Die Liste von Bunkeranlagen in Essen enthält erhaltene und nicht mehr vorhandene Bunker im heutigen Gebiet der Stadt Essen.

Im städtischen Stollenatlas sind rund 1300 Luftschutzanlagen gelistet, von denen etwa 300 noch zugänglich sind und regelmäßig von Fachleuten des Amtes für Straßen und Verkehr und den zuständigen Landes- und Bundesbehörden kontrolliert werden.; abgerufen am 23. September 2017 Von den einst 27 Hochbunkern sind zwölf noch vorhanden (Stand: 2015),Martin Bach (Untere Denkmalbehörde der Stadt Essen): Hochbunker in Essen teils ungenutzt oder zu Wohnungen umgebaut sowie einige unter Denkmalschutz. Die meisten Bunker wurden im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Führer-Sofortprogramms errichtet, wenige wurden für den Zivilschutz im Kalten Krieg umgerüstet oder neu angelegt.

Größere Firmen, in Essen insbesondere die Fried. Krupp AG, waren durch das Reichsluftschutzgesetzt von 1935 verpflichtet, eine eigene Luftschutzinfrastruktur aufzubauen, um Produktionsausfälle, besonders in der Rüstungsindustrie, zu verringern oder zu vermeiden. So entstanden unter anderem im Bereich der Krupp Gussstahlfabrik zahlreiche, oft unkartierte und teils noch unerforschte Luftschutzbunker unter dem Betriebsgelände. Durch ständige Wartung und Erneuerung der Anlagen im Krieg lagen die Verluste unter der Belegschaft bei nur 0,25 Prozent.Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg bei Arbeiten auf Krupp-Areal entdeckt. In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 9. April 2026Ein mehrphasiger Luftschutzbunker der Bauabteilung von Krupp. In: Berichte aus der Essener Denkmalpflege 25, Essen, 2022, ISSN 2199-1693

Liste Name StadtteilKoordinaten Errichtung ZahlderPlätze Denkmalschutz Bemerkung Bild HochbunkerKörnerstraße Altendorf 1941–1943 675 Denkmal Nr. ,eingetragen am 29. April 2014 Im Rahmen des im Oktober 1940 angeordneten Führer-Sofortprogramms als achtgeschossiger Rundbunker für 675 Personen für den Luftschutz errichtet. Später war er bis 2011 für den Zivilschutz mit ABC-Schutz für etwa 1500 Personen im Kalten Krieg vorgesehen. Im Dezember 2016 aus Bundeseigentum an privat 90.000 Euro in Köln versteigert.Derwesten.de vom 12. Dezember 2016: Bunker in Altendorf für 90.000 Euro verkauft; abgerufen am 14. Dezember 2016 150px HochbunkerHelenenstraße Altendorf 1940–1943 1150 Denkmal Nr. ,eingetragen am 10. Juli 2015 Im Rahmen des im Oktober 1940 angeordneten Führer-Sofortprogramms für den Luftschutz errichtet, Grundfläche etwa 1420 m², erbaut für 1150 Personen auf sechs Etagen war er der größte Hochbunker der während des Zweiten Weltkrieges in Essen entstand, zur Zeit des Kalten Krieges modernisiert, Anfang 2017 aus Bundeseigentum an einen Dellwiger Bauunternehmer versteigertDellwiger Bauunternehmer kauft Weltkriegsbunker; in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 1. März 2017; abgerufen am 9. November 2017 150px HochbunkerStapenhorststraße Altenessen-Nord nein Hochbunker besitzt einen Beobachterposten auf dem Dach. Nutzung heute unter anderem für Mobilfunk-Antennen HochbunkerGrünbruch Altenessen-Süd nein Etwa 2004 zum Wohnhaus umgebaut. HochbunkerJahnstraße Bochold nein ca. 2006 niedergelegt HochbunkerWolfsbankstraße Bochold nein Etwa 2008 zum Wohnhaus umgebaut. 150px TiefbunkerWeidkamp Borbeck-Mitte nein Tiefbunker auf ehemaligem, kruppschem Panzerbaugelände TiefbunkerDionysius-Kirche Borbeck-Mitte 400 nein Tiefbunker unter der Dionysius-Kirche, der vor Luftangriffen jedoch keinen Schutz geboten hätte, da damals nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt. HochbunkerRichtstraße Frintrop nein Umbau als Wohnhaus. 150px TiefbunkerBerufskolleg West Frohnhausen 1939–1941 500 nein Eine Etage des teils zweistöckigen Luftschutzbunkers, der der Bevölkerung diente, nicht nur dem Schulbetrieb, ist aus der Schule heraus zugänglich. 150px HochbunkerFrohnhauser Straße Frohnhausen nein Fünfgeschossiger Turmbunker mit Beobachtersposten, dient heute unter anderem als Standort für Mobilfunk-Antennen und wird teils als Proberaum für Musiker genutzt. 150px HochbunkerHumboldtstraße Fulerum nein Zum Wohnhaus umgebaut. 150px TiefbunkerGerscheder Straße Gerschede 1943 5000 nein Eine steile Treppe führte in einen mehrere hundert Meter langen Hauptgang, von dem Nebentunnel abgingen. Nachdem der Eingang zugemauert worden war, wurde die unterirdische Bunkeranlage 2014 verfüllt. HochbunkerHatzper Straße Haarzopf 1939/1940 nein Der Bunker blieb von Bombentreffern verschont. Seit dem Ende des Krieges wurde er von einer Elektrofirma genutzt und in den Jahren 2014 bis 2016 zum Bürohaus umgebaut. 150px HochbunkerFeldhaushof Huttrop nein Zum Wohnhaus umgebaut. 150px StollenbunkerMoltkeviertel Huttrop 1943 3000 nein 1943 durch die Organisation Todt errichtet, laut Bundesanstalt für Immobilienaufgaben rund 650 Meter langer Röhrenbunker mit 2,50 Meter breiten Gängen, liegt etwa neun bis 13 Meter tief im Bereich der Moltkewiese im Moltkeviertel, hatte den Zweck die Druckwellen eines Bombeneinschlags in der Nähe zu brechen, wurde aufgrund des maroden Zustands im August 2016 verfüllt. Das Bild zeigt einen verschlossenen Eingang. 150px HochbunkerArenbergstraße Karnap nein Nutzung heute unter anderem als Proberaum für Musiker und Standort für Mobilfunk-Antennen, im Bundeseigentum HochbunkerJoseph-Oertgen-Weg Katernberg nein Zum Wohnhaus und Firmengebäude umgebaut in Privatbesitz Hochbunker Am Bilstein Kettwig 525 nein zwischen den Straßen Am Bilstein und An der Seilerei; Der Bunker mit 700 m² Fläche wird 2018 zu fünf Wohnungen umgebaut,Kettwiger Bunker wird aufwändig zu Wohnungen umgebaut; In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 31. Januar 2018 150px HochbunkerCorneliusstraße Kettwig 1942 446 nein Auf einem 345 Quadratmeter großen Grundstück hat er eine Nutzfläche von 640 Quadratmetern. 150px WerksbunkerKrupp M2 Nordviertel nein Der Tiefbunker diente als Werksluftschutzbunker der Lokomotiv- und Waggonbaufabrik Krupp und befand sich unter dem Verwaltungstrakt, der sich nordöstlich an die Montagehalle M2 anschloss. Der gesamte Komplex wurde Ende 2015/Anfang 2016 im Rahmen des städtebaulichen Projektes Krupp-Gürtel niedergelegt. 150px WerksbunkerKrupp-Gussstahlfabrik Nordviertel nein Hochbunker auf dem Gebiet der ehemaligen Krupp-Gussstahlfabrik an der Pferdebahnstraße/Berthold-Beitz-Boulevard, heute Teil des Umspannwerkes 150px HochbunkerEiserne Hand Ostviertel 1922–1926 560 Denkmal Nr. ,eingetragen am 27. April 1995 Wurde zuletzt 1983 für den Zivilschutz mit neuer ABC-Schutzbelüftungsanlage modernisiert. Dient heute zum Teil als Übungsort für die unweit ansässige Essener Berufsfeuerwehr. 150px HochbunkerOberstraße Rellinghausen nein Zweigeschossiger Bunker mit einer Grundfläche von rund 300 Quadratmetern und spitzen Giebeln, 1994 niedergelegt und durch ein neues Wohnhaus ersetzt.Universität Duisburg Essen: Projektentwurf Aquarium im Hochbunker; abgerufen am 19. Dezember 2015 HochbunkerFrintroper Straße Schönebeck 1940–1941 250 Denkmal Nr. ,eingetragen am 19. Mai 2014 Im Rahmen des Führer-Sofortprogramms für 250 Personen als sechsgeschossiger Turmbunker mit Beobachtersposten für den Luftschutz errichtet, dient heute unter anderem als Standort für Mobilfunk-Antennen, im Bundeseigentum 150px TiefbunkerAn der Meisenburg Schuir nein Unter der ehemaligen Stinnes-Villa gelegen schützte er das Firmenarchiv. Dieser Stollenbunker besitzt Beton-Gewölbe, ist 30 Meter tief und 300 Meter lang. TiefbunkerWilly-Brandt-Platz Stadtkern nein Eingang vor dem Haupteingang des Hotels Handelshof. 150px TiefbunkerHindenburgstraße Stadtkern 2200 nein bei Hausnummer 35 im Parkhaus AtombunkerHauptbahnhofGerd Niewerth: Unterwegs im alten Atombunker am Essener Hauptbahnhof; In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 3. April 2019 Stadtkern Anfang 1960er Jahre nein Bunker unter dem 2017 abgerissenen DB-Hochhaus, dient jetzt als Fundament für einen Hotelneubau. Er sollte mit Kommandostand im Kriegsfall im Kalten Krieg die Eisenbahn-Infrastruktur so weit wie möglich aufrechterhalten. TiefbunkerPaßstraße Steele 3000 nein Der Bunker wird auch Laurentiusbunker genannt, da er sich unter dem Laurentiusfriedhof westlich der St.-Laurentiuskirche befindet. HochbunkerKyffhäuserstraße Stoppenberg nein Zum Wohnhaus umgebaut HochbunkerBassinstraße Südostviertel 1942/1943 869; abgerufen am 30. März 2016 nein Bunkergrundfläche rund 975 m², Nutzfläche rund 720 m², zweigeschossig, zwei Treppenhäuser, drei Eingänge; im Bundeseigentum, nach erfolglosem Versteigerungsversuch im Sommer 2017, neuer Versteigerungstermin im Dezember 2017, Mindestgebot: 159.000 EuroBunker wird versteigert, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 25. Juni 2017; abgerufen am 9. November 2017Hochbunker im Südostviertel erneut in der Versteigerung, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 8. November 2017; abgerufen am 9. November 2017 150px TiefbunkerBerliner Platz Westviertel 1988 nein zur Zeit des Kalten Krieges als Atomschutzbunker errichtet, Zugang in der Tiefgarage der Agentur für Arbeit WerksbunkerKrupp Kronenberg Westviertel 1930er Jahre 450Archäologische RuhrZeiten: Luftschutzanlage der ehemaligen Friedr. Krupp Gussstahlfabrik an der Haedenkampstraße; abgerufen am 18. Dezember 2015 nein Der Tiefbunker diente als Werksluftschutzbunker der Krupp-Gussstahlfabrik und befand sich unter einer Panzerwerkstatt im Bereich der dafür niedergelegten Teile der Arbeiterkolonie Kronenberg. Er wurde 2011 beseitigt und auf dem Areal 2013 das Einkaufszentrum Kronenberg Center eröffnet. 150px TiefbunkerSeminarstraße Huttrop 1930er Jahre nein Der Eingang wurde 2015 in Folge von Baumaßnahmen verschlossen. TiefbunkerHovescheidtstraße Huttrop nein Eingang zum Tiefbunker Hovescheidtstraße. TiefbunkerBöcklinstraße Holsterhausen nein Eingang zum Tiefbunker der Städtische Gesamtschule Holsterhausen. Der Bunker wird inaktiv als Lager benutzt. Eine Treppe führt hinunter in einen grünen Raum. Das System hat eine große Belüftungsanlage und ein komplexes Notausgangssystem, jedoch nur eine kleine Sanitäranlage.

Siehe auch Liste von Bunkeranlagen in Nordrhein-Westfalen

Weblinks

Einzelnachweise

Essen ! Essen Kategorie:Essen im 20. Jahrhundert