mini|Puniša Račić (um 1925) Puniša Račić (; * 12. Juli 1886 in Slatina zu Andrijevica, Fürstentum Montenegro; † 15. Oktober 1944 in Belgrad, Militärverwaltungsgebiet Serbien) war ein Tschetnik-Führer, jugoslawischer Politiker der Radikalen Volkspartei, Parlamentsabgeordneter und politischer Mörder.

Leben Tschetnik-Führer mini|Puniša Račić als Tschetnik-Führer (1927) Puniša Račić leitete bis 1928 die paramilitärische Udruženje srpskih četnika „Petar Mrkonjić“ za kralja i otadžbinu (Vereinigung der serbischen Tschetniks „Petar Mrkonjić“ für König und Vaterland), die eine großserbische Ideologie verfolgte. Diese ging im Juli 1925 aus der Vereinigung zweier Tschetnik-Organisationen hervor. Zudem führte er die Serbische Nationale Jugend (Srpska nacionalna omladina), kurz SRNAO. Die SRNAO war eine Mischung aus Jugendorganisation und Parteimiliz der Radikalen Volkspartei, die insbesondere in den frühen 1920er-Jahren in Aktionseinheit mit der nationalistischen bis faschistischen Organisation Jugoslawischer Nationalisten (Organizacija Jugoslavenskih Nacionalista), kurz ORJUNA, agierte.

Abgeordneter und Attentäter Račić wurde im September 1927 als Vertreter der Radikalen Volkspartei in das jugoslawische Parlament gewählt.

mini|links|Račić beim Attentat auf Stjepan Radić und die anderen kroatischen Parlamentsabgeordneten In der Parlamentssitzung am 20. Juni 1928 schoss Račić auf fünf Abgeordnete der kroatischen Bauernpartei. Er tötete die kroatischen Abgeordneten Pavle Radić und Đuro Basariček und verletzte Ivan Pernar, Ivan Granđa und den Parteivorsitzenden Stjepan Radić. Radić starb am 8. August 1928 an den Folgen des Attentats.

Der serbische Abgeordnete Pavle Goranić berichtete als Augenzeuge über das Attentat:

Auf die Ermordung des bei den Kroaten beliebten demokratischen Volks- und Bauernführers Radić folgte eine Staatskrise. Der jugoslawische König Alexander I. nahm diese zum Anlass, um am 6. Januar 1929 einen Staatsstreich durchzuführen. Er verbot die kroatischen nationalen Symbole, löste alle politischen Parteien und das Parlament auf, suspendierte die Verfassung von 1921 und proklamierte eine Königsdiktatur. Dann ließ er eine neue Verfassung ausrufen und das Land in Königreich Jugoslawien umbenennen.

Tod Nach dem Balkanfeldzug der deutschen Wehrmacht lebte Račić in den Vororten von Belgrad, im unter deutscher Militärverwaltung stehenden Serbien. Während der Schlacht um Belgrad 1944 wurde Račić von kommunistischen Tito-Partisanen zum Tode verurteilt und erschossen.

Familie Račićs Sohn, der Artilleriehauptmann Dragoslav Račić (1905–1945), wurde nach dem Balkanfeldzug (1941) zum Tschetnik-Führer. Er stellte nicht zuletzt wegen seines wallenden Bartes und seiner bäuerlichen Kleidung den Archetypus eines serbischen Tschetniks dar.

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Einzelnachweise

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