mini|Petznicker Feldflur Petznick [ˈpeːtsnɪk] ist ein Ortsteil der Stadt Templin im Landkreis Uckermark im Norden von Brandenburg. Das mittelalterliche Petznick war schon Anfang des 15. Jahrhunderts wüst gefallen. Das neuzeitliche Petznick entstand zu Anfang des 18. Jahrhunderts als Vorwerk des Rittergutes Gerswalde. Daraus bildete sich der Gutsbezirk Petznick, aus dem 1928 durch den Zusammenschluss mit dem Gutsbezirk Kreuzkrug die neue Landgemeinde Petznick geschaffen wurde. Petznick war dann bis zur Eingliederung 2003 in die Stadt Templin eine selbständige Gemeinde.

Lage Petznick liegt rund zehn Kilometer nordöstlich von Templin am Rande des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Die Gemarkung grenzt im Norden an Herzfelde (Ortsteil der Stadt Templin) und an die Gemarkung der Gemeinde Mittenwalde, im Osten an die Gemarkung der Gemeinde Gerswalde, im Süden an die Gemarkung der Gemeinde Milmersdorf und die Stadtmarkung von Templin und im Westen an die Gemarkung Klosterwalde, einem Ortsteil der Stadt Templin.

Westlich und südwestlich von Petznick liegt der Petznicksee mit seinem Zufluss Kuhzer Seegraben, der durch den Ort hindurch verläuft. Auf der Gemarkung liegen außerdem der Ragollinsee und der Große Dolgensee, Grenzbruch und Paddenpfuhl. Im Süden der Gemarkung liegen Grenzwasser (etwa zur Hälfte) und Neuwasser. Nordwestlich des Ortskerns haben sich flache Senken wieder mit Wasser gefüllt; die Wasserführung ist sehr unterschiedlich. In einem Projektpapier des Nabu werden sie Kleiner Petznicksee genannt.

Zu Petznick gehören die Gemeindeteile Kreuzkrug und Henkinshain sowie die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Siedlung Birkenhain, die jedoch nicht als offizieller Wohnplatz ausgewiesen ist. Der Kernort Petznick ist über die Bundesstraße 109 von Templin aus über Kreuzkrug direkt zu erreichen. Von Petznick zweigt der Henkenshainer Weg ab durch Petznick hindurch nach Henkinshain. Henkinshain liegt an der L 100 und ist auch von Milmersdorf und Mittenwalde zu erreichen. mini|Petznick auf dem Urmesstischblatt 2847 Templin von 1825, mit den 1825 noch existierenden Vorwerken Klein Dolgen und Kalkofen sowie den rekonstruierten Lagen der damals schon abgegangenen kleinen Vorwerke Bernsdorf, Gruse, Werder und Wolfinsprung (nach den Angaben im Historischen Ortslexikon)

Geschichte des Ortes Petznick wurde 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt. Nach Sophie Wauer handelt es sich ursprünglich um einen Gewässernamen, der auf die Siedlung am Ufer übertragen wurde. Nach Wauer ist der Name ist von einer altpolabischen Grundforn *Pec'nik abgeleitet, eine Bildung mit dem Suffix *-nik zu *pec Ofen, Höhle. Nach Reinhard E. Fischer und Mitautoren in Die Gewässernamen Brandenburgs ist jedoch die Ableitung von einer altpolabischen Grundform *pěsek = Sand wahrscheinlicher. Nach der Dorfstruktur ist Petznick eine Gutssiedlung.

Das mittelalterliche Dorf Petznick Dem Namen nach dürfte das zur Zeit der deutschen Ostsiedlung in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandene Petznick auf eine slawische Vorgängersiedlung zurückgehen. Es war von Anfang an Kirchdorf, wie die Ausstattung der Pfarre mit vier Pfarrhufen zeigt. Das Landbuch Kaiser Karls IV. beschreibt Petznick wie folgt:

Nach diesen Angaben war die Feldmark in 36 Hufen eingeteilt, von denen jede Hufe 8 Schillinge Pacht und ein Schilling Bede gab. Allerdings waren nur 15 Hufen in Bewirtschaftung, von denen jede in diesem Jahr nur die Hälfte der Pacht geben musste. Die anderen Hufen lagen wüst. Der Krug war ebenfalls verlassen, er gab vorher 16 Schillinge Pacht. Im Dorf waren drei Kossätenwörden, von denen jede Stelle Abgaben in Höhe von einem Schilling und einem Huhn gab. Das Dorf gehörte dem Prenzlauer Bürger Henning Grubetz.

1442 befand sich die Hälfte der Feldmark in Besitz des Geschlechtes von Klützow zu Dedelow. Noch vor 1472 müssen die von Arnim in den Besitz von ganz Petznick gekommen sein.

1472 erhielten Henning, Achim, Claus, Hans und Berndt von Arnim einen Gesamtlehenbrief vom markbrandenburgischen Kurfürsten Albrecht Achilles über diverse Güter in der Uckermark, u. a. auch Das velt zu petzenik mit allem rechte, pfleg czu geben Sechs vierteil birs. Möglicherweise wurde noch ein Teil der Feldmark extensiv genutzt, wie die geringen Abgaben schließen lassen. Von einem Dorf ist nicht mehr die Rede; das mittelalterliche Dorf Petznick war vor 1442 wüst gefallen.

Nach dem Wechsel in manu dominante, also dem Regierungsantritt des markbrandenburgischen Kurfürsten Johann Cicero erhielten Henning von Arnim (der Alte) auf Gerswalde, Claus und Hans von Arnim auf Zichow und Biesenthal sowie Berndt, Lippolt und Heinrich von Arnim Brüder und Vettern in Zehdenick 1486 erneut einen Gesamtlehenbrief und die Bestätigung ihrer Lehen. Darin wird auch dat felt to Petzenicke mit allenn rechtenn, nichts uthgenomenn genannt. Auch der Gesamtlehenbrief von 1602 führt noch das felt zue Pezenick auf.

Das neuzeitliche Dorf Petznick Um 1700 legten die von Arnim auf Gerswalde ein Vorwerk auf der Feldmark Petznick an. Für eine frühere Gründung gibt es keine Hinweise. Ob das neuzeitliche Petznick genau an der Stelle des mittelalterlichen Dorfes entstand, ist aber nicht sicher. 1715 war das Vorwerk Petznick Mahlgast in der Gerswalder Mühle, d. h., es existiert um diese Zeit. 1724 wohnten ein Häusler, ein Schäfer, drei Knechte und eine Magd im Vorwerk Petznick.

Otto XII. von Arnim (1682–1748) auf Gerswalde war es gelungen, die drei Rittersitze in Gerswalde, das sogenannte „Weiße Haus“ (Hauptburg), das „Rote Haus“ (Vorburg) und den „Kemper Hof“ wieder in einer Hand zu vereinigen. Otto war zweimal verheiratet; in erster Ehe mit Sophie von Eickstedt, in zweiter Ehe 1727 mit Anne Louise von Arnim aus dem Hause Fredenwalde. Aus den zwei Ehen hatte er sieben Söhne. In seinem Testament teilte er seinen großen Besitz in sieben „Kaveln“ (Teile), die etwa auch wertmäßig gleich groß waren. 1752 fand die Erbteilung der Herrschaft Gerswalde statt. Seine Söhne erhielten per Losentscheid je eine „Kavel“ des großen Besitzes. Lediglich der älteste Sohn Christof Otto erhielt das Hauptgut Gerswalde ohne Losentscheid. Das Erbe Gerswalde des Otto von Arnim verteilte sich wie folgt: Christof Otto (1706–1769), Gerswalde Ludolf Valentin von Arnim (1707–1758) erhielt Blankensee, Gruse und Werder. Bogislav Berndt (1712–1783) erhielt die Vorwerke Petznick, Dolgen und das Dorf Jakobshagen Valentin Dietlof (1716–1802) erhielt die Vorwerke Fergitz, Zollchow und das Dorf Zollchow Otto (1729–1783) das Gut Lemmersdorf und die Prenzlauer Mühlenpächte Magnus Wilhelm (1733–1810) erhielt die Vorwerke Böckenberg und Berkenlatten. Joachim Erdmann (1741–1804) erhielt die Vorwerke Neudorf, Kölpin und das Dorf Kaakstedt.

Bogislav Berndt (1712–1783), der Petznick, Dolgen und Jakobshagen geerbt hatte, ließ um 1770 das Herrenhaus in Petznick als eingeschossigen Barockbau mit 15 bzw. 17 Achsen (Hofseite) errichten. Am 24. November 1761 kaufte er von Hans Carl von Arnim (1734–1773) aus dem Hause Götschendorf das benachbarte Bernsdorf für 6.000 Taler. 1774 gab es 18 Feuerstellen in Petznick, davon waren 17 Feuerstellen in Familienhäusern (wohl Doppelhäusern). Petznick hatte damals 95 Einwohner. Zum Gut Petznick gehörten zu dieser Zeit auch die Vorwerke Kalkofen, Klein Dolgen und Bernsdorf. Bernsdorf ist um oder kurz nach 1800 zugunsten des Gutes Petznick aufgegeben worden. Es lag etwa 0,5 km südsüdöstlich von Petznick am Ostufer des Petznicksees. Klein Dolgen war bis spätestens 1842 aufgegeben und zum Gut Petznick gezogen worden. Der Kalkofen existierte noch bis mind. 1861 als Kalkbrennerei.

Bogislav Bernd von Arnim ging 1778 in Konkurs. Sein Sohn Otto Erdmann Christof Albrecht (1748–1821) konnte die verschuldeten Güter 1784 nach einer Versteigerung übernehmen; er starb 1821 kinderlos. Das Erbe fiel an seine Vettern. Das Gut Blankensee, das der jüngere Sohn des Valentin Dietloff, Carl Christof Joachim (1764–1821) geerbt hatte, fiel 1821 ebenfalls den Vettern von Arnim zu, da auch er keine Leibeserben hatte. Aus dem Nachlass ds Obristen Curt Heinrich Gottlieb von Arnim in Sternhagen († 1800) hatte die Gerswalder Linie der von Arnim zudem halb Zollchow und Krullenhaus geerbt. Diese Güter blieben zunächst in gemeinsamen Besitz der Brüder und Vettern. Diese Erbschaften wurden nun zusammen verteilt (um 1825). Insgesamt waren noch sechs Erbberechtigte am Leben, Carl Ludolf Bernhard (1753–1828) auf Gerswalde, Sohn des Christof Otto, der Gerswalde erhalten hatte. Er erbte Kienwerder, das er gegen Zollchow vertauschte. Carl Heinrich Joachim (1763–1827), Friedrich Wilhelm Erdmann (1766–1852) und Ferdinand August Valentin (1768–1847), die Söhne des Magnus Wilhelm (1733–1810) auf Böckenberg. Carl Heinrich Joachim erbte Zollchow, und vertauschte es gegen Kienwerder, Friedrich Wilhelm Erdmann erbte Kreuzkrug und Ferdinand August Valentin erbte Petznick. Carl Otto Ludwig (Pitt) und Carl Joachim Friedrich Ludwig (Achim), die Söhne des Joachim Erdmann (1741–1804), erhielten aus der Erbmasse Blankensee und Krullenhaus.

Ferdinand August Valentin (1768–1847), dessen väterliches Gut Böckenberg unter Zwangsverwaltung stand, nahm seinen Wohnsitz nun in Petznick. 1832 erbte er außerdem Kienwerder von seinem Neffen Carl Otto Friedrich Wilhelm (1807–1832), dem Sohn von Carl Heinrich Joachim (1763–1827), der sich im Alter von nur 25 Jahren bei der wüsten Kirche in Berkenlatten erschossen hatte.

Schon um 1810 erhielt Petznick eine eigene Schule. Um 1871/72 wurde in Petznick ein neues Schulgebäude errichtet. Über einhundert Jahre später wurde die Schule im Jahr 1977 geschlossen. 1826 ließ Ferdinand August Valentin von Arnim das Gutshaus modernisieren.

1830 wurde auf dem Areal des Gutsbezirks, rund 2,5 km südöstlich des Gutes Petznick in der Nähe der Prenzlauer-Berliner Chaussee eine Ziegelei und Vorwerk angelegt. Der erste Pächter der Ziegelei hieß Henkin. 1831 wurde das Etablissement offiziell Henkinshain benannt. 1840 waren hier an der Prenzlauer-Berliner Chaussee zwei Wohnhäuser und eine Poststation vorhanden; Henkinshain hatte 18 Einwohner. Die Prenzlauer-Berliner Chaussee war bis zum Bau der Zehdenicker-Templiner-Chaussee die Hauptverkehrsstrecke von Berlin nach Prenzlau.

1847 war der Besitzer von Petznick und Kienwerder Ferdinand August Valentin von Arnim gestorben. Sein Sohn Friedrich Eduard Otto (Otto) hatte schon 1832 das Gut Kreuzkrug gepachtet, das seinem Onkel Friedrich Wilhelm Erdmann (1766–1852) gehörte. 1847 übernahm er nun die väterlichen Güter Kienwerder und Petznick. Nach dem Tod seines Onkels Friedrich Wilhelm Erdmann 1852 fiel ihm auch Kreuzkrug zu. Er konnte danach auch die 50.000 Taler aufbringen, die als Schulden auf dem väterlichen Gut Böckenberg lasteten und dieses Gut wieder in seinen Besitz bringen. Unter seiner Ägide und auf seine Kosten wurde 1856 die Petznicker Dorfkirche erbaut. Otto von Arnim heiratete erst 57-jährig im Jahr 1860 Adolfine Gertrud Ida Sophie von Ramin von Schmagerow (Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern), mit der er sechs Kinder hatte, ein Sohn starb als Kleinkind.

1861 gab es in Petznick (besser gesagt im Gutsbezirk) zwei Gasthöfe (einer davon in Kreuzkrug), eine Kalkbrennerei und eine Ziegelei (Henkinshain). Der Kalkofen lag nicht weit vom Südufer des Dolgensees (damals auch Kalkofensee genannt) entfernt. Außer der Gutsfamilie und den Kossäten wohnten im Dorf ein Fischermeister, ein Gärtnermeister und ein Schmiedemeister. Auf dem Gut Petznick wurden 46 Pferde, 41 Stück Rindvieh und 1373 Schafe gehalten. 1863 gibt Adolf Frantz bzw. die Ortschaftsstatistik die Größe des Gutes mit 3780 Morgen an, davon 22 Morgen Gehölz, 57 Morgen Garten, 3000 Morgen Acker, 234 Morgen Wiesen, 60 Morgen Weiden und 464 Morgen Forst.