Das Europadorf Auleben ist ein Ortsteil der Landgemeinde Stadt Heringen/Helme im thüringischen Landkreis Nordhausen.
Lage Auleben befindet sich südöstlich der Stadt Nordhausen, am Südrand der Goldenen Aue, am Fuß der Nordabdachung der Windleite, westlich der Talsperre Kelbra. Wie die gesamte Goldene Aue liegt auch Auleben im Einzugsgebiet der Helme.
Südlich und südwestlich des Dorfes erhebt sich die Windleite. Im Norden erstreckt sich die große Tiefebene der Goldenen Aue, nördlich davon kann man in der Ferne die Höhen des Harzes und Alten Stolberg erkennen. Im Südosten erhebt sich die Badraer Schweiz, welche den Übergang zwischen dem Kyffhäusergebirge und der Windleite darstellt.
Umliegende Ortschaften Im Norden von Auleben in der Niederung der Goldenen Aue direkt an der Helme befindet sich das Gehöft Aumühle, dahinter befindet sich das Dorf Görsbach im Nordosten jenseits des Stausees Kelbra befindet sich der Ort Berga (Kyffhäuser), im Osten befindet sich das ehemalige Vorwerk der Numburg, dahinter weiter östlich der Bootshafen, Campingplats und Strandbad des Stausees Kelbra, dann die Stadt Kelbra, (Kyffhäuser). Im Südosten befindet sich das Dorf Badra, im Süden erhebt sich die Windleite, dort befindet sich das ehemalige Verwerk Buchholz, weiter südlich dann das zu Badra gehörende Gut Schersen, im Südwesten jenseits der Windleite befindet sich die Stadt Sondershausen, im Westen ganz in der Nähe liegt das Dorf Hamma und im Nordwesten Heringen (Helme), beide wie Auleben zwischen Windleite und Goldener Aue gelegen.
Wüstungen Westlich von Auleben, auf halbem Wege nach Hamma, befand sich das abgegangene Dorf Ritterode. Südwestlich von Hamma in der Nähe der Kaffeemühle im Hammatal lag einst der Ort Rödchen. Den Hammaer Bach abwärts nordöstlich von Hamma, nordwestlich von Auleben befand sich der Ort Horne. Nördlich von Auleben kurz vor der Aumühle südlich der Helme gab es den Ort Langenrieth.
Verkehr Asphaltierte Straßen gibt es nur in 2 Richtungen: nach Norden über Aumühle nach Görsbach zur Bundesstraße 80 und zur Autobahn 38 Leipzig–Göttingen. nach Westen, nach Heringen (Helme) mit Abzweigung nach Hamma. Beide Straßen nennen sich L2079.
Es gibt eine befestigte aber nicht asphaltierte, aber ganzjährig befahrbare Straße in östliche, dann südöstliche Richtung nach Badra.
Auch in Richtung Osten nach Kelbra gab es eine Straße, welche im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Feldweg degradiert wurde, welche vor allem aus Naturschutzgründen für den Auto-Durchgangsverkehr im Abschnitt um die Numburg herum gesperrt ist, aber mit dem Fahrrad benutzt werden kann. Bei länger anhaltendem Regenwetter kann dieser Weg in Abschnitten verschlammen, welches ein Vorwärtskommen erschwert.
Auch gibt es Feld- und Waldwege, welche mit dem Fahrrad benutzt werden können Richtung Süden über das Verwerk Buchholz zum Gut Schersen, und Richtung Südwesten über die Windleite und dem Pfaffenteich nach Sondershausen.
Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Görsbach und Heringen (Helme). Auleben hat Busanschluss nach Görsbach, und auch nach Nordhausen über Hamma, Heringen, Uthleben und Sundhausen mit der Linie 20 der Nordhäuser Stadtwerke, welcher auch am Bahnhofsvorplatz in Nordhausen hält.
Naturschutzgebiete Der Ort ist im Norden des Naturpark Kyffhäuser (305 km²), welcher sich wiederum einen Teil des Geoparks Kyffhäuser (833 km²) bildet.
Innerhalb dieser beiden Parks befinden sich folgende Naturschutzgebiete in der Nähe Aulebens.
Ramsar Schutzgebiet Helmestausee Nummer 176 Dazu gehören die nördlich Aulebens befindlichen Fischteiche und östlich davon befindlichen Feuchtgebiete des Hochwasserrückhaltebeckens, welche die westliche Ausdehnung des Stausees Kelbra im Fall eines größeren Hochwassers bilden.
Diese Feuchtgebiete einschließlich der gesamten Wasserfläche des Kelbraer Stausees und der Salzwiesen an der Solequelle der Taternlinde bilden seit 1978 des Ramsar Schutzgebietes Nummer 176, welche also sich über Teile der Gemarkungen Bergas, Kelbras, Badras, Görsbachs und Aulebens erstreckt.
FFH-(Flora-Fauna-Habitat-)2000-Gebiete Im Norden, Osten und Südosten Aulebens befinden sich die folgenden FFH-(Flora-Fauna-Habitat-)2000-Gebiete:
– Im Norden, Nordosten, Osten und Südosten des Ortes erstreckt sich das große FFH-Gebiet Kyffhäuser – Badraer Schweiz – Solwiesen (4632-302) mit 3382 ha,
– das sich weitgehend mit diesem überlappende FFH-Gebiet Kyffhäuser – Badraer Schweiz – Helmestausee (4531-403) mit 3781 ha und sein dazugehöriges FFH-Gebiet Helmestausee Berga-Kelbra (4531-401) mit 784 ha.
Naturschutzgebiete Innerhalb dieser beiden großen sich weitgehend überlappenden FFH-Gebiete sind mehrere ältere Naturschutzgebiete enthalten. In der Nähe (östlich) Aulebens befindet sich darin das alte Naturschutzgebiet Schlossberg-Solwiesen mit der Nummer 165 423 und einer Fläche von 5,415 km², welches die Badraer Schweiz, westliche Teile des Kelbraer Stausees, die Salzwiesen mit seltenen Halophyten unterhalb (nördlich) und die Karsthöhen oberhalb (südlich) der Taternlinde mit den Hühnengräbern einschließt, Weite Teile dieses Gebietes wurden bereits 1828 als Naturschutzgebiet deklariert.
All diese Naturschutzgebiete, FFH -2000-Gebiete und das Ramsar Schutzgebiet überlappen sich, unterliegen aber unterschiedlicher Verwaltung und Bewirtschaftungsnormen und bilden somit das Herzstück der oben genannten Parks.
Zum Naturpark und Geopark Kyffhäuser gehört auch der Süden und Südwesten des Ortes, also der gesamte Höhenzug der Windleite, einschließlich der Ortslage Auleben, auch wenn dort im Moment noch keine weiteren Naturschutzgebiete oder FFH-Gebiete markiert worden sind.
Geschichte mini|Sankt Petrus und Paulus zu Auleben mini|Humboldt-Schloss Auleben Auleben liegt in der Goldenen Aue und gehörte früher zum Kreis Sangerhausen des 1816 gebildeten Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen und zuvor zum schwarzburg-stolbergischen Amt Heringen.
Anfänge Ein steinzeitliches Mauerkammergrab wurde 1889 entdeckt.
Auleben befand sich wie die meisten Ortschaften der Goldenen Aue im mittelalterlichen thüringischen Helmegau. Urkundlich wurde Auleben 802–817 erstmals erwähnt.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer bis 1300. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-58-9, S. 13. Seit 1216 sind Adlige nach dem Ort benannt, die aber bereits ab dem 13. Jahrhundert nicht mehr im Ort nachgewiesen sind. Eine wallartige Erhebung von zwölf Meter Durchmesser weist auf eine ehemalige Burgmotte hin. Neben diesem Gelände steht das schlichte Humboldtsche Schloss, das 1600 auf einem Vorgängerbau errichtet wurde.Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 175.
An den Hängen oberhalb des Dorfes befindet sich ein Feld von bronze- und jungsteinzeitlichen Grabhügeln, die auf eine lange Siedlungsgeschichte hinweisen. Dieses Gräberfeld besitzt eine Sonderstellung wegen seiner Ausdehnung und Belegungsdauer in Thüringen.Michael Köhler: Heidnische Heilgtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 234. Funde belegen bronzezeitlichen Salzhandel mit Handelskontakten bis ins heutige Niedersachsen.
Rittergüter Im Ort, der von fruchtbaren Böden umgeben ist, existierten seit dem Mittelalter fünf Rittergüter.
Ein im Ort als das Humboldt-Schloss bekanntes Landgut war im Besitz der Familie von Dacheröden und wurde durch einen Pächter bewirtschaftet. Wilhelm von Humboldt hatte 1791 Caroline von Dacheröden, Tochter des Erfurter Stadthauptmanns, geehelicht und lebte mit dieser bis März 1793 völlig zurückgezogen in diesem Gutshaus in Auleben in einer Art selbstgewähltem Exil. Für die junge Familie, die in den Städten Berlin und Erfurt aufgewachsen waren, bildete das Landleben einen starken Kontrast und besonders Karoline fügte sich nur schwer in die biedere Gesellschaft der Landadeligen ein.
Eines der bedeutendsten dieser Güter besaß bis 1574 Hans von Stockhausen. Dann übernahmen Vertreter der Familie von Bila dieses Gut und unterteilten es in einen Ober- und einen Unterhof. Am 30. Juni 1813 erfolgte der Verkauf an Johann August Fleck, einen Kaufmann und Tabakfabrikanten in Nordhausen, der das Gut jedoch nur bis zum 24. März 1814 besaß und es an Christoph Gottfried Schneidewind, der schwarzburgischer Kommissionsrat in Heringen war, weiterverkaufte. Als Schneidewind Anfang 1819 oder kurz davor starb, verwaltete seine Erbengemeinschaft das Gut. Die Erben verkauften das Rittergut am 6. Januar 1844 an Friedrich August Karl Stockmann, Justizkommissar, später Rechtsanwalt in Nordhausen. Am 24. April 1846 erfolgte die Ablösung der Lehnspflicht von preußischer Seite, die andere Hälfte des Besitzes war ein Lehen der Grafen zu Stolberg. Stockmanns Nachlass wurde 1878 reguliert und die Familie von Eberstein gelangte in den Besitz des Gutes, die es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts besaß und dann an die Familie von Schlotheim verkaufte, die es ihrem Schlotheim’schen Rittergut zu Auleben hinzufügte.Landesarchiv Sachsen-Anhalt :: Online-Recherche H 16 Gutsarchiv Auleben, 1123-1943 (Bestand)[Benutzungsort: Wernigerode]
Die Familie der Herren von Schlotheim ist urkundlich seit mindestens 1440 auch in Auleben begütert.Christian Schoettgen und Georg Cristoph Kreysig, Diplomataria et Scriptores Historie Germania medii aevi etc., Altenburg MDCCLIII, Urkunde Thüringisches Staatsarchiv Sonderschauen, Schloss Kapialbuch 52, Blatt 215, Urkunde von 1442, Februar 4. 1440 kaufte Hans von Schlotheim etliche Güter zu Auleben sowie 1442 das vakant gewordenen Rittergut des Ewald von Salza und Heinrich von Germar zu Auleben („Ouweleibin“) zusammen mit Rudolf von Husen und Fritsch von Lissen zu Mannlehen von Botho Graf von Stolberg und Wernigerode und Heinrich Graf von Schwarzburg, Herr zu Arnstadt und Sondershausen.Christian Schoettgen und Georg Christoph Kreysig, Diplomataria et Scriptores Historie Germania medii aevi etc., Altenburg MDCCLIII, Urkunde Thüringisches Staatsarchiv Sonderschauen, Schloss Kapialbuch 52, Blatt 215, Urkunde von 1442, Februar 4. Im Zeitpunkt des Aufenthalts von Wilhelm von Humboldt in Auleben gehörte das heutige Schlotheim’sche Herrenhaus bereits der Familie von Schlotheim, diese wohnte aber zu diesem Zeitpunkt auch noch in verschiedenen Linien in Allmenhausen und Uthleben. Dortige Familienmitglieder waren zumeist als Offiziere, Verwaltungsbeamte und Wissenschaftler in Auswärtigen Diensten tätig. 1880 werden die beiden Brüder Thilo und Hugo von Schlotheim sowie ihr Vetter Ludwig (Louis) von Schlotheim als gemeinsame Eigentümer der beiden Schlotheim’schen Rittergüter in Auleben und Uthleben aufgeführt, allesamt gemeinsame Enkel des fürstlich schwarzburgischen Amtshauptmannes Carl Christian von Schlotheim (1739–1804), der ebenfalls zuvor Besitzer der Schlotheim’schen Rittergüter zu Uthleben und Auleben war.Landesarchiv Sachsen-Anhalt, A 35, A XXVI Nr. 19 (Wernigerode): Auleben Lehns. v. Schlotheim Nr. 49.Gutsbesitz in Thüringen (vor 1945), auf gutsanlagen.blogspot.com Die Schlotheim’schen Rittergüter zu Auleben und Uthleben werden 1945 entschädigungslos konfisziert. Das Schlotheim’sche Herrenhaus in Auleben wurde nach der Wiedervereinigung durch die Familie Schlotheim zurückgekauft und befindet sich seit dem wieder in deren Privatbesitz.Familie Schlotheim kehrt nach Auleben zurück, Thüringer Allgemeine vom 4. Juni 2014, abgerufen am 27. April 2021
Weitere zeitgleich bestehende Rittergüter in Auleben neben dem der Herren von Schlotheim, was die Besonderheit des Ortes ausmacht, waren die Abgunst im Besitz der Familie von Rüxleben, sowie die Rittergüter der Familien Biela, von Wintzingerode und Schneidewind.
Als Teil des Rüxleber Gutes der Herren von Rüxleben besteht bis heute ein gut erhaltener Wohnturm als Teil eines hochmittelalterlichen Herrensitzes.Grimm,P.: Tempel, W.; Löffler, J.; Blaschke E.: Die ur- und frühgeschichtlichen Bodendenkmäler des Kreises Nordhausen. Nordhausen 1974.