Extinction („Auslöschung“) ist ein Science-Fiction-Thriller-Roman des japanischen Schriftstellers Kazuaki Takano, der 2015 in einer Zweitübersetzung aus dem Englischen von Rainer Schmidt erschienen ist. Die japanische Originalfassung erschien unter dem Titel Genocide (jap. , Jenosaido) am 30. März 2011 bei Kadokawa Shoten, in den Vereinigten Staaten erschien er 2013 als Genocide of One.
Aufbau Der Roman ist in Prolog, drei Hauptabschnitte und Epilog gegliedert. Die gesamte Handlung spielt sich innerhalb von etwa einem Monat ab. Der Anfang von Teil 2 beginnt dabei zeitlich früher als Teil 1. Die Geschichte spielt sich im Wesentlichen an drei Schauplätzen ab: in den USA im Weißen Haus, im Kongo und in Tokio. Der Zusammenhang der einzelnen Passagen wird dabei erst im Verlauf der Geschichte ersichtlich. Neben der eigentlichen Handlung werden – teils sehr detailreich und ausführlich – Abschnitte u. a. zu den Themen Pharmazie, Medizin, Evolution, Kriegspsychologie und Politik eingefügt. Texte aus Telefonaten oder E-Mails, die eine besondere Bedeutung haben, werden als Zitate an verschiedenen Stellen wiederholt.
Handlung Prolog Im Spätsommer 2004 treffen sich der US-Präsident Burns, mehrere amerikanische Sicherheitschefs und Wissenschaftler, um einen Bericht über eine neu aufgetauchte Lebensform in Afrika zu besprechen. Diese neue Lebensform könnte potentiell in der Lage sein, die gesamte Menschheit zu bedrohen und zu vernichten. Ein solches Szenario wurde bereits 1975 vom Heisman-Report beschrieben. Watkins berichtet, dass das Schneider Institute bereits beauftragt wurde, einen Aktionsplan zu erstellen, wie diese Bedrohung eliminiert werden kann.
Teil 1: Der Heisman-Report Kento Koga beerdigt seinen Vater und entdeckt anschließend eine E-Mail von ihm. In dieser E-Mail erfährt Koga, dass er im Haus seiner Eltern das "Buch, auf das du dein Eis am Stiel hast fallen lassen" öffnen soll. In dem Buch findet er eine weitere Nachricht und eine Kontokarte mit 5.000.000 Yen. Koga nimmt ein für ihn versteckten (schwarzen) Laptop an sich, der jedoch nur einen blauen Bildschirm anzeigt. Von seinem Vater wird er zu einer ihm unbekannten Wohnung in Machida geschickt, wo er ein kleines Chemie- und Versuchslabor vorfindet. In einer weiteren Nachricht fordert sein Vater ihn auf, eine begonnene Forschungsarbeit weiterzuführen und macht ihn auf einen dazu benötigten (weißen) Laptop aufmerksam.
Koga und sein Freund Doi finden heraus, dass der weiße Laptop ein Programm namens GIFT enthält, das für die gezielte Entwicklung von Medikamenten eingesetzt werden kann. Yuri Sakai tritt Koga entgegen und fordert, dass er den Laptop herausgeben soll, was er allerdings nicht tut. In der Nacht, nachdem Jeong-hoon Lee und Koga GIFT eingehend inspiziert haben, erhält Koga einen Anruf, der ihn auffordert sein Apartment zu verlassen. Kurz darauf erscheint Kriminalkommissar Kadota vor seiner Tür und behauptet, dass Kogas Vater Daten aus den USA gestohlen hätte und deshalb der Laptop beschlagnahmt werden soll. Koga flüchtet daraufhin über einen Sprung von seinem Balkon.
Yeager und die drei anderen Söldner werden einem Ausbildungscamp von Zeta Security in Südafrika auf die Operation Guardian im Kongo vorbereitet. Hier erfahren sie, dass sie einen Stamm der Kanga-Pygmäen vernichten sollen, um einen Virus auszulöschen, der eine Bedrohung für die Menschheit darstellt. Zudem soll ein unbekanntes Lebewesen getötet werden, das die Söldner "noch niemals gesehen haben". Zur Vorsorge gegen das Virus wird allen eine Kapsel mitgegeben, die sie nach ihrem Auftrag nehmen sollen. Nach dem Flug von Südafrika nach Uganda werden die vier Söldner von einem Fahrer in den Kongo gebracht, von wo aus sie durch den Urwald zu dem Pygmäen-Stamm gelangen. Auf dem Weg sehen sie, wie eine Schimpansen-Gruppe gezielt ein Babytier einer anderen Schimpansen-Gruppe tötet, was die Söldner als eine kriegsähnliche Handlung interpretieren.
Im Weißen Haus informiert Gardner über die Lage der Operation Nemesis, die die Organisation zur Vernichtung der Pygmäen steuert. Informationen der NSA zufolge gäbe es ein Problem in Japan, wo Koga auf die Operation versuchen würde zuzugreifen. Die CIA habe einen Agenten beauftragt, die Situation zu untersuchen.
Koga, der vor der Polizei ins Labor in Machida geflüchtet ist, erfährt, dass sowohl seine Mutter als auch sein universitärer Betreuer Sonoda vom FBI bzw. der Polizei besucht wurden. Durch den Zeitungsreporter Sugai erlangt Koga Kenntnis über den Heisman-Reports, der von der potentiellen Ausrottung der Menschheit handelt. In der Nationalen Parlamentsbibliothek findet Koga in einer Zeitschrift den Heisman-Report. In einem Abschnitt über die menschliche Evolution wird beschrieben, dass sich eine neue Generation von Menschen entwickeln wird, die über einen vergrößerten Neocortex verfügen und "komplexe Sachverhalte in ihrer Gesamtheit begreifen" können. Zudem würden sie über "geistige Fähigkeiten, die für uns unfassbar sind", verfügen. Diese neue Spezies werde den Homo sapiens vernichten, wie zuvor auch der Peking-Mensch und die Neandertaler verschwunden sind.
Die Söldner im Urwald erreichen das Lager der Kanga-Pygmäen und beobachten es aus der Ferne. Pierce, der eindeutig zu identifizieren ist, tritt aus einem Zelt und ruft laut die Namen der Söldner und dass er weiß, dass sie ihn hören. Er behauptet, dass die Operation Guardian ein Schwindel sei, da es kein tödliches Virus gäbe. Garretts illoyales Verhalten wäre zutage gekommen und die Söldner würden auf Anweisung des Weißen Hauses getötet. Zudem sei die Krankheit von Yeagers Sohn Justin heilbar. In einem Vier-Augen-Gespräch klärt Garrett Yeager auf, dass er kein Marine, sondern ein CIA-Agent ist. In den USA gelte er als Verräter, weil er Beweise für Folterungen gesammelt habe, um den US-Präsidenten vor ein internationales Kriegsverbrechertribunal zu stellen. Yeagers neuer Plan ist, niemanden mehr zu töten und stattdessen, Pierce gefangen zu nehmen und zu befragen. In der Nacht betritt Yeager Pierces Zelt und sieht ihn mit einem menschen-ähnlichen Wesen auf dem Arm, von dem er sofort weiß, dass es die Kreatur ist, die er töten soll.
Teil 2: Nemesis Arthur Rubens wird im Weißen Haus mit dem Heisman-Report und einer abgefangenen E-Mail von Pierce konfrontiert. Aus der E-Mail geht hervor, dass ein Mbuti-Paar ein Kind mit einem andersartigen Kopf zur Welt gebracht hat, das zu einer "neuen menschlichen Spezies" gehöre. Das inzwischen dreijährige Kind sei hochintelligent und zeige es ein herausragendes Verständnis für Mathematik und könne Primzahlen faktorisieren, was zur Entschlüsselung von Nachrichten verwendet werden könne. Rubens erarbeitet mehrere Hypothesen, wie es zur Evolution des Kindes kommen konnte und stellt einen Plan zur Gefangennahme vor. Dieser wird allerdings umgehend verworfen und beschlossen, dass der komplette Pygmäen-Stamm inklusive Pierce eliminiert werden soll. Daraufhin entwirft Rubens die Operation Guardian, die die Menschheit retten soll, indem der komplette Pygmäen-Stamm und Pierce getötet wird. Das dreijährige Kind nennt er Nous, nach dem Begriff der Noosphäre. Die umfassende Operation zur Ermordung des Kindes und der Söldner tauft er Nemesis.
Rubens erfährt, dass Seiji Koga in Japan nach dem Begriff Heisman Report im Internet gesucht hat. Koga war 1996 in Zaire bei den Mbuti und hatte eine epidemiologische Untersuchung von Virusinfektionen durchgeführt. Zur gleichen Zeit war auch Pierce bei den Pygmäen, so dass sich beide kennen würden. Mit Hilfe der NSA werden verschlüsselte E-Mail-Kommunikationen zwischen dem Kongo und Japan abgefangen, deren Sender und Empfänger allerdings unklar sind. Nach Kogas Tod reißt die Kommunikation nicht ab, und Kento Koga steht im Verdacht, an den E-Mails beteiligt zu sein. Um die Nachrichten entschlüsseln zu können, soll der Laptop von der lokalen Polizei in Tokio beschlagnahmt werden, was jedoch daran scheitert, dass Koga durch einen Anruf aus New York gewarnt worden ist. Rubens plant weiterhin, die Strategie der Operation in Afrika zu ändern, um die Ermordung weiterer Menschen neben Nous zu verhindern. Er legt Eldridge einen manipulierten Aufsatz von Seiji Koga über die Virusinfektionen des Pygmäen-Stamms vor, dem zufolge nicht alle Mbuti von einer genetischen Mutation betroffen seien, sondern lediglich Nous und Nous’ Vater. Eldridge geht darauf ein, dass die unbeteiligten Mbuti nicht getötet werden sollen, besteht aber darauf, dass Pierce und die vier Söldner ebenfalls ausgeschaltet werden müssten.
Yeager dringt in das Zelt von Pierce ein und sieht ihn mit Akili auf dem Arm. Pierce behauptet, dass das Pentagon die Söldner beseitigen will. Kashiwabara betritt ebenfalls das Zelt und richtet seine Waffe auf Pierce. Yeager schlägt die Waffe weg, und es löst sich ein Schuss, der einen Baum trifft. Pierce erklärt, dass Akili verschlüsselte Echelon-Kommunikation entschlüsseln kann und beweist den Söldnern, dass deren Kapseln gegen das Virus tödliches Zyanid enthalten und somit, dass der tatsächliche Feind die USA sind. Alle beschließen, Afrika zusammen zu verlassen.
Koga studiert den Heisman-Report und überlegt, ob das Programm GIFT von einer höher entwickelten Spezies geschrieben wurde. Da GIFT nicht von einem Menschen entworfen sein kann, würde eine erfolgreiche Medikamentenentwicklung indirekt die Existenz dieser Spezies beweisen. Koga bittet Jeong-hoon Lee um seine Hilfe für die Weiterführung der Forschungsarbeit seines Vaters. Koga bekommt einen Anruf von Poppy, die ihn über die aktuelle Bedrohung durch die Polizei aufklärt und bestätigt, dass das Szenario aus dem Heisman-Reports eingetreten ist. Lee und Koga experimentieren mit GIFT, haben jedoch keinen Erfolg und verstehen das Programm noch nicht.
Rubens begreift zusehends, dass die Kommunikation ihrer Operation abgefangen wird und Nous alle Informationen in der Hand hält. Er findet heraus, dass der Warnanruf an Koga von Gardner getätigt wurde. Daraufhin wird Gardner bei Burns vorgeladen und mit dem Verdacht auf Landesverrat konfrontiert. Gardner kann Burns mit einem Trick unter Druck setzen und so seinen Kopf retten. Allerdings gibt Gardner Burns zu verstehen, dass die Operation Nemesis und die Anordnung von Nous' Tötung ein Fehler war.
Die Söldner, Pierce und Akili werden von Esimo aus dem Urwald geführt und werden Zeuge, wie ein Dorf von Milizen überfallen wird. Anschließend werden sie selbst von den Milizen verfolgt. Mit der Hilfe von Poppy bekommt Koga den schwarzen Laptop zum Laufen und kann darüber die Flucht der Kongo-Gruppe live mitverfolgen. Über eine direkte Kommunikation und aktuelle Satellitenbilder kann Koga die Gruppe von den Milizen wegführen. Koga und Lee diskutieren über die mangelnden Ergebnisse aus den Berechnungen von GIFT und kommen zu dem Schluss, ein allosterisches Mittel zu entwickeln.
Rubens erfährt in Fort Meade, dass die NSA Teile von Gardners Computer rekonstruieren konnte und so künftige Kommunikation zwischen dem Kongo und Japan entschlüsseln kann. Zudem wird veranlasst, dass der Dschungel großräumig nach vermissten Gruppe um Yeager abgesucht werden soll.
Yeager und seine Verbündeten flüchten weiter durch den Urwald und werden dabei zwischenzeitlich von einer Predator-Drohne mit Hellfire-Raketen beschossen. Esimo verlässt die Gruppe und kehrt zu seinem Stamm zurück.
Aus alten E-Mails der DIA erfährt Koga, dass sein Vater und Pierce sich seit 1996 kannten und sich in Zaire getroffen hatten. Zur selben Zeit war auch Sakai in Zaire vor Ort, die kurz danach ein Mädchen namens Ema bekam. Von Pierce wird Koga Yeager vorgestellt und wird vor Sakai gewarnt.