Die Salva Guardia (von italienisch salvaguardia für Schutz, Bewahrung und guardia für Wache, Wächter) war ein Schutz- und Geleitbrief, der ursprünglich vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verliehen wurde.
Die einfachsten Formen der Salva Guardia waren ein Geleitbrief, der es Kaufleuten und Botschaftern ermöglichen sollte, gefahrlos über Grenz- oder auch Frontlinien zu gelangen, und ein SchutzbriefGerhard Fritz: Stadt und Kloster Murrhardt im Spätmittelalter und in der Reformationszeit. J. Thorbecke, 1990, S. 117 (Google Books, Snippet-Ansicht)., der den Angriff auf Gebäude und Siedlungen untersagte. Eine Zuwiderhandlung wurde mit Strafe und kaiserlicher Ungnade bedroht. Seit dem Dreißigjährigen KriegAlex Buchner, Volker Büchner: Bayern im Dreissigjährigen Krieg: die Schweden zwischen Lech und Isar. Verlagsanstalt Bayerland, 2002, S. 179 (Google Books, Snippet-Ansicht). bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch von einem Kommandeur genehmigte Passierscheine und abgestellte SchutzwachenIngomar Bog: Die Bäuerliche Wirtschaft im Zeitalter des Dreissigjährigen Krieges. Veste Verlag, 1952, S. 162 (Google Books, Snippet-Ansicht). als Salvaguardia oder französisch Sauvegarde bezeichnet.
miniatur|Salvaguardia-Schild der Kaiserlichen Reichspost um 1770 Mit dem Schwarzer Adler-Privilegium oder Salva Guardia-Privilegium wurden Personen, Familien und Körperschaften erblich bzw. dauerhaft unter den Schutz des Kaisers und des Reiches gestellt. Der Begriff Schwarzer Adler-Privilegium beschreibt bildlich das Recht, den kaiserlichen Adler oder ein entsprechendes Wappen auf dem eigenen Land und Besitz anzuschlagen, um nach außen die Protektion und die Vorrechte anzuzeigen. Diese bestanden aus einer Einquartierungsfreiheit, Schutz vor Einkerkerung und besonderen Rechten bei Zöllen, Steuern und der Gerichtsbarkeit.
Neben der Salva Guardia wurden bei Nobilitierungen weitere ähnliche Privilegien verliehen:Heike Spiegel: Nobilitation, Freiheit vor fremden Gerichten, Schutz und Schirm, Salva Guardia Schutz und Schirm Freiheit vor fremden GerichtenJohann Adolf, J. Tomaschek: Die höchste Gerichtsbarkeit des deutschen Königs und Reiches im XV. Jahrhundert. K.K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 89 ff. (Universität Kiel digital).
Bekannteste Beispiele für diese Privilegien waren der Kaisersteinbruch mit einzelnen Meistern, für Körperschaften die Kaiserliche Reichspost und als Familie das Geschlecht Thurn und Taxis.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ausdruck salva guardia auch für Passierscheine, welche Kaufleute durch die Frontlinien geleiten sollten, verwendet.Salva Guardia. In: Adelsrechtliche Begriffe – Definitionen und Beschreibungen. Lexikon des Deutschen Adelsrechtsausschusses. Auf Adelsrecht.de, abgerufen am 17. Juni 2023.
Literatur Johanne Pradel: Die Wiener Ratsbürger im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts, Diss. Univ. Wien, Wien 1972, Band 1, S. 22–25.
Weblinks
Salva Guardia auf www.Adelsrecht.de
Einzelnachweise
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