2046 (Alternativtitel: 2046 – Der ultimative Liebesfilm) ist ein Melodram aus dem Jahr 2004 von Regisseur Wong Kar-Wai, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte. In den Hauptrollen agieren Tony Leung Chiu Wai, Gong Li, Zhang Ziyi, Faye Wong, Carina Lau und Takuya Kimura.

Der Film startete am 13. Januar 2005 in den deutschen Kinos.

Handlung Prolog: Die Erde wird im Jahr 2046 von einem endlosen Schienennetz umspannt. Auch gibt es dort einen mysteriösen Ort namens 2046, von dem es heißt, dass sich dort niemals etwas verändern werde. Niemand konnte das jedoch bisher bestätigen, da noch kein Mensch jemals von diesem Ort zurückgekehrt war – eine Ausnahme bildet nun ein Japaner namens Tak, der in einem Zug unterwegs ist, um 2046 wieder zu verlassen. Dieser Zug fährt dabei durch die Gebiete „12-24“ und „12-25“ (Synonyme für Weihnachten), in denen es so kalt wird, dass sich die Fahrgäste im Zug gegenseitig wärmen müssen.

Singapur im Jahr 1966: Ein Mann namens Chow bittet Su, die Liebe seines Lebens, darum, ihn nach Hongkong zu begleiten, wird jedoch von ihr zurückgewiesen. Als Chow Ende des Jahres in Hongkong ankommt, brechen kurz darauf die Aufstände gegen die britische Kolonialmacht aus. In Hongkong wohnt Chow in einem Hotel und schreibt Kolumnen für eine Zeitung. Weihnachten 1966 trifft er auf Lulu, die er in Singapur als Tänzerin kennengelernt hat, jedoch erklärt sie ihm, dass sie sich nicht mehr an ihn erinnere. Er bringt die inzwischen betrunkene Lulu auf ihr Hotelzimmer. Als er es verlässt, bemerkt er die Zimmernummer 2046. Zwei Tage später kehrt er zurück, um Lulu ihren Zimmerschlüssel zurückzugeben, den er eingesteckt hatte. Der Vermieter Wang Sum erklärt, dass es nur eine Mimi gegeben habe und diese inzwischen nicht mehr hier wohne. Chow möchte das Zimmer mieten, doch erklärt man ihm, dass 2046 noch renoviert werden müsse, er könne aber solange das gegenüberliegende Zimmer 2047 beziehen. Später erfährt er, dass Lulu in der Nacht zuvor von ihrem eifersüchtigen Freund erstochen wurde.

Als Zimmer 2046 fertig ist, hat sich Chow bereits an Zimmer 2047 gewöhnt und bleibt dort. Aus Zimmer 2046 hört er öfters die Stimme einer Frau. Dabei handelt es sich um Jing-Wen, die ältere Tochter des Vermieters, die einen Japaner als Freund hat, was ihr Vater allerdings nicht akzeptieren will. Die jüngere Tochter des Vermieters ist die frühreife Jie-Wen, die sich Chow aufdrängt, aber von ihm abgewiesen wird. Am 22. Mai wird in Hongkong eine Ausgangssperre verhängt. Chow beginnt einen Roman mit dem Titel 2046 zu schreiben, in dem es um Liebe geht und um Personen, die alles riskieren, um zu dem Ort 2046 zu gelangen. Als im September die Aufstände beendet sind, scheint in Hongkong wieder Normalität einzukehren.

In Zimmer 2046 wohnt inzwischen eine neue Bewohnerin, die Cabaret-Tänzerin Bai Ling, die Chow am 24. Dezember 1967 zum Essen einlädt. Beide beginnen eine Affäre; er gibt ihr jedoch nach jedem Treffen Geld. Chow trifft sich auch weiterhin mit anderen Frauen, was Bai Ling eifersüchtig macht. Sie will eine eindeutige Beziehung, was er jedoch ablehnt, woraufhin sie sich trennen.

Nach der Abreise ihres japanischen Freundes und einem Aufenthalt im Krankenhaus ist die Tochter des Vermieters Jing-Wen wieder zurück im Hotel. Sie zeigt Chow ihre selbstgeschriebenen Texte. Chow ist von ihrer Arbeit begeistert und macht sie zu seiner Assistentin. Gemeinsam schreiben sie Kung-Fu-Geschichten für Zeitungen. Chow beginnt für sie einen Roman zu schreiben, worin der Japaner Tak sein Alter Ego ist. Er erklärt, dass er den Roman für sie 2047 nennen werde. Am 24. Dezember 1968 lädt er Jing-Wen zum Essen ein und ermöglicht ihr ein Telefonat mit ihrem Freund in Japan. Chow erkennt, dass er und Jing-Wen Seelenverwandte sind, jedoch bleibt seine Sehnsucht nach ihr unerfüllt, da sie ihr Herz bereits an ihren japanischen Freund verloren hat. Chow gibt Jing-Wen ein Exemplar seines fertiggestellten Romans 2047. Nur wenig später muss er zur Kenntnis nehmen, dass Jing-Wen ihren Freund in Japan heiraten wird. Von ihrem Vater erfährt er, dass ihr sein Roman sehr gefallen habe, jedoch habe sie das Ende als zu traurig empfunden und lasse anfragen, ob er dies ändern könne. Chow erklärt, er werde es versuchen. Er bleibt jedoch regungslos über dem Roman sitzen. Es ist ihm unmöglich, etwas daran zu ändern.

18 Monate später wird Chow von Bai Ling angerufen und sie treffen sich. Weihnachten 1969 fährt er nach Singapur und sucht seine Liebe Su im Spielcasino, die dort als professionelle Spielerin unter dem Namen „Schwarze Spinne“ bekannt war. Da Su nicht mehr im Spielcasino auftaucht, vermutet man, dass sie in ihre Heimat Phnom Penh zurückgekehrt ist. Er erinnert sich, wie er in Singapur die Spielerin Su Li-Zhen traf, die denselben Namen hatte, wie jene Frau, wegen der er davor Hongkong verlassen und mit der er sich früher in einem Hotelzimmer mit der Nummer 2046 getroffen hatte.

Produktion Hintergrundnotizen + Besetzung und Synchronisation Chow Mo-Wan Tony Leung Chiu Wai Marcus Off Su Li-Zhen Gong Li Claudia Lössl Bai Ling Zhang Ziyi Christine Stichler Wang Jing-Wen /Android im Zug Faye Wong Stephanie Kellner Lulu / Mimi /Android im Zug Carina Lau Anke Korte Tak / Wang(Jing-Wens Freund) Takuya Kimura Manou Lubowski Mimis Freund Chang Chen N. N. Herr Wang / Zugführer Wang Sum Mogens von Gadow Ah Ping Ping Lam Siu Claus Brockmeyer Su Li-Zhen 1962 Maggie Cheung N. N. Bird Thongchai McIntyre N. N. Wang Jie-Wen Jie Dong Yeshi Cetinbas Partygirls Farini Cheung,Sien Cheung,Wah Hong N. N. Robotergirl Xinyu Jiang N. N. Bruder Hoi To-Hoi Kong N. N. Hostess Alice Lee N. N.

Der Film knüpft, auch wenn er keine direkte Fortsetzung darstellt, von der Handlung her stark an Wong Kar-Wais vorangegangenen Film In the Mood for Love an, aus dem auch Szenen im Film 2046 verwendet werden. Er bezieht sich zudem auf Motive seines Films Days of Being Wild.

Im Film ist eine Hommage an den 2003 gestorbenen Schauspieler Leslie Cheung enthalten, der mit einem Sprung aus dem 24. Stock des Mandarin Oriental-Hotels Suizid beging. Im Film 2046 kommt ein Hotel mit dem Namen „Oriental Hotel“ vor, außerdem wird in zwei aus dem Off gesprochenen Sätzen Bezug zu Cheung genommen: „Einst hatte sie einen philippinischen Liebhaber, aber er starb. Er war wie ein Vogel ohne Flügel.“ Dies bezieht sich auf den Film Days of Being Wild, in dem der Halb-Philippiner Cheung einen ebensolchen Liebhaber spielt.Josef Schnelle, Rüdiger Suchsland: Zeichen und Wunder. Das Kino von Zhang Yimou und Wong Kar-Wai. Schüren Verlag, Marburg 2008, ISBN 978-3-89472-438-2.

Die Dreharbeiten fanden in Macau und China statt. Im Originalton sprechen die Figuren in unterschiedlichen Sprachen. So spricht Chow Mo-Wan Kantonesisch, Bai Ling Mandarin und Jing-Wens Freund und Tak sprechen Japanisch. Produktionsfirmen waren Jet Tone Production, Shanghai Film Group und Orly Films. Die Synchronfirma Film- & Fernsehen Synchron GmbH, München, war für die deutsche Synchronisation zuständig. Dialogbuch und Dialogregie lag bei Beate Klöckner.

Soundtrack 2046 Main Theme von Shigeru Umebayashi (auch in einer Rumba-Version sowie mit Schlagzeug in einer Train-Remix-Version) Siboney von Ernesto Lecuona und Theodore Morse. Vortrag: Connie Francis sowie in einer Instrumentalversion gespielt von Xavier Cugat and His Waldorf-Astoria-Orchestra Sway von Pablo Beltrán Ruiz (Musik) und Norman Gimbel (Text). Vortrag: Dean Martin The Christmas Song (schnelle Version) von Mel Tormé und Robert Wells, arrangiert von Shigeru Umebayashi sowie Vortrag: Nat King Cole und The King Cole Trio Julien et Barbara aus Vivement dimanche! (1983) von Georges Delerue Polonaise, Komposition und Arrangement: Shigeru Umebayashi Casta diva aus der Oper Norma von Vincenzo Bellini (erklingt wiederholt) Vortrag Angela Gheorghiu zusammen mit dem Symphony Orchestra, Leitung Evelino Pidò Perfidia von Alberto Domínguez. Vortrag: Xavier Cugat und das Waldorf-Astoria-Orchestra Lost, Komposition und Arrangement: Shigeru Umebayashi Decision (Auszug aus Tu Ne Tueras Point-Live) von Zbigniew Preisner Adagio. Vortrag: Secret Garden zusammen mit David Agnew (Englischhorn und Oboe) Oh! s’io potessi dissipar le nubi… Col sorriso l’innocenza aus der Oper Il pirata von Vincenzo Bellini Vortrag: Maria Callas und Monica Sinclair zusammen mit dem Philharmonic Orchestra und Chor, Leitung: Nicola Rescigno Dark Chariot und Sisyphos At Work, komponiert von Peer Raben Long Journey von Shigeru Umebayashi Interlude I & II von Shigeru Umebayashi

Veröffentlichung Regisseur Wong Kar-Wai arbeitete über einen Zeitraum von fünf Jahren an dem Projekt. Unmittelbar vor der Premiere in Cannes hatte er den Film noch einmal umgeschnitten, sodass die Premiere umgeplant werden musste und der Film nur wenige Stunden davor in Cannes angeliefert wurde. Die Erstaufführung des Films fand am 20. Mai 2004 im Rahmen des Wettbewerbs der Filmfestspiele von Cannes statt. Kinostart in Hongkong war am 29. September 2004. Im Jahr 2004 hatte der Film zudem in folgenden Ländern Premiere: Malaysia, Taiwan, Südkorea (Eröffnungsfilm beim Busan International Film Festival und im Land allgemein), Singapur, Frankreich, Japan (allgemein und auf dem Tokio International Film Festival), Spanien ( Valladolid International Film Festival und allgemein), Portugal, im Vereinigten Königreich (BFI London Film Festival), in Italien, Norwegen, Griechenland (allgemein und Thessaloniki International Film Festival), auf den Philippinen (Manila), in Belgien und Schweden; im Jahr darauf im Vereinigten Königreich, in Irland, Thailand (Bangkok International Film Festival und allgemein), in Estland, in den Niederlanden (Internationales Film Festival Rotterdam), in der Schweiz (Deutsch sprechende Region), in den Niederlanden, in Serbien (Belgrad Film Festival), in Australien (Adelaide Film Festival und in limitierter Version allgemein), in Kasachstan, in Bulgarien (Sofia Film Festival), in Polen, Tschechien (Febio Film Festival und allgemein), in der Türkei (Istanbul Film Festival), in Ungarn, in den USA (Tribeca Film Festival, Seattle International Film Festival, Los Angeles Film Festival und limitiert allgemein), in Dänemark, in Argentinien, in Israel, Kanada, Indien (DVD-Premiere), Brasilien (Rio de Janeiro International Film Festival und allgemein), Japan (Hongkong Film Festival in Tokio) und in Uruguay. 2006 wurde der Film in der Slowakei und in Mexiko (Festival Internacional de Cine Contemporáneo de la Ciudad de México) veröffentlicht; 2010 in Griechenland (Greek Film Archive), 2013 in Portugal (Lisbon & Estoril Film Festival), 2016 in Hongkong (Hongkong International Film Festival), 2020 in Thailand in einer restaurierten Version, Dezember 2020 in den USA (Film at Lincoln Center, restaurierte Version), in Spanien (Barcelona, Madrid), Portugal (abermals restaurierte Version), im Januar 2021 in einer limitierten und abermals restaurierten Version in Spanien, in Australien (Australian Centre for the Moving Image, restaurierte Version, Sidney Film Festival), Februar 2021 in limitierter und restaurierter Version in Spanien, im Vereinigten Königreich (ICA, London, 4K restauriert), im März 2021 in Portugal (Rip 1, restaurierte Version), in Singapur (restaurierte Version beim Asian Film Archive), im April 2021 in Hongkong (restaurierte Version beim Hongkong International Film Festival), im Juli in Ägypten (DVD-Premiere), 23. Juli 2021 in den USA in limitierter Version im IFC Center, November 2021 in Polen (Five Flavours Asian Film Festival), Oktober 2022 in Südkorea (Busan International Film Festival). Veröffentlicht wurde der Film zudem in Finnland, Indonesien, Russland, Südafrika, in der Ukraine und in Vietnam.