karayannopulos; Günter Weiß: Quellenkunde zur Geschichte von Byzanz (324–1453) Wiesbaden 1982, ISBN 3-447-02244-2, S. 348–349 Nr. 221. Josef Bujnoch: Zwischen Rom und Byzanz: Leben und Wirken der Slavenapostel Kyrillos und Methodios nach den Pannonischen Legenden und der Klemensvita: Bericht von der Taufe Rußlands nach der Laurentiuschronik. Styria, Graz–Wien–Köln, 21972 (Slavische Geschichtsschreiber, 1).

F. Grivec, F. Tomšič: Konstantin i Methodije Solunjani, Izvori; Constantinus et Methodius Thessalonicenses, Fontes. Radovi Staroslovenskog Instituta, knjiga 4. Zagreb 1960. (serbokroatisch, kirchenslawisch) Oldřich Králík: Nejstarší rodokmen české literatury. Československý spisovatel, Praha 1971, S. 56 f.

Einzelnachweise

Weblinks

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