mini|Federico Sturzenegger (2024) Federico Adolfo Sturzenegger (* 11. Februar 1966 in Rufino) ist ein argentinischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker.

Herkunft und Ausbildung Sturzenegger stammt aus einer ursprünglich schweizerischen Familie aus Appenzell. Er selber bezeichnete sich 2025 als „zu 25 Prozent Schweizer, zu 25 Prozent Spanier und zu 50 Prozent Italiener. Ich sage, ich bin zu 100 Prozent Argentinier.“«Unsere Kinder sind gegangen, weil sie keine Zukunft haben», Tages-Anzeiger, 26. September 2025 Sturzenegger studierte an der Universität La Plata, hielt einen Lehrauftrag an der Kennedy School of Government der Harvard-Universität und promovierte am Massachusetts Institute of Technology. Von 1995 und 1998 war er leitender Ökonom des Ölkonzerns YPF.

Politische Karriere Im Jahr 2001 war er während der Amtszeit Fernando de la Rúas Staatssekretär für Wirtschaftspolitik im Wirtschaftsministerium. Im November 2001, einen Monat vor dem Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft, trat er zurück.

2008 übernahm er unter Mauricio Macri, dem damaligen Bürgermeister von Buenos Aires, die Leitung der Banco Ciudad und machte sie zu dem rentabelsten Staatsbetrieb Argentiniens.Tjerk Brühwiller: Ein Akademiker mit Erfolgsausweis. In: Neue Zürcher Zeitung, 18. Dezember 2015, abgerufen am 20. Dezember 2015. Von 2013 bis 2015 war er Abgeordneter im argentinischen Parlament (Cámara de Diputados) für die Partei Propuesta Republicana. Als Mauricio Macri 2015 Präsident von Argentinien wurde, berief er Sturzenegger als Vorsitzenden der Zentralbank Argentiniens.Federico Sturzenegger, presidente del Banco Central. Er propagierte moderne Zahlungsmethoden wie PEI (Immediate Electronic Payment), Zahlungen mittels Mobiltelefonen und die Verwendung von QR-Codes.Pagos Electrónicos Inmediatos (PEI), POS Móvil, Botón de Pago y Billetera Electrónica. Banco Central de la Republica Argentina, 16. Juni 2017. Abgerufen am 6. Januar 2024 (spanisch). Wegen Problemen der argentinischen Währung musste Zentralbankchef Sturzenegger im Sommer 2018 zurücktreten.

Er zog sich daraufhin zunächst aus der Politik zurück und unterrichtete Wirtschaftswissenschaften in Harvard. Parallel schrieb er ein wirtschaftsliberales Strategiepapier, in dem er mehrere hundert Gesetzesänderungen und Reformen auflistete.

Im Wahlkampf 2023 beriet Sturzenegger die Kandidatin der Propuesta Republicana Patricia Bullrich und galt als möglicher Wirtschaftsminister. Nach Bullrichs Wahlniederlage wandte sich Sturzenegger Javier Milei zu. Als Milei als neu gewählter Präsident Ende 2023 bekannt gab, wie er sein Land reformieren wolle, stand neben ihm Sturzenegger als Berater.Alex Baur: Argentiniens Terminator. In: Die Weltwoche, 3. Januar 2024, abgerufen am 18. März 2024 Medien beschreiben ihn als Mileis Gehirn und als Architekten von Mileis wirtschaftlicher Schocktherapie. Er berät Milei bei Deregulierungsschritten.Simon Widmer: Hinter Mileis Schocktherapie steht ein Ökonom mit Schweizer Wurzeln. In: Tagesanzeiger, 5. Januar 2024. Abgerufen am 6. Januar 2024. Zu seinen Hauptforderungen gehört die Privatisierung von staatlichen Unternehmen, die er für ineffizient und korrupt hält, sowie die Entmachtung von Gewerkschaften. Die Menschen in Argentinien hätten Privilegien von Politikern, Gewerkschaften und geschützten Branchen bezahlen müssen. Die Hälfte der Arbeitstätigen in Argentinien hätten im Informellen Sektor gearbeitet. Zudem hätten in den zehn Jahren vor Milei zwei Millionen Argentinier das Land verlassen, fünf Prozent der Bevölkerung und vor allem Junge.

Im Juli 2024 berief der Präsident Sturzenegger als Minister für Deregulierung und Transformation des Staates (Ministro de Desregulación y Transformación del Estado). Im Rahmen des Gesetzespaket Ley Bases ist Sturzenegger vor allem für die Deregulierung und Privatisierung zuständig, sowie für die Korruptionsbekämpfung. Die Staatsausgaben lagen im Jahr 2024 um 27,5 % niedriger als im Vorjahr und die Inflation war im Laufe des Jahres deutlich gesunken. Nach Angaben seines Ministeriums seien bis August 2025 1.246 gesetzliche Regelungen (normas) modifiziert worden, diese beträfen rund 9.000 Gesetzesartikel. Entgegen den meisten Erwartungen gewann Mileis Partei die Zwischenwahlen im Oktober 2025.«Ich bin der König einer verlorenen Welt»: Javier Milei triumphiert überraschend, Tages-Anzeiger, 27. Oktober 2025

Veröffentlichungen mit Filipe Campante und Andrés Velasco: Advanced Macroeconomics. LSE Press, London, 2021. ISBN 978-1-909890-69-5.

Weblinks

Alexander Busch: Seit einem Jahr zerlegt Federico Sturzenegger für Javier Milei den Staat – der Ökonom mit Schweizer Wurzeln ist auch ein Vorbild für Elon Musk. In: NZZ, 17. Dezember 2024 Gerald Traufetter: Besuch beim Erfinder der Kettensäge. Dieser Mann ist Elon Musks Vorbild. Spiegel Online, 6. April 2025

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