mini|Sultan al-Ashraf Khalil mini|Eroberungen und Feldzüge von Sultan al-Ashraf Khalil, die mit Jahreszahlen versehenen Symbole markieren die eroberten Orte sowie das jeweilige Datum mini|Blick auf die ruinierte Festungsstadt Rumkale am Euphrat, die Sultan Khalil im Sommer 1292 eroberte und dann ausgebaut wurde mini|Mausoleum des Sultan Chalil in der Stadt der Toten in Kairo, der größten Nekropole Al-Malik al-Aschraf Salah ad-Din Chalil (auch Khalil, ; gestorben Dezember 1293) war ein Sultan der Mamluken in Ägypten (1290–1293) und Herrscher aus der Bahri-Dynastie. Er eroberte die letzten Reste der Kreuzfahrerstaaten in Palästina und Syrien.

Chalil war der Sohn des Sultans Qalawun (1222–1290) und wurde nach dem Tod seines älteren Bruders as-Salih Ali im Jahr 1288 zum Vize-Sultan ernannt. Qalawun vertraute ihm nicht und weigerte sich anfangs, den Status seines Sohnes anzuerkennen. Im August 1290 kam es zu einem Massaker an muslimischen Händlern in Akkon durch italienische Kreuzfahrer. Daraufhin verlangte Sultan Qalawun die Auslieferung der beteiligten Kreuzfahrer sowie eine Entschädigungszahlung in Höhe von dreißigtausend venezianischen Zecchinen. Da der Stadtrat Akkons beide Forderungen ablehnte, entschied sich der Sultan, Akkon umgehend anzugreifen. Als er jedoch kurz vor dem Feldzug im November 1290 starb, wurde Chalil zum Sultan ernannt. Chalil setzte als Sultan das Werk seines Vaters fort und brach im März 1291 mit seinem ägyptischen Heer in Kairo auf, das in Syrien um weitere Kontingente verstärkt wurde und eine enorme Größe erreichte. Nach sechswöchiger Belagerung wurde Akkon von der Streitmacht am 18. Mai 1291 erstürmt. Jeder Bewohner, der nicht geflohen war, wurde massakriert. Im August desselben Jahres hatte Chalil schließlich die verbleibenden Kreuzfahrerburgen Tyros, Sidon, Haifa, Tartus und Beirut erobert und kehrte nach Kairo zurück. Damit waren die Kreuzfahrer vollständig aus Palästina und Syrien vertrieben. Aufgrund dieser Siege wurde Chalil als neuer Alexander bezeichnet.

Sultan Chalil pflegte gute Beziehungen zu einigen christlichen Reichen im Mittelmeer, so schloss er Handelsverträge mit dem Königreich Zypern und der Krone Aragon – zu der auch das Königreich Sizilien gehörte.Flocel Sabaté (Hrsg.): The Crown of Aragon: A Singular Mediterranean Empire. Brill, 2017. S. 303.

Nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus der Levante richtete er sich gegen die Mongolen, gegen die Armenier von Kilikien und gegen die muslimischen Minderheiten im Libanongebirge. Im Jahr 1292 fiel er in das armenische Königreich Kilikien ein und eroberte im Mai Rumkale, den Sitz des armenischen Patriarchen, nach einer Belagerung, bei der Wurfmaschinen eine entscheidende Rolle spielten – ähnlich wie zuvor bei der Belagerung von Akkon. Die mongolischen Truppen des Ilchanats in Persien, die zur Entsatzung der Stadt herbeieilten, kamen zu spät und zogen sich wieder zurück. Das Ilchanat befand sich in einer Krise: Ilchan Arghun war im März 1291 gestorben, und sein Nachfolger Gaichatu hatte seine Herrschaft noch nicht gefestigt; dies veranlasste Chalil dazu, eine Eroberung Bagdads in Erwägung zu ziehen. Bevor Chalil mit einem zweiten Feldzug die kleinarmenische Hauptstadt Sis bedrohte, erkauften sich die Armenier Frieden, indem sie ihm einige Ländereien abtraten.

Chalil setzte die Politik seines Vaters fort, türkische Mamluken durch kaukasische zu ersetzen, da er Erstere für unloyal hielt. Er ernannte den Araber Ibn al-Salus zum Wesir. Trotz seiner Vorsichtsmaßnahmen wurde Chalil im Dezember 1293 durch seinen türkischen Regenten Baydara ermordet. Baydara rief sich selbst zum Sultan aus, wurde aber sofort von den kaukasischen Mamluken (wahrscheinlich Adygen) getötet. Noch im Jahr 1293 wurde Chalils Bruder al-Malik an-Nasir Muhammad dessen Nachfolger.

Literatur Amir Mazor: The Rise and Fall of a Muslim Regiment. The Mansuriyya in the First Mamluk Sultanate, 678/1279–741/1341. Vandenhoeck & Ruprecht Unipress, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8470-0424-0 (englisch). Shafik Mahdi: Mamalik Misr wa Alsham (Mamluken Ägyptens und der Levante). Aldar Alarabiya, Beirut 2008 (arabisch). Einzelnachweise

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