Huma Bhabha (geb. 1962 in Karatschi, Pakistan) ist eine pakistanisch-amerikanische Bildhauerin, Objektkünstlerin, Zeichnerin und Fotografin. Sie ist vor allem wegen ihrer Skulpturen, die den Betrachter oft an außerirdische Wesen erinnern, aber auch für die Verwendung von vorgefundenen Materialien, Fundstücken und Baumaterialien bekannt.

Leben Huma Bhabha wurde 1962 als Tochter eines pakistanischen Geschäftsmannes und einer Künstlerin geboren. Durch die Arbeiten ihrer Mutter wurde schon früh das Interesse am Zeichnen und an der Malerei geweckt. Bhabha kam 1981 in die USA, um die Kunstschule zu besuchen. 1985 erwarb sie einen Bachelor of Arts an der Rhode Island School of Design (RISD). Danach ging sie für zwei Jahre zurück nach Pakistan und beschäftigte sich dort überwiegend mit dem Zeichnen und der Malerei. Nach ihrer Rückkehr besuchte sie die Columbia University, die sie 1989 mit einem Master of Arts abschloss. Seit 2008 unterrichtet sie zunächst im Fachbereich Druck/Malerei, danach an der Fakultät Skulpturen an der Yale University School of Art in New Haven.Profil auf der Webseite der Yale University School of Art, abgerufen am 16. Dezember 2015 Huma Bhaba ist seit 1990 mit dem Künstler Jason Fox verheiratet. Sie lebt und arbeitet in Poughkeepsie im Bundesstaat New York.

Werk Huma Bhabha ist vor allem wegen ihrer Skulpturen bekannt. Nachdem sie an der RISD zunächst Malerei studiert hatte, fing sie in ihrem letzten Studienjahr an, sich mit der Bildhauerei zu beschäftigen. Bhabha stellt überwiegend menschliche Figuren dar. Ihre Plastiken zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie verschiedenste einfache Materialien (z. B. Ton, Styropor usw.), Fundstücke, wie beispielsweise Tierknochen und auch Alltagsgegenstände und Baumaterialien verwendet und ihre Figuren meist nicht als zusammenhängende Körper wiedergegeben werden. Klassische Materialien wie zum Beispiel Bronze verwendet sie selten. Ihre meist überlebensgroßen Figuren scheinen vom Körper als Ganzes losgelöst und es scheint, als sei die Figur auseinandergefallen. Ihre fertigen Plastiken erwecken den Eindruck, der Vorgang der Bildhauerei sei noch nicht abgeschlossen, indem sie zum Beispiel Materialien verwendet, die zum Ausgießen von Formen benutzt werden, den Prozess aber nicht bis zum Ende führt. Dadurch scheinen ihre Figuren zerbrechlich zu sein – Bhabha möchte damit die fragile Natur des menschlichen Körpers zum Ausdruck bringen. Sie fertigt ihre Skulpturen in Rundumsicht, ihre figurativen Skulpturen, die sowohl Männer wie Frauen zeigen, enthalten teils politische oder auch religiöse Bezüge; Bhabha spielt mit kunsthistorischen Zitaten und Strömungen.Regina Höfer: Bhabha, Huma. In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL), K. G. Saur Berlin/Boston 2019, (abgerufen über de Gruyter Online) Bhabhas Figuren erinnern oft an Außerirdische. Sie hat sich schon früh für Science-Fiction interessiert und wurde durch Filme wie zum Beispiel der Alien-Serie oder Star Trek inspiriert. Science-Fiction spiegelt für sie den gegenwärtigen Zustand der Welt, die Zukunft und die Hoffnung der Menschen wider. Nachdem sie sich mit den Techniken der Filmemacher vertraut gemacht hatte, die oft afrikanische Masken als Vorlagen für die Figuren nehmen, bestanden ihre ersten Werke aus Bearbeitungen verschiedener afrikanischer Masken, mit denen sie allerdings keinen Erfolg hatte. Ihr Durchbruch kam, nachdem sie während der Entstehung von Centaur für sich entschied, dass sie ihre Werke als fertiggestellt erklären könne, wann sie wolle – also auch während des eigentlichen Entstehungsprozesses –, und so dem Betrachter weitere Möglichkeiten zu einem Zugang zu ihren Werken bieten kann.

Ihr bislang größtes Werk ist And in the track of a hundred thousand years, out of the heart of dust Hope sprang again, like greenness (2007). Der Titel entspricht einem Zitat aus dem Rubaiyat von Omar Khayyam.

Neben der Bildhauerei widmet sich Bhabha auch der Fotografie und dem Zeichnen. Ihre Fotografien entstehen meist auf ihren jährlichen Reisen nach Pakistan. Nach ihrer Rückkehr bearbeitet sie dann die Fotos als Mixed Media Art mit Tusche, Aquarellfarben oder auch Kreide. Nachdem sie sich bereits während ihrer Studienzeit mit der Pastellmalerei beschäftigt hatte, begann sie vor einigen Jahren, sich wieder diesem Medium zu widmen. Ihr Hauptmotiv ist auch dort die Darstellung der menschlichen Figur, speziell das Zeichnen von Köpfen.

2013 verlieh die American Academy in Berlin Bhabha den Berlin Prize, der ein Stipendiat mit Aufenthalt in Berlin beinhaltet. Die Zeit an der Academy nutzte sie dazu, sich weiter mit der Technik des Bronzegusses zu beschäftigen. auf: americanacademy.de, abgerufen am 24. Dezember 2015.

Ausstellungen (Auswahl) Die erste Ausstellung ihrer Skulpturen fand 1993 statt.

Einzelausstellungen 1997: Cokkie Snoei (Galerie), Rotterdam 1998: A. N. Gallery, Karachi 2008: Huma Bhabha: 2008 Emerging Artist Award Exhibition, Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield, USA 2011: Huma Bhabha Aspen Art Museum, Aspen, USA 2012: Players, Collezione Maramotti, Reggio Emilia, Italien 2013: Unnatural Histories, MoMA PS1, New York, USA 2015: Huma Bhabha, Salon94 Bowery & Freemans, New York, USA

Gruppenausstellungen 2002/03: Der Akt in der Kunst des 20. Jh., Kunsthalle Emden 2004: Versus, mit Jason Fox, Arena Mexico Arte Contemporáneo, Guadalajara, Mexiko 2005: MoMa PS1, Long Island, New York 2010: Hareng Saur: Ensor and Contemporary Art, Museum of Contemporary Art (SMAK), Gent, Belgien 2010: Whitney Biennial, Whitney Museum of American Art, New York, USA 2011: Contemporary Magic: A Tarot Deck Art Project, Andy Warhol Museum, Pittsburgh, USA 2012: Intense Proximity, Palais de Tokyo, Paris, Frankreich 2012: Theatre of the World, Museum of Old and New Art, Moonah, Tasmanien, Australien 2013: Land Marks, Metropolitan Museum of Art, New York, USA 2013: In God we Trust, Zachęta Nationalgalerie, Warschau, Polen 2014: Rockaway!, MoMA PS1, Rockway Beach, New York, USA 2015: All the World's Futures, Zentrale Ausstellung auf der 56. Kunstbiennale, Venedig, Italien

Auszeichnungen 2008 Emerging Artist Award, Aldrich Contemporary Art Museum, Ridgefield, auf: blouinartinfo.com vom 6. März 2008 2013 Berlin Prize, Stipendiat an der American Academy in Berlin

2023 wurde er zum Mitglied der American Academy of Arts and Letters gewählt.

Werke (Auswahl) 2000, Centaur 2007, The Orientalist 2005, Sleeper 2006, Man of No Importance 2007, And in the track of a hundred thousand years, out of the heart of dust Hope sprang again, like greenness 2009, 1,000

Sammlungen Whitney Museum of American Art, New York, USAHuma Bhabha im Whitney Museum of American Art, abgerufen am 30. Dezember 2015 Saatchi Gallery, London, Großbritannien Museum of Modern Art (MoMA), New York, USAHuma Bhabha im MoMA, abgerufen am 30. Dezember 2015 New York Public Library, New York, USA Metropolitan Museum of Art, New York, USAHuma Bhabha im Metropolitan Museum of Art, abgerufen am 27. Februar 2026 Nerman Museum of Art Yale University Art Gallery, New Haven, USA, abgerufen am 30. Dezember 2015 Centre Georges-Pompidou, Paris, Frankreich

Weblinks Werke auf salon94.com

Einzelnachweise Steel Stillman, . In: Art in America vom 11. November 2010, abgerufen am 16. Dezember 2015. Profil auf: saatchigallery.com, abgerufen am 16. Dezember 2015.

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