Schaffhausen (Kürzel SH, ,Zu den Lautformen im Einzelnen siehe im Artikel Schaffhausen. , ) ist der Kanton, der die nördlichste Spitze der Schweiz bildet und fast ausschliesslich nördlich des Rheins liegt. Der Hauptort und zugleich grösste Ort ist die gleichnamige Stadt Schaffhausen.

Geographie Der Kanton Schaffhausen ist der nördlichste Kanton der Schweiz. Mit Ausnahme eines kleinen Teils von Stein am Rhein (Vor der Brugg) und eines Fusswegs von der Rheinbrücke von Schaffhausen nach Feuerthalen bis zum Wehr des Kraftwerks Schaffhausen liegt der Kanton nördlich des Rheins; er ist fast ganz von der Bundesrepublik Deutschland umgeben und umgibt seinerseits die deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein. Südlich grenzt der Kanton, hauptsächlich im Rhein, an die Kantone Zürich und Thurgau. Die gesamte Grenzlänge beträgt 185,4 km. Sie teilt sich wie folgt auf: Bundesrepublik Deutschland (inklusive Enklave Büsingen) 151,8 km, Kanton Zürich 23,2 km, Kanton Thurgau 10,4 km. Der komplizierte Grenzverlauf wurde durch territoriale Veränderungen im 18., 19. und 20. Jahrhundert mehrfach vereinfacht und angepasst.

Der Kanton ist in drei Teilgebiete aufgeteilt: +Kantonsteile SchaffhausenNameHöhe Rheinabfluss in Meter über MeerFläche in km² Bundesamt für Statistik Generalisierte Grenzen 2020.EinwohnerEinwohnerstärkste GemeindeOberer Kantonsteil 394 30,97 5'776Stein am RheinMittlerer Kantonsteil 359 256,08 74'937SchaffhausenUnterer Kantonsteil 344 11,37 1'635Buchberg

Der Randen, ein Ausläufer des Juras bzw. der Schwäbischen Alb, verleiht dem Kanton Schaffhausen einen hügeligen Charakter. Die Randenhöhen sind weitgehend mit Wald bedeckt. Deshalb ist der Kanton Schaffhausen neben dem Kanton Jura der waldreichste Kanton. Der höchste Punkt des Kantons liegt mit beim Hagen auf dem Randen. Der tiefste Punkt liegt am Rhein bei Buchberg auf einer Höhe von

Am geografischen Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen in der Gemeinde Beringen liegt ein Findling (siehe weiter unten in diesem Abschnitt).

Östlich des Randens folgt der ebenfalls hügelige Reiat.

Südlich des Randens liegt ein fruchtbares, flaches Tal, der Klettgau, das vor über 50'000 Jahren durch den Urrhein geformt wurde. Im Klettgau wird vorwiegend Reb- und Ackerbau betrieben.

Die Hochebenen des Randens und Reiats werden durch mehrere, zum Teil steil abfallende Täler durchschnitten. Die wichtigsten Täler heissen: Bibertal, Freudental/Taal, Hemmentalertal/Hauental, Herblingertal, Merishausertal/Mühlental, Orserental, Wangental und das Wutachtal.

Gewässer mini|Der Rheinfall ist einer der grössten Wasserfälle Europas mini|Klimadiagramm der Messstation Schaffhausen

Der Kanton wird durch den Rhein respektive den Hochrhein, wie der Flussabschnitt auch genannt wird, geprägt. Er verlässt bei Stein am Rhein den Untersee und durchfliesst die drei Teilgebiete des Kantons. Über den Rheinfall, den zweitwasserreichsten Wasserfall des europäischen Kontinents (nach dem Sarpsfossen in Norwegen), stürzen die Wassermassen 23 Meter in die Tiefe. Der Reiat sowie der obere Kantonsteil werden durch die Biber durchflossen. Der Klettgau wird durch den Mühlibach und den Seltenbach entwässert. Auf deutschem Gebiet heisst der Fluss dann Klingengraben. Durch das Wangental fliesst der Seegraben. Bei Schleitheim bildet die Wutach auf einigen Kilometern die Grenze zu Deutschland. Die Durach entwässert einen Teil des Randens und fliesst durch Bargen und Merishausen. Nach Durchfluss des teilweise schluchtartigen Mühlentals mündet sie bei Schaffhausen in den Rhein. Die Fulach floss ursprünglich von Thayngen her nach Schaffhausen und mündete beim Schwabentor in die Durach. Bereits in den 1930er Jahren wurde der Bach bei Herblingen eingedolt.Qualität der Kleinstgewässer im Kanton Schaffhausen. Herbst 2006. Amt für Lebensmittelkontrolle und Umweltschutz Schaffhausen (interkantlab.ch [PDF; 5,2 MB]).

Am Ende der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit vor ca. 18'000 Jahren, schmolz der Rheingletscher ab, und zwischen Thayngen und Dörflingen entstanden die vier Toteisseen Morgetshofsee, Rudolfersee, Egelsee und das Seeli. Heute bieten die Seen vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. An kalten Wintertagen tummeln sich Schlittschuhläufer auf dem grössten der Seen, dem Morgetshofsee. Auch der idyllisch gelegene Nägelsee bei Buchthalen ist bei Schlittschuhläufern sehr beliebt.

Von 1907 bis 1909 wurde oberhalb der Stadt Schaffhausen mit dem Engeweiher das erste Pumpspeicherkraftwerk der Schweiz gebaut. Noch heute wird Rheinwasser vom Kraftwerk Schaffhausen zum Engeweiher hochgepumpt. Das Kraftwerk Neuhausen nutzt die Höhe des Rheinfalls für die Produktion von Strom.

Klima Der Kanton Schaffhausen befindet sich am Rande des Mittellandes und im Bereich der gemässigten Klimazone. Die Stadt Schaffhausen sowie der Klettgau liegen im Regenschatten von Schwarzwald, Randen und des Reiats. Besonders der Schwarzwald hält die regenreichen Westwinde ab.

Die durchschnittliche Regenmenge in der Stadt Schaffhausen von 863 mm im Jahr ist für Mitteleuropa eher gering. Sie gehört zu den tiefsten in der ganzen Schweiz. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen auf den Kanton Schaffhausen. Das langjährige Mittel an Sonnenscheindauer beträgt in der Stadt Schaffhausen 1345 Stunden/Jahr.Der Kanton Schaffhausen in Zahlen, Ausgabe 2007/8 der Schaffhauser Kantonalbank.

Geographischer Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen mini|Der Findling markiert den geografischen Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen Der geographische Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen befindet sich in einem Acker im Eschheimertal auf dem Gebiet der Gemeinde Beringen. Der Punkt auf , der durch einen 3,5 Tonnen schweren Findling markiert ist, liegt nordwestlich der Stadt Schaffhausen, in der Nähe des Beringer Randenturms und des Engeweihers. Die genauen Koordinaten lauten: 686'528 / 285'410, ()

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum der amtlichen Vermessung im Kanton wurde am 4. April 2012 durch den Regierungsrat Ernst Landolt eine Gedenktafel enthüllt. Der Findling liegt nur wenige Meter neben dem Wanderweg, der vom Lahnbuck ins Eschheimertal führt. Der Wanderweg ist mit gelben Tafeln mit der Aufschrift «Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen» signalisiert.

Der Mittelpunkt ist 21 km von Stein am Rhein, 16 km von Buchberg, 9 km von Bargen und 13 km von Trasadingen entfernt.

Geschichte mini|Schifflände von Schaffhausen mit dem Wahrzeichen Munot, links davon der Schweizerhof, rechts der Güterhof mini|Karte zur Entwicklung des Kantonsgebiets bis 1798 mini|Die 13 Alten Orte und das direkt von ihnen beherrschte Gebiet im 18. Jahrhundert mini|hochkant|Die Vordergasse, festlich geschmückt mit den Wappen der zwölf Schaffhauser Zünfte und Gesellschaften

Am Fusse des Reiat bei Thayngen wohnten vor über 10'000 Jahren in der prähistorischen Wohnhöhle Kesslerloch die ersten Menschen im Kanton Schaffhausen.

Um ca. 3900 bis 3500 v. Chr. wurden im Gebiet Weier südlich von Thayngen Pfahlbauten errichtet. 2011 nahm die UNESCO die Pfahlbausiedlung Weier mit 110 weiteren Fundstellen in 6 Alpenländern in das Inventar des UNESCO-Weltkulturerbes auf.

Zur Zeit der Römer führte eine Heeresstrasse durch das Gebiet des heutigen Kantons Schaffhausen. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die römische Siedlung Iuliomagus (auch Juliomagus oder Iuliomago) gegründet, nahe der heutigen Ortschaft Schleitheim. Heute ist nur noch die Ausgrabung des öffentlichen Bades (Thermen) zugänglich.

Der heutige Kanton Schaffhausen war bis 1798 ein Stadtstaat, seine Aufzeichnungen beginnen 1045.

Die Stadt Schaffhausen entstand etwa um 1000 aufgrund ihrer speziellen geografischen Lage oberhalb des Rheinfalles. Schaffhausen wurde dadurch zu einem wichtigen Umschlagplatz in der Region. 1045 verlieh König Heinrich III. in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für Schaffhausen.

In Schaffhausen fand im Jahr 1402 einer der ersten bekannten Hexenprozesse statt.

1411 trat die neue Zunftverfassung in Kraft. Für die nächsten 400 Jahre beherrschten die zehn Zünfte und zwei Gesellschaften das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben des Stadtstaats Schaffhausen.

Der Kanton geht auf das Herrschaftsgebiet der Stadt Schaffhausen zurück, die zur Zeit der Staufer Reichsstadt wurde. Mit dem Erwerb von Nieder- und Hochgerichtsbarkeiten über die Dörfer in der Umgebung begann der Aufbau des Stadtstaates, der 1501 Mitglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde. 1529 wurde die Reformation eingeführt. Durch Übernahme der Besitzungen der Klöster erfuhr der Stadtstaat eine entscheidende Ausdehnung. Bis 1798 war Schaffhausen ein Teil der Dreizehn Alten Orte der Eidgenossenschaft. Durch die Ereignisse der Französischen Revolution, den Übergang zur Helvetischen Republik und die Mediationsverfassung wurde der Stadtstaat in seinem Fundament erschüttert. Das Hoheitsgebiet des Kantons Schaffhausen wurde im 18., 19. und 20. Jahrhundert durch territoriale Anpassungen erheblich verändert.

Die aktuell gültige Verfassung wurde 2002 erlassen und hat diejenige von 1876 ersetzt.

Wappen und Fahne

Um 1835 war das Wappen gänzlich grün.Karl Andree, Adriano Balbi: Handbuch der politischen Erdbeschreibung: Nach Adrian Balbi’s Abrégé de géographie. Band 1: Einleitung und Europa. Verlag G.C.E. Mayer, Braunschweig 1835, S. 189 ().

Bevölkerung Die Einwohner des Kantons werden Schaffhauser genannt. Per betrug die Einwohnerzahl des Kantons Schaffhausen . Die Bevölkerungsdichte liegt mit  Einwohnern pro Quadratkilometer über dem Schweizer Durchschnitt ( Einwohner pro Quadratkilometer). Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) bezifferte sich am auf  Prozent, während landesweit  Prozent Ausländer registriert waren. Per betrug die Arbeitslosenquote  Prozent gegenüber  Prozent auf eidgenössischer Ebene.

Sprachen Amtssprache im Kanton Schaffhausen ist Deutsch. 2012 gaben 88,8 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Hauptsprache an. Angaben zu den drei anderen Schweizer Amtssprachen Französisch, Italienisch, Rätoromanisch sowie zu anderen Sprachen wurden nicht gemacht.

Der in mehrere Untermundarten zerfallende Schaffhauser Dialekt gehört dem Hochalemannischen und innerhalb dessen dem Ostschweizer Dialekt an. Ein typisches Merkmal dieser Dialektgruppe ist die Entwicklung von mittelhochdeutsch ei zu langem ā, zum Beispiel meinen → maane. «Was meinst du?» heisst somit Wa maansch? Ein weitherum bekannter Satz im Schaffhauser und überhaupt Nordostschweizer Dialekt lautet: E Zaane voll Saapfe d Laatere durab schlaapfe, was so viel heisst wie «Einen Korb (Zaine) voller Seife eine Leiter hinunterziehen».

Das Schaffhauserdeutsche ist phonologisch, grammatikalisch und lexikologisch aufgearbeitet in: Georg Wanner: Die Mundarten des Kantons Schaffhausen (= Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik. Band 20). Huber, Frauenfeld 1941 (Digitalisat). Heinz Gallmann, Marianne Benz u. a.: Schaffhauser Mundartwörterbuch (= Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen. Band 15). Meier, Schaffhausen 2003.

Der bekannteste Mundartschriftsteller des Kantons ist der Wilchinger Albert Bächtold (1891–1981), der eine ganze Reihe von Romanen verfasst hat.

Religionen – Konfessionen 2024 bekannten sich 28,0 % der Bevölkerung (ab 15 Jahren) zum evangelisch-reformierten und 17,8 % zum römisch-katholischen Glauben, während 54,2 % sich selbst als konfessionslos bezeichneten oder eine andere Konfessionszugehörigkeit hatten.Religionszugehörigkeit nach Grossregion und Kanton, 2024 Sieben Jahre (Stand 31. Dezember 2017) vorher waren 23'807 (35,2 %) der Bevölkerung evangelisch-reformiert und 16'012 (23,7 %) römisch-katholisch, während 27'805 (41,1 %) eine andere Konfessionszugehörigkeit hatten oder konfessionslos waren.