mini|Tourenwagen von Million-Guiet mini|Sportlicher Tourenwagen „Tulipwood“ mini|Coupé-Chauffeur von Letourneur et Marchand mini|Cabriolet ebenfalls von Million-Guiet mini|Limousine von Pourtout Der Hispano-Suiza H 6 ist ein Pkw-Modell. Hispano-Suiza stellte die Fahrzeuge überwiegend im französischen Bois-Colombes bei der Société Française Hispano-Suiza und in einem kleineren Umfang im spanischen Barcelona bei La Hispano-Suiza her.

Beschreibung Das Modell wurde im Oktober 1919 auf dem ersten Pariser Autosalon nach dem Ende des Ersten Weltkriegs präsentiert. Als Vorgänger kann der Hispano-Suiza Tipo 23 von 1913 angesehen werden. Verschiedene Karosseriebauunternehmen stellten die Karosserien nach Kundenwünschen her. Bekannt sind Aufbauten als Limousine, Landaulet, Cabriolet, Coupé, Roadster und Tourenwagen. Für ein Fahrzeug ist eine Länge von 483 cm bekannt.

H 6 Die erste Ausführung wurde H 6 genannt. Sie wurde bis 1922 produziert. Die interne Bezeichnung war Type 41 bzw. Tipo 41 in Spanien. Eine weitere Bezeichnung war 32 CV, die für 32 Cheval fiscal (Steuer-PS) stand. Eine andere Quelle gibt Type 46 an. Im Vereinigten Königreich wurde er auch 32 HP genannt und war mit 37,2 RAC Horsepower eingestuft.

Motor Die Fahrzeuge haben einen Sechszylinder-Reihenmotor mit obenliegender Nockenwelle.

Marc Birkigt plante zunächst, sein neues Nachkriegsmodell vom Hispano-Suiza 12 Zwölfzylinder-Flugmotor antreiben zu lassen. Es stellte sich aber heraus, dass eine Zylinderbank dieses Triebwerks allein mehr als genug Leistung lieferte. Der Motor des Fahrzeugs ist mit einer solchen Zylinderbank aufgebaut. Der Motorblock ist aus Leichtmetall gegossen, die sechs Leichtmetallkolben bewegen sich in darin eingeschraubten, stählernen Zylinderlaufbuchsen. Die Kurbelwelle wiegt etwa 16 kg, ist aus dem Vollen gefräst und siebenfach gelagert. Die dreifach gelagerte Nockenwelle wird über eine Königswelle am vorderen Ende des Motors angetrieben. Wie bei Flugmotoren üblich hat der Motor Doppelzündung. Jeder Zylinder hat ein Ein- und Auslassventil.Die Auspuffseite ist links. Diese Konstruktionsweise wurde ebenso vom Flugzeugmotor übernommen wie der Ventiltrieb. Die Königswelle treibt auch die Öl- und die Wasserpumpe sowie die beiden getrennten Zündverteiler an. Der abnehmbare Aluminium-Zylinderkopf dichtet den Motor ohne Zylinderkopfdichtung ab. Die Ölpumpe der Motorschmierung sitzt unten im Motor. Kurbelwelle, Nockenwelle und Pleuelstangen sind hohl geformt, die Kanäle dienen der Schmierung. Die Ölpumpe bedient die Kurbelwellen-Hauptlager sowie die Nockenwellen- und die Pleuellager.

Der elektrische Anlasser befindet sich auf der linken Seite des Getriebegehäuses. Birkigt verzichtete auf die noch verbreitete Magnetzündung und sah stattdessen eine Batteriezündung vor. Der Generator ist in einem zylindrischen Gehäuse untergebracht. Er ist eine Spezialanfertigung von Delco. Weil er direkt von der Kurbelwelle angetrieben wird, befindet er sich an leicht zugänglicher Stelle direkt unter dem Kühler.

Die Motorkühlung hat einen Wasserkreislauf mit Wasserpumpe, Wabenkühler und zusätzlich einem von der Kurbelwelle angetriebenen Ventilator.

Der Doppelvergaser sitzt auf der rechten Motorseite. Hispano-Suiza ließ ihn bei Solex nach eigenen Plänen fertigen. Er hat eine zentrale Schwimmerkammer. Die Starterklappe kann mit einem Hebel am Lenkrad verstellt werden, und unter dem Armaturenbrett gibt es eine kleine Handpumpe, mit der bei Bedarf Benzingemisch nachgesprüht werden kann, um den Startvorgang zu erleichtern.

Der Motorblock und der Zylinderkopfdeckel sind weitgehend mit schwarzem Email überzogen, die blanken Metallteile sind poliert. Der Motor wiegt mit Anbauteilen etwa 200 kg.

Im Fahrzeug werden zwei Batterien verwendet. Die größere ist für die Zündung, zum Anlassen und für die Fahrzeugbeleuchtung vorgesehen. Die zweite ist nur dafür vorgesehen, das Fahrzeug bei einer elektrischen Störung fahrbar zu halten. Sie kann nur den Anlasser und die seitliche Beleuchtung mit Strom versorgen. Beide Batterien werden vom gleichen Generator versorgt.

Die normale Ausführung hat 100 mm Bohrung, 140 mm Hub und 6597 cm³ Hubraum.

Das Werk machte keine Angaben zur tatsächlichen Leistung des Motors. Üblicherweise werden 135 PS (100 kW) bei 2600/min vermerkt. Der Motor dreht bis 3500/min. Für ein frühes Fahrzeug liegt ein maximales Drehmoment von 441 Nm bei 1200/min vor, für ein jüngeres werden 475 Nm bei 1600/min genannt. Eine andere Quelle gibt 100 bis 135 PS an.

Antrieb Motor und Getriebe sind miteinander verblockt; eine zu dieser Zeit innovative Lösung. Auch das Getriebegehäuse besteht aus Aluminium. Es enthält das unsynchronisierte Dreiganggetriebe mit Rückwärtsgang, die Schwungscheibe und eine Konuskupplung, ab 1922 gebaute Wagen hatten eine Mehrscheibenkupplung.https://www.uniquecarsandparts.com/car_info_hispano_suiza_h6.htm Eine Neuerung bestand im Wellenantrieb. Frühere Hispano-Suiza erhielten einteilige Kardanwellen mit Kreuzgelenken an beiden Enden. Für dieses Modell wurde ein anderer Weg gewählt. Die hintere Starrachse ist als Deichselachse ausgebildet.https://www.uniquecarsandparts.com/images/car_info/hispano_suiza_h6_6.jpg Bild des Fahrgestells Es gibt dazu zwei Antriebswellen hintereinander. Die vordere ist als Kardanwelle ausgebildet und führt vom Getriebe zu einer Aufnahme am Fahrgestell-Hauptquerträger. Die hintere Welle wird in einem Torque Tube genannten Rohr zur Hinterachse geführt. Es ist am Rahmen in einem SchubKugelgelenk gelagert. Die Blattfedern tragen nur das Fahrzeuggewicht, nehmen aber keine Beschleunigungs- und Bremskräfte auf. Die Leistung wird über „Halbwellen“ vom Differential zu den Rädern gebracht. Diese Halbwellen sind „full floating“, also von Querkräften befreit.

Fahrgestell und Aufhängung Das Fahrgestell besteht aus einem Leiterrahmen, dessen Hauptträger als U-Profil geformt sind. Der Motor hat eine Vierpunkt-Befestigung am Fahrgestell, was auch zur Versteifung des Rahmens beiträgt.

Die erwähnte Antriebskonstruktion mit einer zweigeteilten Antriebswelle erfordert einen steifen Hauptquerträger, an dem auch die Aufnahme der beiden Wellen angebracht ist.

Eine weitere Besonderheit ist das Armaturenbrett, das zugleich den Motorraum vom Passagierraum trennt. Es besteht aus einem Verbund von Aluminiumblech, Asbest und Wolle. Unten gibt es eine luftdichte Abdichtung, die auch die Öffnungen für die Lenksäule und die Motorbedienung umfasst. So soll verhindert werden, dass Abwärme vom Motor in den Innenraum gelangt.

Das Fahrgestell hat üblicherweise 369 cm Radstand. Es stand aber auch ein verkürztes mit 339 cm Radstand zur Wahl. Zunächst wurden die Fahrzeuge ohne Stoßdämpfer ausgeliefert, später wurden welche von Houdaille oder Hartford eingebaut. Das Fahrgestell wog etwa 1250 kg.

Neuartig ist die selbst entwickelte Vierrad-Servobremsanlage. Zum Zeitpunkt der Markteinführung waren Vorderradbremsen noch nicht üblich. Rolls-Royce Motor Cars baute sie jahrelang in Lizenz.

H 6 A mini|Hispano-Suiza H 6 A Victoria Town Car (1923), Karosserie Franay, überarbeitet von Léon Rubay

Von dieser Version wurde möglicherweise nur ein Fahrzeug hergestellt. Es handelt sich um eine verlängerte Ausführung mit hinterer Doppelachse. Das einzige bekannte Exemplar wurde von König Georg II von Griechenland bestellt und entstand in Barcelona. Das Fahrgestell wurde mit einem offenen Aufbau von Franay versehen. Zu Länge und Radstand gibt es keine Angaben, ebenfalls nicht, ob beide Hinterachsen angetrieben waren. Es wurde nicht mehr ausgeliefert, weil der König abdankte, und daraufhin vom Filmregisseur David Wark Griffith erworben. Danach wurde es in verschiedenen Hollywood-Filmen verwendet, wobei es zu verschiedenen Modifikationen der Karosserie gekommen ist, die zumindest teilweise von Leon Rubay vorgenommen wurden.

Die Verwendung der Bezeichnung H 6 A ließ sich bislang nur vom Forney Museum of Transportation in Denver (Colorado) nachweisen, wo das Fahrzeug ausgestellt ist.

H 6 B mini|Hispano-Suiza H 6 B als Cabrio von Spohn von 1932 1922 erschien der H 6 B. Es gab nur geringe Änderungen. Die Konus- oder Lamellenkupplung wurde durch eine trockene Einscheibenkupplung ersetzt. Das reine Fahrgestell wog nun 1400 kg. Diese Version blieb bis 1932 im Angebot.

Ende 1924 erwarb die Firma Škoda in Pilsen, die bis dahin keine Pkw gebaut hatte, eine Lizenz zum Bau des Hispano-Suiza H 6 B. Das erste Fahrzeug des Škoda Hispano Suiza 25/100 PS wurde im Mai 1926 in Pilsen ausgeliefert, es ging an Tomáš Garrigue Masaryk, den Präsidenten der tschechoslowakischen Republik.Petr Kožíšek, Jan Králík: L & K – Škoda. Teil I: Jahre des Aufstiegs 1895–1945. Moto Public, 2004, ISBN 80-239-1853-2, S. 127–129, S. 328.

Boulogne Die Ausführung Boulogne wurde nur 1922 in Frankreich hergestellt. Es ist ein Sportwagen, der auch bei Rennen eingesetzt wurde. Eine vergrößerte Bohrung von 102 mm ergibt 6864 cm³ Hubraum. Der Motor leistet 150 PS (110 kW).

Bei diesen Modellen wurde nur der kurze Radstand von 339 cm verwendet. Hiervon entstanden je nach Quelle vier bis sechs oder fünf Fahrzeuge.

Inoffiziell wurde die Bezeichnung Boulogne später für weitere sportliche Fahrzeuge verwendet.

H 6 C mini|H 6 C als Coupé von der Carrosserie Vanvooren Die Variante H 6 C mit einem größeren Motor gab es von 1924 bis 1933. Sie trägt den internen Code Type 56 bzw. Tipo 56 in Spanien. Sie war in Frankreich mit 46 CV eingestuft.

Die Bohrung der Zylinder wurde auf 110 mm vergrößert, was 7983 cm³ Hubraum ergab. Die Motoren leisteten in der Serienausführung 150 PS (110 kW) und bei sportlichen Fahrzeugen 170 PS (125 kW).

Weiterhin wurden Fahrgestelle mit 339 cm und 369 cm Radstand angeboten. Eine Ausführung mit 380 cm Radstand kam dazu.

Technische Daten Daten H 6 / Tipo 41H 6 B / Tipo 41 bis Boulogne H 6 C / Tipo 56 Bauzeit:Bois-Colombes H 6: 1919–1922H 6 B: 1922–1932 1922 1924–1933 Bauzeit:Barcelona Tipo 41: 1919–1922Tipo 41 bis: 1922–1932 - 1924–1933 Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt) Hubraum: 6597 cm³ 6864 cm³ 7983 cm³ Bohrung × Hub: 100 × 140 mm 102 × 140 mm 110 × 140 mm Leistung (inoffizielle Angaben) 135 PS 150 PS 145–150 PS bei 1/min: 2600 3000 2800 Max. Drehmoment bei 1/min:  441 Nm bei 1200/min475 Nm bei 1600/min Motorschmierung: H 6 B: Ölpumpe Ventilsteuerung: Über Königswelle. Ventile stehend oben im Block.2 Ventile pro ZylinderVentile werden direkt von der Nockenwelle gesteuert Kühlung: Wasserkühlung mit Wasserpumpe und Ventilator Zündung: Batteriezündung mit DELCO-Generator; Doppelzündung2 Zündkerzen pro Zylinder2 Zündspulen Benzinzufuhr: bis 1926: Vakuumab 1926: elektrische Benzinpumpe Gemischaufbereitung: 1 Solex-Doppelvergaser System Hispano-Suiza Getriebe: 3-Gang-Getriebe mit Rückwärtsgangunsynchronisiert Kupplung: Mehrscheiben-Trockenkupplung Kraftübertragung: Wellenantrieb Welle zweiteilig: vorn Kardan, hinten Torque Tube Übersetzungen: 3,4 : 1 Radstand: 3385 mm „court“3690 mm „normale“ 3385 mm 3385 mm „court“3690 mm „normale“ Fahrgestell: Stahlleiterrahmen aus genieteten U-Profilen mit QuertraversenFrontmotor / HinterradantriebHauptquerträger mit Aufnahme der Antriebswelle Radaufhängung vorn: StarrachseHalbelliptikfedern Radaufhängung hinten: Starrachse Halbelliptikfedern Bremsen: 4 Trommelbremsen; mechanischer Bremskraftverstärker System Hispano-SuizaHilfsbremse auf Hinterachse Lenkgetriebe: Spindellenkung Spurweite vorn/hinten: 1450 mm Karosserie: nach Wunsch Gewicht Fahrgestell: 1300 kg 1250 kg (swb) Höchstgeschwindigkeit: 120–130 km/h 130–145 km/h Motornummern: ab 32001 Bemerkungen: Kleiner technischer Unterschied bei der Kupplung. Rennsportwagen, 5 Fahrzeuge gebaut. Produktionsbeginn 19.4.1924

Rennsport mini|André Dubonnet gewann die erste Austragung des Coupe Georges Boillot 1921 Der H 6 wurde durchaus erfolgreich in Langstreckenrennen eingesetzt. Es gab ein Werksteam, das meistens drei oder vier Wagen einsetzte.