mini|Gemeindeverwaltung Schwülper ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Papenteich im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Die Gemeinde grenzt im Südwesten direkt an Braunschweig.
Geografie Geografische Lage Durch die Gemeinde verläuft die A 2, zu der die Gemeinde einen Anschluss hat, und die Bundesstraße 214, die hier den Titel „Deutsche Fachwerkstraße“ führt. Durch die Gemeinde fließen die Oker, die Schunter und der Bickgraben. Die letzteren beiden münden hier in die Oker.
Der höchste Punkt mit liegt im Klosterholz östlich der Ortschaft Lagesbüttel.
Bevölkerung Am 31. Dezember 2021 wohnten in der Gemeinde Schwülper 7338 MenschenPapenteicher Nachrichten, Ausgabe 572, Gifhorn Februar 2022, S. 6, davon fast die Hälfte im Ortsteil Groß Schwülper. Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für alle Ortsteile getrennt belegt.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Schwülper besteht aus den Ortsteilen Groß Schwülper, Hülperode, Klein Schwülper, Lagesbüttel, Rothemühle und Walle.
Geschichte um 1000: Erste Erwähnung von Groß Schwülper als „Suilbore“ 1618: Das Hospital „St. Gerbharde“ wird in Groß Schwülper gebaut 1847: Gründung der Ziegelei Groß Schwülper 1906: Kalibohrungen durch die Gesellschaft „Glückauf“ zwischen Gr. Schwülper und Lagesbüttel 1912: Einrichtung einer zweiklassigen Volksschule 1951: Verkauf der Ziegelei und Umwandlung in eine Gaststätte 1972: Abriss des Schlosses Groß Schwülper 2021: Die Gemeindeverwaltung zieht in einen Neubau um.
Ur- und Frühgeschichte Zeichen menschlicher Besiedlung in der Gemarkung von Schwülper reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. So wurden während der Okerregulierung 1878 mehrere Funde aus dieser Zeit sowie aus der Eisen- und Bronzezeit gefunden. Dazu gehörten Mammutknochen, ein Einbaum sowie Bronze- und Eisenwerkzeuge. Die Ufer der Oker gehören vermutlich zu den ältesten Siedlungsplätzen im Papenteich.
Freiherren von Marenholtz Groß Schwülper gehörte seit dem Mittelalter zum Besitz derer von Marenholtz. Asche von Marenholtz erwarb 1604 das Gut Schwülper von Eberhardt von Marenholz. († 1. November 1633), der sich in Ostfriesland niedergelassen hatte, und begründete die jüngere Linie des Hauses Schwülper:
Curd Asche von Marenholtz (* um 1550, † 26. November 1607), verheiratet mit Anna v. Steinberg a. d. H. Bodenburg Margarethe von Marenholtz, heiratete am 10. Mai 1921 Oskar von Hindenburg, den Sohn des Generalfeldmarschalls und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.
Eingemeindungen Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Schwülper durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Groß Schwülper, Klein Schwülper, Lagesbüttel und Walle neu gebildet.
Politik
Rat Der Rat der Gemeinde Schwülper setzt sich aus 21 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
WahljahrSPDCDUGrüneGesamt2016117321 Sitze
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten „Bürgerhaus“ Groß Schwülper (Zweiständerhaus aus dem Jahr 1725) Standbild „Spargelfrauen“ auf dem Schlossplatz Ehemaliges Hospital mit Stiftskapelle in Groß Schwülper. 1618 von Gebhard von Mahrenholtz erbaut, seit 1969 in Besitz der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Schwülper. Von 1946 an wurde die Kapelle von Baptisten sowie Katholiken der Pfarrvikarie Meine gemeinsam genutzt., abgerufen am 13. September 2017. St.-Nikolaus-Kirche in Groß Schwülper „Rote Mühle“, Wassermühle in Rothemühle St.-Christinen-Kirche in Walle Zusammenfluss von Schunter und Oker
Bildung 1912 wurde eine zweiklassige Volksschule eingerichtet. Das dafür gebaute Gebäude diente bis 2021 als Gemeindebüro. Daneben gab es noch die „Höhere Privatschule Gr. Schwülper“, die in den Räumen des Hospitals St. Gebharde untergebracht war. Heute besuchen die Jugendlichen in der Gemeinde Schwülper in der Regel entweder die OBS Papenteich in Groß Schwülper, das Lessinggymnasium in Braunschweig-Wenden, das Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Meine oder eine berufsbildende Schule in Gifhorn. Außerdem gibt es noch eine Grundschule.
Vereinswesen Schützenverein SV Groß Schwülper Tennis-Club Schwülper ASV Groß Schwülper Chorgemeinschaft 1864 Groß Schwülper Medienwerkstatt Schwülper TSV Rothemühle Dorf & Leben Schwülper/Menschen, Märkte, Miteinander e. V. FC Schwülper MTV Walle SG Lagesbüttel
Regelmäßige Veranstaltungen Ostermarkt in Groß Schwülper zwei Wochen vor Ostersonntag Herbstmarkt in Groß Schwülper am zweiten Sonntag im September Adventsmarkt in Groß Schwülper am ersten Advent Tag des offenen Denkmals in der Stiftsanlage Braunschweiger Str. 10 Märchenwald der Chorgemeinschaft (alle zwei Jahre) Adventskonzert Kulturnacht (alle zwei Jahre) Hofbrauhaus Wolters Cup (Fußballturnier des FC Schwülper – jährlich im Sommer – 2019 in der 32. Auflage) Papenteich-Cup (Fußballhallenturnier des FC Schwülper am ersten oder zweiten Samstag im Jahr – 2019 in 6. Auflage)
Persönlichkeiten Strauß und Torney (Georg Burchard Strauß um 1584–1632), Pastor in Groß Schwülper August Ludwig Hoppenstedt (1763–1830), evangelischer Theologe Carl Wilhelm Hoppenstedt (1769–1826), hannoverscher Jurist, Beamter und KabinettsratKlaus Mlynek: Hoppenstedt, (1) Carl Wilhelm. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 178; Margarete von Hindenburg (1897–1988) Uwe-Peter Lestin (* 1943), von 1990 bis 2021 Bürgermeister der Gemeinde Schwülper
Verkehr Schwülper ist im ÖPNV mit den Buslinien 111 (Braunschweig – Gifhorn) der Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn (VLG) und 434 (Rühme – Walle) der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) angebunden. Nächstgelegene Bahnstation ist Meine an der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren. Früher verlief westlich von Schwülper die Bahnstrecke Celle–Braunschweig.
Literatur Carl Brandt: Schwülper. Ein Stück niedersächsische Heimatgeschichte. Hildesheim 1912. Heinz Klose: Geschichtliches aus dem Kirchspiel Gr. Schwülper. In: Kirchen, Kapellen und Schulen. Gifhorn 1986. Hermann Voges: Zur Geschichte des Dorfes Klein-Schwülper. In: Hannoversche Geschichtsblätter 1902. Jahrgang 5, H. 6, S. 269–271 SCHWÜLPER Kr. Gifhorn. Ev. St. Nikolaus-Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, Seite 1194 f.
Weblinks
Gemeinde Schwülper Samtgemeinde Papenteich
Einzelnachweise
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