mini|hochkant|Alphonse Joseph Charles Dubois (1839–1921) Alphonse Joseph Charles Dubois (* 18. Oktober 1839 in AachenMarcel de Contreras, S. 120.; † 1. Juni 1921 in KoksijdeLaurent Coopman, S. 37.) war ein belgischer Zoologe, Ornithologe und Tierillustrator.Oft findet sich auch das Jahr 1920 als Sterbedatum in der Literatur. Dies könnte aus einem Missverständnis aus der Todesnotiz von Laurent Coopman entstanden sein, da das Jahr nicht explizit erwähnt wurde. Doch schreibt Coopman, dass er im 82-igsten Lebensjahr gestorben ist. Er war also 81 zum Todeszeitpunkt und das wurde er am 18. Oktober 1920. Er kann also nicht am 1. Juni 1920 gestorben sein, da er zu diesem Zeitpunkt noch 80 Jahre alt war.

Leben und Wirken Die Familie väterlicherseits stammte aus Frankreich. Alphonses letzter französischer Vorfahre war der 1726 in Paris geborene François Dubois, der später als Lehrer in Darmstadt arbeitete. Die weiteren Nachkommen lebten in Deutschland. Kurz nach Dubois’ Geburt zog sein Vater Charles Frédéric Dubois (1804–1867) mit seiner Familie nach Brüssel. Den Großteil seines Lebens hat Alphonse Dubois auch dort gelebt und wurde im Jahr 1874 in Belgien eingebürgert. Hier erhielt er an der Mittelschule seine grund- und wirtschaftswissenschaftliche Bildung und am Gymnasium (Athénée) seine geisteswissenschaftliche Ausbildung. Er studierte an der Freien Universität Brüssel, an der er in den Naturwissenschaften promovierte.Marcel de Contreras, S. 120.

In der von Charles Jacques Édouard Morren (1833–1886) herausgegebenen Fachzeitschrift La Belgique horticole publizierte er in den Jahren 1863 bis 1864 eine Serie von Artikeln, die sich mit der Nützlichkeit verschiedener Tierarten für die Pflanzenwelt auseinandersetzte. Morren erkannte den Mehrwert dieser Artikel für die Wissenschaft und riet Dubois, an einem Wettbewerb der Société d’horticulture de Belgique teilzunehmen. Sein Beitrag zum Wettbewerb war ein Lehrbuch der forst- und landwirtschaftlichen Entomologie (Traité d'entomologie horticole, agricole et forestière, exposé méthodique des insectes nuisibles et utiles) im Umfang von 232 Seiten und vier Tafeln, mit dem er auch gewann.Marcel de Contreras, S. 121. Im Jahr 1865 erlangte er den Doktorgrad in den Naturwissenschaften. Seine Dissertation behandelte die pathologische Anatomie von Hirnhautblutungen (Quelques considérations sur l’anatomie pathologique des hémorrhagies méningées).

Er gründete das Fachmagazin Archives cosmologiques. Revue des sciences naturelles avec leurs applications à la médecine, à l’agriculture, aux arts et à l’industrie, das zwischen 1867 und 1869 monatlich erschien. Als 1867 sein Vater verstarb, vervollständigte und publizierte er dessen begonnene Werke Les lépidoptères de la Belgique und Les Oiseaux de l’Europe. Im Jahr 1869 wurde Dubois zum Kurator für höhere Wirbeltiere am Muséum des sciences naturelles de Belgique ernannt.

Sein vierbändiges Monumentalwerk Faune des vertébrés de la Belgique beinhaltete 427 Tafeln. Außerdem arbeitete er mit vielen Tageszeitungen wie L’Independance, Le Petit Bleu, Le Soir und L’Étoile Belge in deren Wissenschaftsrubrik zusammen.

Dubois setze sich für den Schutz insektenfressender Vögel ein, ein Anliegen, welches am 21. April 1873 per königlichem Erlass umgesetzt wurde. Im Jahr 1903 wurde er Präsident der Kommission zur Verfeinerung des bestehenden Dekrets.

In Philogène Auguste Galilée Wytsmans (1866–1925) Werk Genera Avium bearbeitete er die Pelikane (Pelecanidae) (Teil 7, 1907), die Turakos (Musophagidae) (Teil 8, 1907) und die Nashornvögel (Bucerotidae) (Teil 13, 1911).

Mitgliedschaften und Ehrungen Dubois war Honorary Fellow der American Ornithologists’ Union,Theodore Sherman Palmer, S. 98. Generaldirektor der Société ornitologiquique de la Belgique, Ehrenpräsident der Société ornitologiquique du Centre de la Belgique, seit der Gründung im Jahr 1876 Mitglied der Société zoologique de France, Ehrenmitglied der Société zoologique d'Amsterdam, der Ungarischen Ornithologischen Zentrale, der Ligues Royale Belge. Dazu agierte er als korrespondierendes Mitglied der Zoological Society of London und der Société nationale des sciences naturelles et mathématiques de Cherbourg, als Mitglied des nationalen und internationalen ornithologisches Komitees sowie der Kommission für Studien des nationalen Museums mit Belgisch-Kongo in Tevuren.

Im Jahr 1885 wurde er zum Ritter des Leopoldsordens ernannt. 1894 erhielt er den Orden für Zivilverdienste erster Klasse, 1905 den Orden Leopolds II.

Erstbeschreibungen durch Alphonse Joseph Charles Dubois Dubois hat zahlreiche Arten und Unterarten, die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben. Dazu gehören chronologisch u. a.:

Arten Yucatánblaurabe (Cyanocorax yucatanicus (, 1875)) Braunlori (Chalcopsitta duivenbodei (, 1884)) Trauerkassike (Cacicus sclateri (, 1887)) Duboispfäffchen (Sporophila ardesiaca (, 1894)) Duboislaubsänger (Seicercus cebuensis (, 1900)) Weynsweber (Ploceus weynsi (, 1900)) Nahanwachtel (Ptilopachus nahani , 1905) Unterarten Grünhäher (Cyanocorax yncas cyanodorsalis (, 1874)) Feldsperling (Passer montanus malaccensis , 1887) Feuerrückenspecht (Dinopium javanense borneonense (, 1897)) Narinatrogon (Apaloderma narina rufiventre (, 1897)) Rotnasen-Grüntaube (Treron calvus salvadorii (, 1897)) Australrohrsänger (Acrocephalus australis gouldi , 1901) Saypanbrillenvogel (Zosterops conspicillatus saypani , 1902) Weißbauch-Zwergfischer (Corythornis leucogaster leopoldi (, 1905)) Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis reichenowi , 1911)

Die von ihm nach einem Tier im Jugendkleid beschriebene Adlerart Spizaetus devillei , 1874 gilt heute als Synonym des Isidoradlers Oraetus isidori.Dean Amadon, S. 235–236.

Dedikationsnamen Gustav Hartlaub (1814–1900) ehrte ihn 1886 durch die Benennung einer Unterart des Schwarzkopfwebers (Ploceus melanocephalus duboisi),Gustav Hartlaub, S. 144. William Lutley Sclater (1863–1944) im Jahr 1922 in einer Unterart des Trompeterhornvogels (Bycanistes fistulator duboisi).William Lutley Sclater, S. 45. Auch im Trivialnamen des Duboispfäffchens (Sporophila ardesiaca)Alphonse Joseph Charles Dubois (1894), S. 399. und des Duboislaubsängers (Seicercus cebuensis)Alphonse Joseph Charles Dubois (1900) Syn.Av. 1, S. 286. findet sich sein Name.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens Leopolds II. Kategorie:Wikipedia:Träger des Ordens Leopolds II. (Ausprägung ungeklärt) Kategorie:Mitglied der Zoological Society of London Kategorie:Ornithologe Kategorie:Illustrator (Belgien) Kategorie:Person (Aachen) Kategorie:Belgier Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1921 Kategorie:Mann