Der Jersey Zoo (früherer Name Durrell Wildlife Park, Mitteilung zur offiziellen Umbenennung am 3. April 2017, abgerufen am 3. September 2017.) ist ein zoologischer Garten, der vom englischen Autor und Naturforscher Gerald Durrell (1925–1995) im Jahr 1958 auf der Kanalinsel Jersey gegründet wurde. Er wird vom Durrell Wildlife Conservation Trust betrieben, der seit 1964 hier auch seinen Sitz hat (früherer Name Jersey Wildlife Preservation Trust) und hatte 2022 etwa 200.000 Besucher, trotz der geringen Zahl an großen Tieren und seiner relativ abgelegenen Lage. Die Zahl der Besucher variiert mit der Lage des Tourismus auf Jersey.

Der Jersey Zoo bzw. der Durrell Wildlife Park hat sich immer auf den Erhalt von seltenen und gefährdeten Tieren konzentriert. Das Artenprogramm enthält Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien, insgesamt über 130 Arten. abgerufen am 9. Dezember 2015 Viele der hier lebenden Arten stehen auf der höchsten oder zweithöchsten Gefährdungsstufe (Stufe 1 oder 2) der Roten Liste gefährdeter Arten, sind also akut vom Aussterben bedroht.

Lage mini|Gelände und Gebäude des Zoos, 2008 Der Park liegt bei Les Augrès Manor, Trinity, Jersey, etwa acht Kilometer nördlich von Saint Helier, der Hauptstadt von Jersey. Er wurde am 26. März 1958 eröffnet.

Der Park hat eine Fläche von rund 13 Hektar und liegt in einem Landschaftspark mit Wasserflächen. Der Trust legt großen Wert auf den Erhalt der natürlichen Flora und Fauna der Insel, und große Teile sind als naturbelassene Flächen ausgewiesen. Das zurückhaltende Bepflanzen mit Blumen und Obstbäumen auf dem Gelände erzeugt eine attraktive Umgebung für eine Vielzahl von Vögeln und Insekten, die von Natur aus auf der Insel ansässig sind, die aber allgemein seltener geworden sind, beispielsweise der Haussperling und die Singdrossel.

Auf dem Gelände sind mehr als 50 Nistkästen verteilt, die von einer Vielzahl von Vögeln genutzt werden, inklusive Schleiereule, Turmfalke und Schwalben. Andere häufige Tiere sind Eichhörnchen, Rötelmaus und Gartenbaumläufer.

Geschichte hochkant|mini|Statue von Gerald Durrell mit einem Schwarzweißen Vari, April 2008 Durell begann seine Karriere als Tierfänger für Zoos, kam aber zur Überzeugung, dass es wichtiger sei, dass sich Zoos mehr um den Erhalt von Tieren kümmern, anstatt diese zur Unterhaltung auszustellen. Er erzählte diese Geschichte in seinem Buch Menagerie Manor.

Der Durrell Wildlife Park erlangte am 31. August 1986 internationale Bekanntheit. Ein fünfjähriger Junge war in das Gorilla-Gehege gefallen und zunächst bewusstlos liegen geblieben. Der 25 Jahre alte Gorilla „Jambo“ stellte sich schützend zwischen das Kind und seine Artgenossen. Als der Junge das Bewusstsein wiedererlangte und zu schreien begann, zogen sich die Gorillas zurück. Das Kind wurde durch zwei Wärter und einen Sanitäter weitgehend unverletzt gerettet. Der Vorfall ist auf Video festgehalten und wurde seinerzeit weltweit in der Presse und den Fernsehnachrichten rezipiert.

Im Januar 2008 wurden die Pläne, die New Vision („Neue Visionen“) genannt wurden, vorgestellt. Sie wurden entwickelt, um die nächsten 50 Jahre des Trust auf Jersey sicherzustellen. Diese ehrgeizigen Pläne haben ihren Schwerpunkt auf sogenannten TopSpots: Orten mit der größten Vielfalt an Arten wie Inseln und Hochländer. Die Kosten wurden mit etwa 46 Millionen Pfund Sterling für die nächsten fünf Jahre geschätzt. Diese Summe muss von der öffentlichen Hand und Spendern aufgebracht werden. Es gibt neun Hauptentwicklungspunkte, die aber aus Kostengründen unterschiedlich priorisiert werden.

African Bai – Die Idee ist es, eine Umgebung zu schaffen, die die Bedingungen des afrikanischen Habitats widerspiegelt, an die die westafrikanischen Flachlandgorillas angepasst werden sollen, wenn es eines Tages wieder sicher genug ist für sie, dort zu leben. Das Multimillionenpfundprojekt würde eine Art Fitnessstudio und eine erneuerte Umgebung einschließen. Die Familiengröße könnte vergrößert werden oder eine weitere Gruppe würde neben der bestehenden leben. Es würden auch andere Tierarten der Region im Gehege angesiedelt, wie Pinselohrschwein, Kapotter und Meerkatzen. Mascarenia – Die Idee ist es, die Säugetiere, Vögel und Schildkröten Madagaskars in einer Gesamtanlage zu halten. Möglicherweise will man auch Arten von Mauritius, den Komoren und den Seychellen einbringen. Um dieses begehbare Gehege, in dem auch Fledermäuse leben könnten, könnten Anlagen entstehen, die die Lemuren, Fingertiere, Schmalstreifenmungos und die Madagassische Riesenratte beherbergen würden. Ein neues Besucherzentrum, das so gestaltet wird, dass es die Gesamterfahrung des Zoos für die Besucher verbessern soll. Eine Hall of Fame soll auch ein Teil davon werden. Eco-lodge cabins, die es Besuchern erlauben sollen, ihren Urlaub bei Durell zu verbringen, unter Berücksichtigung aller ökologischen Aspekte. New Reptile and Amphibian Centre, das es Durell ermöglichen würde, die Pflege von Arten auszuweiten und zu verbessern, die anfällig gegen die sich ändernden Bedingungen der Umwelt sind. Neugestaltung des Les Augres manor, Umgestaltung in eine Art Hotel, um es Besuchern zu ermöglichen, dort ihren Urlaub zu verbringen. Verbesserungen der Ausbildungseinrichtungen Entwicklung des Royal Pavilion in ein vollwertiges Konferenzzentrum

Im Mai 2011 wurde ein neues Besucherzentrum von Prinzessin Anne offiziell eröffnet.The Princess Royal visits Jersey Jetzt ist der Besuch des Restaurants unabhängig von einem Besuch des Zoos möglich. Ein Webcamsystem wurden im Park installiert. Kameras wurden in der Meerkatzenanlage angebracht, ebenso in den Anlagen der Telfair-Skink, der Flughunde und im Kirindy Forest, der Heimat von seltenen und sehr farbigen Vögeln. Dank der Webcams können Interessierte die Tiere zu Zeiten ihrer Hauptaktivitäten beobachten. 2015 wurde der Silberrückengorilla Indigo, der im Park lebt, zum Maskottchen der Island Games 2015 gekürt.

Tierhäuser 300px|mini|Die Gefährdungskategorien der IUCN seit 2001: EX  Extinct (nach dem Jahr 1500Klassifizierungsstandards der IUCN ausgestorben) EW  Extinct in the Wild (in der Natur ausgestorben) RE  Regionally Extinct (regional ausgestorben) CR  Critically Endangered (vom Aussterben bedroht) EN  Endangered (stark gefährdet) VU  Vulnerable (gefährdet) NT  Near Threatened (potenziell gefährdet) LC  Least Concern (nicht gefährdet) DD  Data Deficient (ungenügende Datengrundlage) NE  Not Evaluated (nicht beurteilt) mini|Grünflügeltaube mini|Kappenpitta mini|Kragentaube mini|Sonnenvogel

Jewels of the Forest (Juwelen des Waldes) Das 2004 eröffnete Haus beherbergt unter anderem folgende Vögel

Bartlett-Dolchstichtaubegefährdet SchamadrosselDatei:LC IUCN 3 1.svg ElfenblauvogelDatei:LC IUCN 3 1.svg BlaukappenhäherlingDatei:CR IUCN 3 1.svg SumbawadrosselDatei:NT IUCN 3 1.svg GrünflügeltaubeDatei:LC IUCN 3 1.svg KappenpittaDatei:LC IUCN 3 1.svg KragentaubeDatei:NT IUCN 3 1.svg Omeihäherlinggefährdet Palawan-Pfaufasangefährdet Reisfinkgefährdet SonnenvogelDatei:LC IUCN 3 1.svg RotschwanzhäherlingDatei:LC IUCN 3 1.svg

Nebelwald Das im Jahr 1999 eröffnete Ausstellungshaus Nebelwald war das erste geschlossene Gebäude bei Durrell, das eine gemischte Population zeigte, unter anderem fleischfressender Arten

BrillenbärDatei:VU IUCN 3 1.svg GelbbauchorganistDatei:LC IUCN 3 1.svg DominikanerkardinalDatei:LC IUCN 3 1.svg PurpurtangareDatei:VU IUCN 3 1.svg Schwarzer BrüllaffeDatei:LC IUCN 3 1.svg Südamerikanischer NasenbärDatei:LC IUCN 3 1.svg SilberkehltangareDatei:LC IUCN 3 1.svg

Princess Royal Pavilion Der Pavillon wurde in den 1970er Jahren durch Prinzessin Anne eröffnet und dient als Konferenz- und Schulungszentrum. Im Filmtheater werden Filme gezeigt, die die Arbeit des Trust zeigen, daneben gibt es Kunstausstellungen. Im Pavillon werden auch die weltweiten Aktivitäten des Trust vorgestellt. Im Pavillon leben eine Anzahl von Arten, die für Ausbildungszwecke gehalten werden, beispielsweise KornnatterDatei:LC IUCN 3 1.svg Regenbogenboa Dreiecksnatter Blauzungenskinke Archispirostreptus gigas Madagaskar-FauchschabeDatei:LC IUCN 3 1.svg Australische Gespenstschrecke.

Das Gaherty Reptilien und Amphibien Center Das Reptilienhaus ist das Heim für eine Vielzahl von Reptilien und Amphibien. Es ist nach den kanadischen Philanthropen Geoff Gaherty benannt.

Reptilien Anolis roquet BreitrandschildkröteDatei:LC IUCN 3 1.svg Hinterindische ScharnierschildkröteDatei:CR IUCN 3 1.svg FlachrückenschildkröteDatei:CR IUCN 3 1.svg Galápagos-RiesenschildkröteDatei:VU IUCN 3 1.svg Greifschwanz-Lanzenotter StachelrandschildkröteDatei:EN IUCN 3 1.svg Karibischer Grüner LeguanDatei:EN IUCN 3 1.svg Jersey-Zauneidechse Jamaika-BoaDatei:VU IUCN 3 1.svg KomodowaranDatei:VU IUCN 3 1.svg KreuzotterDatei:LC IUCN 3 1.svg Nactus coindemirensisDatei:VU IUCN 3 1.svg PantherchamäleonDatei:LC IUCN 3 1.svg Sceloporus serriferDatei:LC IUCN 3 1.svg Laemanctus serratus Skorpion-KrustenechseDatei:LC IUCN 3 1.svg StrahlenschildkröteDatei:CR IUCN 3 1.svg Telfair-SkinkDatei:VU IUCN 3 1.svg Dunkler TigerpythonDatei:VU IUCN 3 1.svg Hispaniola-SchmuckschildkröteDatei:VU IUCN 3 1.svg Utila-LeguanDatei:CR IUCN 3 1.svg

Amphibien Baumhöhlen-KrötenlaubfroschDatei:LC IUCN 3 1.svg BaumkröteDatei:LC IUCN 3 1.svg Blauer Baumsteiger Eleutherodactylus johnstoneiDatei:LC IUCN 3 1.svg ErdbeerfröschchenDatei:LC IUCN 3 1.svg Excidobates mysteriosusDatei:EN IUCN 3 1.svg Gestreifter BlattsteigerDatei:EN IUCN 3 1.svg Ingerophrynus galeatusDatei:LC IUCN 3 1.svg Jersey Springfrosch Leptodactylus fallaxDatei:CR IUCN 3 1.svg Mallorca-GeburtshelferkröteDatei:VU IUCN 3 1.svg Schrecklicher PfeilgiftfroschDatei:EN IUCN 3 1.svg

Invasive Arten Ein Thema, das von Durell thematisiert wird, sind die Folgen, die eintreten, wenn nicht-einheimische Arten in die Umwelt entlassen werden; die Schäden, die dabei entstehen können, mit Fallbeispielen aus dem Park.

Aga-KröteDatei:LC IUCN 3 1.svg Nordamerikanische Buchstaben-SchmuckschildkröteDatei:LC IUCN 3 1.svg

Die Wüste entdecken mini|hochkant|Erdmännchen Die Ausstellung Discovery Desert („Die Wüste entdecken“) wurde im April 2008 eröffnet und diente dazu der Familie der hier lebenden ErdmännchenDatei:LC IUCN 3 1.svg mehr Lebensraum zur Verfügung zu stellen, um sie davon abzuhalten, sich in die Freiheit zu graben. Dieses Gehege dient als ein Mischgehege, in dem Arten mit vergleichbaren Ansprüchen an die Umwelt leben, ohne sich gegenseitig zu bedrohen, beispielsweise die FuchsmangustenDatei:LC IUCN 3 1.svg.

Gorillas mini|hochkant|Alphatier der Gruppe, 2012 mini|hochkant|Weiblicher Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) mit seinem an diesem Tag geborenen Baby (27. September 2012) Die Westlichen FlachlandgorillasDatei:CR IUCN 3 1.svg leben seit der Eröffnung 1958 im Park. Zum zunächst allein gehaltenen weiblichen Jungtier namens N’Pongo gesellte sich später ein weiteres jüngeres Weibchen mit dem Namen Nandi. Gorillas sind bis heute die Ikonen des Parks.

Die gegenwärtige Anlage besteht aus einer großzügigen Außenanlage und drei Innenräumen, von denen zwei von den Besuchern eingesehen werden können. Der dritte, kleinste Raum ist von außen nicht einsehbar. Ein Zukunftsprojekt ist die Errichtung eines größeren Gorillakomplexes mit hochwertiger Einrichtung, in dem mehr Tiere untergebracht werden können. Auch sollen weitere Arten angesiedelt werden, die mit Gorillas gemeinsam in ihrer natürlichen Umgebung vorkommen, beispielsweise das Pinselohrschwein.

Pinselohrschweine mini|Pinselohrschwein