mini|hochkant=1.4|Ring mit beidseitiger Runenbeschriftung: “BotolfR giærði” von Vij gård, Övergran, Uppland mini|hochkant=1.4|Kopie des Webschwerts von Lödose Die schwedischen Kleinfunde mit Runenbeschriftung stammen meist aus dem 19. Jahrhundert und dem küstennahen Südschweden. Neufunde erfolgten bis in die 1990er Jahre (Gürtelbeschlag von Hedenstorp, Norra Gärdet). Probleme ergeben sich durch eine ungenügende Forschungssituation und aus dem im Vergleich zu Norwegen schlechten Forschungsstand im Hinblick auf die frühen Machtstrukturen. Der schwedischen Forschung fehlen umfassendere Studien, die größere Landesteile erfassen. Aussagekräftige Untersuchungen liegen nur von Fundplätzen vor (beispielsweise Adelsö, SigtunaIn Sigtuna wurden in den letzten dreißig Jahren mehr als 100 Objekte mit Runeninschriften gefunden. Die meisten kamen bei archäologischen Untersuchungen zum Vorschein, Uppsala, Uppåkra).
Acht der elf älteren Kleinfunde stammen aus Gräbern. Zudem liegt je ein Moorfund (Amulett von Lindholmen), ein Lesefund (Älgsjö)Der untere Teil einer Speerspitze aus Schiefer weist auf einer Seite eine Runeninschrift auf, die aus vier vollständigen und dem Fragment einer fünften Rune besteht. Auf der anderen Seite sind eine Tierfigur sowie ein geometrisches Ornament eingeritzt. Aufgrund der Ritzungen wurde die Speerspitze auf das 6. Jahrhundert datiert, doch wurde auch die Echtheit der Gravuren infrage gestellt. sowie ein Siedlungsfund (Norra Gärdet) vor. Von den Funden aus Grabkontexten stammen fünf aus Brandgräbern und nur einer aus einem Körpergrab. Diese Relation dürfte repräsentativ für die nordische Eisenzeit sein. Bei Mos und Rickeby handelt es sich um Männergräber (Beigabe von Waffen). Älvesta, Etelhem und Gårdlösa sind Frauengräber (Beigabe von Fibeln).
Von den zeitlich bestimmbaren Gegenständen sind sieben der nordischen Eisenzeit und je eines der Vendel- und der Wikingerzeit (Kvinnebyamulett) zuzuweisen. Das Webschwert von Lödöse in Västergötland ist mittelalterlich.
Für die Gräberfunde ist ein erhebliches Gefälle zwischen reichen (beispielsweise Älvesta, Rickeby) und ärmlichen Bestattungen (Dragby) nachzuweisen. Wahrscheinlich entstammen allein das Webgewicht von Norra Gärdet und die Fibel von Etelhem einem Umfeld der Gesellschaftsspitze. Die Grabfunde von Gårdlösa, Mos und Rickeby sind einem gestuften Ober- oder Mittelschichtmilieu zuzuweisen. Die Männergräber von Mos und Rickeby können für Gefolgschaftsmitglieder mittleren Rangs eingestuft werden. Im Falle von Rickeby und den Gräbern von Vendel und Valsgärde entzieht sich dagegen die Zugehörigkeit zur Herrenschicht dem archäologischen Nachweis.
Es gibt auch norwegische Kleinfunde mit Runenbeschriftung (Eikeland-Schnalle).
Siehe auch Runenstein G 216
Einzelnachweise
Weblinks Runenprojekt der Uni-Kiel Sigtunas bewegliches Eigentum
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