Das große Manöver (Originaltitel: Les grandes manœuvres) ist ein französisch-italienischer Spielfilm aus dem Jahre 1955. Unter der Regie von René Clair spielen Gérard Philipe, Michèle Morgan und Brigitte Bardot die Hauptrollen.
Handlung Die Geschichte spielt in einer nicht näher benannten Garnisonsstadt, irgendwo in der französischen Provinz kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge und adrette Leutnant Armand de la Verne vom 33. Dragonerregiment, ein Charmeur und Herzensbrecher. Eines Tages lässt er sich auf eine fragwürdige Wette ein, zu der ihn seine Kameraden, ein wenig eifersüchtig auf seinen Erfolg bei der Damenwelt, in einer Art Sektlaune angestachelt haben. Man wettet, dass Armand es nicht schaffe, kurz vor den bevorstehenden Manövern eine noch durch ein Los zu bestimmende Dame der Stadt zu erobern. Das Los trifft ausgerechnet die etwas spröde und leicht unterkühlt wirkende Marie Louise, die sich seit ihrer Scheidung betont distanziert gibt. Se ist nach ihrer Trennung aus Paris hierher gekommen und noch fremd in diesem Ort, wo sie vor kurzem als Modistin einen Modesalon eröffnet hat. Ein Verehrer, Victor Duverger, der zu den Honoratioren der Stadt zählt, hat ein Auge auf sie geworfen. Ehe er sie um ihre Hand bitten möchte, will er Marie-Louise peu à peu in die Gesellschaft einführen und seiner Familie vorstellen.
Armand spielt Marie-Louise gegenüber all seine Verführungskünste aus, um sie zu erobern. Für ihn ist, anders als für Marie-Louise, dies alles nur ein Spiel. Marie-Louise, die von Armands Ruf gehört hat, ist daher anfänglich sehr vorsichtig und zurückhaltend, was Armand noch mehr anspornt. Als sie irrtümlicherweise glaubt, dass er bei einem Duell getötet wurde, ist es jedoch um sie geschehen. Alle Vernunft ist dahin, der Widerstand erlahmt und ihr Herz für Armand entflammt. Doch auch Armand spürt, dass diesmal alles ganz anders ist. Aus seinem leichtfertigen Spiel wurde auch für ihn Ernst. Der Dragonerleutnant, der bislang noch keiner Frau treu geblieben ist, droht erstmals sein Herz zu verlieren. Doch der eifersüchtige Konkurrent Duverger informiert Marie-Louise, dass die Bemühungen Armands lediglich Teil einer Wette ist, die sogar schriftlich festgehalten wurde. Marie-Louise fühlt sich zutiefst verletzt.
Bevor am folgenden Tag zu den angekündigten großen Manövern ins freie Feld ausgerückt werden soll, haben sich die Offiziere erneut im Kasino eingefunden. Bei einem Festmahl soll jetzt auch das Ergebnis der Wette verkündet werden. Leutnant de la Verne möchte seinen Kameraden einräumen, dass er das erste Mal sein gestecktes Ziel nicht erreicht habe. Für ihn ist aus dem Spiel selbst längst Ernst geworden, auch er will wie Duverger Marie-Louise heiraten. In diesem Augenblick wird Armand vor die Tür gerufen. Eine Kutsche ist vor dem Kasino vorgefahren. Marie-Louise ist gekommen, um sich von Armand zu verabschieden, da sie ganz offensichtlich den ernsteren Absichten Duvergers glaubt und Armand für einen Menschen hält, der mit Gefühlen anderer spielt. Wie vom Donner gerührt, bleibt Armand zurück, als die Karosse mit seiner verlorenen Liebe davonfährt. Seine Kameraden kommen dazu und schleppen in feucht-fröhlicher Stimmung den verstörten, erstmals in seinem Leben von einer Frau verlassenen Armand mit sich. Als Armand und seine Kameraden am nächsten Tag ins Manöver ziehen, reitet der Offizier an Marie-Louises Haus vorbei. Ihr Fenster bleibt verschlossen, eine etwaige Bitte um Vergebung unerfüllt.
Produktionsnotizen Das große Manöver wurde vom 28. April bis zum 8. Juli 1955Jean-Claude Sabria: Cinéma français. Les années 50. Paris 1987, Nr. 420 gedreht. Die französische Erstaufführung erfolgte am 26. Oktober 1955 in Paris. Einen Tag zuvor soll der Film bereits in den USA angelaufen sein, seine Uraufführung in der UdSSR soll im selben Monat gewesen sein. 1956 kam der Film auch in die deutschen Kinos (West wie Ost).
Die Bauten entwarf Léon Barsacq, die Kostüme stammen aus der Hand von Rosine Delamare. Michel Boisrond assistierte Regisseur Clair.
Kritiken
Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „René Clairs erster Farbfilm läßt die beiden Hauptdarsteller in dieser eigentlich banalen Geschichte brillieren; die außerordentlich liebevolle Inszenierung vermittelt das Können des Regisseurs, höchst intelligent und ironisch zu unterhalten.“
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Filmtitel 1955 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Liebesfilm