Hartberg ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) und liegt im Bundesland Steiermark im Südosten von Österreich. Sie ist Verwaltungsmittelpunkt des Bezirks Hartberg-Fürstenfeld und liegt im Gerichtsbezirk Fürstenfeld.
Geografie Hartberg liegt am Ostrand des steirischen Jogllandes am Übergang in das Oststeirische Hügelland. Die Stadt befindet sich im Osten der Steiermark und liegt etwa 40 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz.
Der Osten des Stadtgebiets wird von der Hartberger Safen durchflossen. Ihre Zuflüsse entwässern das Gemeindegebiet. Die höchste Erhebung Hartbergs ist der Ringkogel (789 m) im Nordwesten.
Im Süden liegt das Natura 2000 Europaschutzgebiet Hartberger Gmoos.
Gemeindegliederung
Zum Stadtgebiet gehören der Hauptort (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ): Hartberg () mit den Stadtteilen Eggfeld, Lebing und Steinfeld
und die Ortschaften: Eggendorf () mit Dumpfental, Klaffenau, Kleindörfl und Point Habersdorf () Ring () mit Walleiten Safenau () mit Neusafenau
Im Kataster setzt sich das Stadtgebiet aus den Katastralgemeinden (Fläche Stand ) zusammen: Eggendorf () Grazervorstadt () Habersdorf () Hartberg () Ring () Safenau () Ungarvorstadt ()
Nachbargemeinden
Klima
Geschichte Das Gebiet um Hartberg war schon in urgeschichtlicher Zeit besiedelt, wovon eine jungsteinzeitliche Siedlung auf dem nahe gelegenen Ringkogel zeugt. In der Hallstatt- und Latènezeit bestand auf dem Ringkogel eine befestigte keltische Höhensiedlung. Auch aus römischer Zeit gibt es Besiedlungsspuren wie die Villa Rustica; unter der Stadtpfarrkirche Hartberg und dem Pfarrhof wurden ebenfalls Reste römischer Bauwerke aus dem zweiten Jahrhundert gefunden.
Hartberg wurde 1125 bis 1128 vom Markgrafen Leopold I. von Steyr planmäßig angelegt und ausgebaut. 1286 wird die Siedlung erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Der später zu einem Türkeneinfall umgedichtete Ungarneinfall von 1418 zog auch Hartberg in Mitleidenschaft. Bis 1529 verblieb die Stadt in landesfürstlichem Besitz, ehe sie an den damaligen Landeshauptmann Siegmund von Dietrichstein verkauft wurde.
1469 wurde die Stadt von Aufständischen unter dem kaiserlichen Söldnerführer Andreas Baumkircher erobert, wenige Jahre später von der Soldateska des ungarischen Königs Matthias Corvinus verwüstet. 1532 zogen türkische Truppen zwar an der Stadt vorbei, zerstörten jedoch die Vorstädte. Im Jahr 1605 belagerten die Haiducken erfolglos Hartberg; auch damals wurden die Vorstädte wieder gebrandschatzt.
1715 brannte die Stadt bis auf wenige Häuser ab.
1944, während der Zeit des Nationalsozialismus, bildete sich in Hartberg um den Wehrmachtsdeserteur Gustav Pfeiler eine Widerstandsgruppe, die sich in den Bergen versteckte und von Bauern der Umgebung teilweise freiwillig mit Essen und Übernachtungsmöglichkeiten unterstützt wurde. Im März 1945 wurden die etwa 40 Mitglieder der Gruppe militärisch aktiv. So konnten sie drei Flugzeuge vom Typ Fieseler Fi 156 sprengen und versuchten, den Hartberger Ortsgruppenleiter Erich Heumann festzunehmen. Dabei erschossen sie Mitglieder seiner Familie und verwundeten ihn schwer. In der Folge schlossen sich immer mehr Menschen der Gruppe an, andererseits setzte auch die SS immer mehr Männer zur Verfolgung der Gruppe ein und verhaftete zahlreiche Bauern der Umgebung, die verdächtigt wurden, die Partisanen zu unterstützen. Am 4. Mai 1945 wurden nach einem Standgerichtsprozess im Stadtpark neun Freiheitskämpfer erschossen, vier weitere wurden am Hauptplatz gehenkt. Als sich am 7. Mai 1945 die Rote Armee näherte, nahmen SS-Einheiten weitere Sympathisanten der Partisanen auf ihrem Rückzug mit und erschossen sie unterwegs. Diese Hinrichtungen bzw. Morde forderten insgesamt 27 Menschenleben.
Am Reckturm im Stadtpark wurde 1946 eine Gedenktafel für diese Gruppe angebracht. Ein Gedenkstein auf dem Friedhof trägt die unspezifische Inschrift „Zum Gedenken an die Opfer der letzten Kriegstage 1945.“ Auch die Gräber der Widerstandskämpfer wurden denen der Wehrmachtssoldaten angepasst.
Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung hat von 1869 bis 2001 kontinuierlich zugenommen, mit besonders starkem Wachstum zwischen 1869 und 1880 (+13,1 %), 1880 bis 1890 (+12,1 %), 1900 bis 1910 (abermals +12,1 %, während es im Jahrzehnt davor nur 2,0 % waren) und von 1939 bis 1953 (+21,2 %). Lediglich von 1923 bis 1934 war ein Rückgang um 1,6 % zu verzeichnen. Seit 2001 bis 2011 bleibt die Einwohnerzahl nahezu konstant, die negative Geburtenbilanz wird durch eine positive Wanderungsbilanz ausgeglichen.
2026 lebten 6687 Menschen in Hartberg.
Eingemeindungen 1969 Am 1. Jänner 1969 wurden die ehemaligen selbständigen Gemeinden Eggendorf-Point, Habersdorf, Ring und Safenau nach Hartberg eingemeindet.
Religionen Die Einwohner Hartbergs sind überwiegend römisch-katholisch (88,2 %). Zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche mit 2,9 %, dicht gefolgt vom Islam mit 2,6 %. Andere Religionen erreichen weniger als 1 %. 4,1 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Neben einer römisch-katholischen ist Hartberg seit 1948 auch Sitz einer evangelischen Pfarrgemeinde.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Stadtpfarrkirche St. Martin mini|Schloss Hartberg mini|hochkant=0.7|Ringwarte am Ringkogel
Theater Zwei Theatergruppen findet man in Hartberg. Dies sind die Liebhaberbühne Hartberg, die volkstümliche Werke, hauptsächlich Komödien interpretiert und die triBühne Hartberg, die seit 1988 Stücke u. a. von Shakespeare, Felix Mitterer, Friedrich Dürrenmatt oder Johann Nestroy spielte.tribuehne-hartberg.at abgerufen am 29. Jänner 2023.
Beiden Gruppen dient die Hartberghalle als primärer Veranstaltungsort.
Museen Stadtmuseum
Bauwerke
Der spätromanische Hartberger Karner mit Fresken stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Martin wird 1157 erstmals erwähnt und von 1745 bis 1760 barock erweitert. Das Hochaltarblatt stammt von Johann Cyriak Hackhofer. Die evangelische Jesus-Christus-Kirche wurde 1961–1964 durch Waltraud Kolb errichtet. Schloss Hartberg ist eine mittelalterliche Burg aus dem 12. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde sie im Stil der Renaissance umgestaltet, im 17. Jahrhundert wurde der Arkadentrakt gebaut. Der Schlosskomplex wird heute vom Kosmetikhersteller und Multilevel-Marketing-Unternehmen Ringana genutzt, welcher hier seinen Verwaltungssitz eingerichtet hat. Ausgenommen davon sind ein Gastronomiebetrieb im ehemaligen Pferdestall und der Rittersaal, welcher nach wie vor für öffentliche Veranstaltungen verwendet wird.
mini|227x227px|Historischer Teil der Stadtmauer mit Befestigungen
Reste der Stadtmauer stammen aus dem 12. bis 13. Jahrhundert. Sie verläuft vom Reckturm, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, über den terrassenförmig angelegten Stadtpark zum Schloss Hartberg nach Norden, dem Ring entlang weiter nach Osten bis zur Franz-Schmidt-Gasse. Im Osten ist der Schölbingerturm mit einem kurzer Rest der Stadtmauer erhalten. Unterhalb von Stadtpfarrkirche und Karner war die Steilstufe Teil der Kirchenfestung im engeren Gürtel der ursprünglichen Stadtmauer enthalten. Im 19. Jahrhundert wurden die zwei Stadttore abgetragen.Woisetschläger, Krenn: Dehio Steiermark (ohne Graz). S. 161. Kapuzinerkirche und Kloster: Die Errichtung des Klosters dauerte von 1654 bis 1658 und wurde mit der Kirchweihe abgeschlossen. Nach der Enteignung der Mönche zur Zeit des Nationalsozialismus adaptierte man das Gebäude zum Altenpflegeheim, das es bis 1955 blieb. 2014 verließen die Kapuziner Hartberg. Seither ist das Kloster Hartberg ein Gebetshaus im Sinne eines Oratoriums nach Philipp Neri.gebetshaus-hartberg.at Die Ringwarte wurde im Jahre 1906 erbaut und ist der Aussichtsturm auf dem Ringkogel. Die römisch-katholische Wallfahrtskirche Maria Lebing ist der Vollendung Mariens (Himmelfahrt) geweiht.
Wirtschaft und Infrastruktur Die ansässigen Unternehmen sind gut zur Hälfte (51 %) im Dienstleistungssektor (besonders persönliche, soziale und öffentliche Dienste) tätig; über ein Drittel der Betriebe (37,3 %) sind Handelsunternehmen. Daneben gibt es technische Dienstleistungsunternehmen, Bauunternehmen sowie Produktionsbetriebe aus den Bereichen der Metallverarbeitung, Textilien und Teppichböden, Kunststoffe (Erzeugung von Brillenfassungen) sowie Nahrungs- und Genussmittel. Eine steigende Rolle spielt im Sommer auch der Fremdenverkehr.
Verkehr Hartberg liegt an der Süd Autobahn A 2 und damit an der Hauptverkehrsader von Wien nach Graz. Die Stadt wird auch von der Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Gleisdorf durchquert, die aber seit Fertigstellung der Süd Autobahn ihre überregionale Bedeutung verloren hat. Außerdem ist die Stadt Ausgangspunkt der Burgenland Straße B 50, die über Oberwart an die ungarische Grenze Richtung Szombathely führt.
Durch die Thermenbahn ist Hartberg auch auf der Schiene sowohl mit Wien, Graz (über Fehring), als auch mit Fürstenfeld mit zweistündlich verkehrenden Regionalzügen verbunden; der Strecke kommt im Vergleich zur Südbahn aber nur untergeordnete Bedeutung zu. Der Bahnhof Hartberg ist nach den Bahnhöfen Fürstenfeld und Friedberg der drittgrößte Bahnhof im Bezirk.
Der Flughafen Graz ist rund 75 km, der Flughafen Wien rund 140 km entfernt.
Medien Die bezirksweit publizierte Woche – HBZ, Die Hartberger Bezirkszeitung, sowie die Kleine Zeitung sind mit einem Regionalbüro in Hartberg vertreten. Von 2007 bis Dezember 2010 war Radio Hartberg, ein regionales Webradio online.
Sport mini|Das Stadion Hartberg ist Heimstätte der Fußballsektion und der Leichtathletiksektion des TSV Hartberg Der ansässige Turn- und Sportverein (TSV) besteht aus den Sektionen Damenturnen, Herrenturnen, Judo, Karate, Leichtathletik, Moderne Sportgymnastik, Schach, Skifahren sowie den Mitgliedsvereinen Jugendsport, Tennis, HCH (Eishockey) welcher mittlerweile mit einer Weizer Mannschaft zur „Spielgemeinschaft Hartberg-Weiz fusionierte“, Ballonsport, Fußball und Volleyball.
Der Verein TSV Hartberg (Sektion Fußball) spielt seit der Saison 2018/19 in der Bundesliga, der höchsten österreichischen Spielstufe.
Der TSV Hartberg (Sektion Volleyball) spielt aktuell mit der Damenmannschaft in der Österreichischen Volleyball-Bundesliga, mit dem Herrenteam aktuell in der zweithöchsten Spielklasse. Das Herrenteam ist vierfacher Europacupteilnehmer und wurde 2007 und 2013 österreichischer Volleyball-Cupsieger, das Damenteam hat bereits dreimal am Europapokal teilgenommen.
Der ansässige Eishockeyverein (HC Hartberg, ebenfalls Mitglied im TSV) war der Meister der Saison 2007/08 in der steirischen Landesliga.
Neben dem TSV gibt es in Hartberg noch zahlreiche andere Vereine. Unter anderem den Eisstockschützenverein ESV Flugrad Hartberg und den Eishockeyverein Naughty Dogs.
Auch der Bogenschützenclub Hartberg (BSC Edelweiss Hartberg) mischt in Österreich und der Welt ganz vorne mit. Seit mehr als Jahren besteht dieser Verein in Hartberg und hat in dieser Zeit schon unzählige Titel gewonnen. Insgesamt wurden seit 1986 455 Medaillen errungen. Davon waren 211 Gold-, 139 Silber- und 105 Bronzemedaillen. Jedes Jahr wird ein internationales Turnier oder eine Österreichische Staatsmeisterschaft in Hartberg veranstaltet. Trainingsmöglichkeiten bestehen im Sommer in Habersdorf und im Winter in der Trainingshalle des HSVU Edelweiss Hartberg.
Öffentliche Einrichtungen Als Bezirkshauptstadt ist Hartberg regionales Zentrum und damit Sitz von Ämtern, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen. Stadtgemeindeamt Bezirkshauptmannschaft Finanzamt Vermessungsamt Polizeiinspektion Bezirksstellen der Kammern für Land- und Forstwirtschaft, Arbeiter und Angestellte sowie der Wirtschaftskammer Arbeitsmarktservice Landeskrankenhaus
Bildung