Ménesplet () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Double Landais. Die Bewohner werden Ménesplesiens und Ménesplesiennes genannt.

Geografie

Ménesplet liegt etwa 72 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 51 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 35 Kilometer nordwestlich von Bergerac am westlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich am Übergang der Landschaft des Landais zum Double im touristisch benannten Landesteil des Périgord blanc. Ihr Gebiet gehört zum Einzugsgebiet der Dordogne und erstreckt sich am linken Ufer der Isle. Es wird außerdem von den zeitweise trockenfallenden Flüsschen Galant, Petit Rieu, und Ruisseau du Cailloux et de Lavergne sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Ménesplet liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist im südlichen Gemeindegebiet eine bewaldete, relativ flache Landschaft auf mit Erhebungen meist unter Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich im Südosten nördlich des Gewässers Font de Bourdat. Der niedrigste Punkt ist mit im Nordwesten beim Austritt der Isle aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum von Ménesplet liegt im Tal der Isle auf etwa Höhe.

Rund 58 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, in erster Linie heterogen, genutzt, rund 28 % sind bewaldet, rund 10 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 5 % auf Binnengewässer (Stand: 2018).

Ménesplet wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Ménesplet werden als warm und gemäßigt eingestuft. Ménesplet ist eine Gemeinde mit einer beträchtlichen Niederschlagsmenge. Selbst im trockensten Monat Juli fällt viel Regen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Ménesplet beträgt 13,7 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 786 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Ménesplet Natürliche Risiken manifestieren sich in Ménesplet neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Murgang und Hangrutschungen, besonders entlang der Isle und an den Mündungen ihrer Nebenflüsse Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1993, 1999 und 2005 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Da das Gemeindegebiet besonders im südlichen Teil zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Ménesplet einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 90 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, im südlichen Teil von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2009, 2011, 2017 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. In Ménesplet handelt es sich hierbei um zwei frühere Betriebe südlich des Zentrums an der Departementsstraße D 6089.

Ein weiteres technologisches Risiko besteht durch den Verlauf zweier Erdgasleitungen, die das Gemeindegebiet unterqueren. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Etymologie und Geschichte Der Name von Ménesplet erschien zu Beginn des 12. Jahrhunderts in der Schreibweise Menespleth (1122), bevor er sein finales -h im 13. Jahrhundert verlor. Das Wort steht für das okzitanische menesple, im Périgord belegt für die Bezeichnung der Mispel, begleitet vom Kollektivsuffix -et. Ménesplet bedeutet demnach im Ursprung eine Gruppe von Mispelbäumen. Der Name néfle der Mispel kennt viele Varianten im okzitanischen Sprachraum (mespla, mispola nespola, nesple usw.). Er kommt aus dem lateinischen mespila, das selbst aus dem Altgriechischen übernommen wurde.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 218–219

Funde aus der Altsteinzeit am Lieu-dit Claud du Moulin, die Hinweise auf etwa 17.000 Jahre alte Werkstätten zur Bearbeitung von Feuersteinen liefern, und Spuren einer gallorömischen Villa in Les Fontenelles zeugen von der langen Siedlungsgeschichte dieser Gegend. Die frühesten urkundlichen Erwähnungen von Ménesplet datieren jedoch aus dem 12. Jahrhundert: 1122 wird die Kirche in Sanctus Johannes de Menespleth erstmals als dem Kollegiatstift von Saint-Astier untergeordnet erwähnt.

1244 wurde dann in Le Buret eine Kommende des Templerordens gegründet, deren Name im 14. Jahrhundert als Hospitalis de Buzes belegt ist (1350). Er stammt wahrscheinlich von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Busitto.

Die Kommende umfasste ein Hospital für Pilger und landwirtschaftliche Gebäude. Nach der Auflösung des Ordens im Jahr 1314 übernahm der Johanniterorden die Kommende.

Die Mühlen am Fluss Isle, einige flussaufwärts, andere flussabwärts der Kirche, sind bereits 1460 als Eigentum des Grafen von Périgord belegt. Ende des 18. Jahrhunderts besaßen die flussaufwärts gelegenen Mühlen zehn rotierende Mühlsteine: sieben für Getreide, einen für Öl und zwei zum Walken von Stoffen. Dies verdeutlicht die Bedeutung der Landwirtschaft in der Gemeinde.

Es heißt, nach der Schlacht von Coutras (1587) während der Hugenottenkriege seien die Mühlen von Ménesplet geplündert und niedergebrannt worden. Sie wurden zwar umgehend wieder aufgebaut, brannten aber 1910 erneut ab und wurden später durch ein kleines Wasserkraftwerk ersetzt.

Ab 1851 erfolgte die Überquerung des Flusses Isle in Richtung des westlichen Teils der Gemeinde Ménestérol-Montignac per Fähre. Diese wurde durch eine Brücke ersetzt, die Ende 1895 eingeweiht wurde. Das für Renovierungsarbeiten im Jahr 2023 gesperrte Bauwerk wurde nach seiner Instandsetzung am 25. April 2025 eingeweiht.

Ménesplet lag während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg in der Besetzten Zone, aber direkt an der Grenze zur Freien Zone, was zu heimlichen Grenzübertritten in die Freie Zone führte. Außerdem bildeten sich im Doppelwald Widerstandsgruppen (Maquis), die häufig nach Ménesplet kamen, um sich mit Vorräten zu versorgen. Schließlich gelang es Familien im Dorf, jüdische Kinder aufzunehmen und zu retten.

Bevölkerungsentwicklung

mini|Kirche Saint-Jean-Baptiste Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Jean-Baptiste, oder Kirche Saint-Jean, mit Ursprüngen aus dem 12. Jahrhundert und vollständigem Neubau im 19. Jahrhundert. Sie birgt zwei Ausstattungsgegenstände, die in der Base Palissy als Monument historique der beweglichen Objekte gelistet sind. Es handelt sich um ein Altarretabel aus dem 18. Jahrhundert und um eine Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Jean Claude Bastid“ mit 140 Schülerinnen und Schülern in sieben Klassen (2025).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 849 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Ménesplet erwerbstätig, entsprechend 76,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,4 %) höher war als bei den Frauen (74,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 98 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (120). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,8 % (2017) auf 11,5 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank dabei in diesem Zeitraum von 43,2 % auf 27,7 %.

Branchen und Betriebe 140 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Ménesplet wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien1712,1 %Baugewerbe2618,6 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie3323,6 %Information und Kommunikation10,7 %Finanzen und Versicherungen32,1 %Immobilien64,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten3222,9 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln96,4 %Andere Dienstleistungen139,3 %Gesamt140

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 46 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 13 im Jahr 2010 und auf 10 im Jahr 2020, ein Rückgang von 78,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 874 Hektar im Jahre 1988 auf 468 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 19 Hektar auf 46,8 Hektar.

Radwanderroute Die V751 ist eine beschilderte Fahrradroute (Véloroute), die auch als Véloroute de la Vallée de l'Isle Aval bekannt ist. Sie führt auf einer Länge von etwa 39 Kilometern von Mussidan nach Le Pizou an der Isle entlang.

Verkehr