Die Frauenstraße liegt zwischen dem Kulturpalast an der Galeriestraße und dem Neumarkt. Sie ist eine Innenstadtstraße im Zentrum von Dresden und gehört zum Stadtbezirk Innere Altstadt. In den Nachkriegsjahren wurde sie nach der Ruinenberäumung und den Neubauten der Ernst-Thälmann-Straße aus dem Straßenregister gelöscht. Mit dem Dresdner Projekt der Innenstadterneuerung um die Frauenkirche gelangte der bis 1945 bebaute Straßenzug wieder zu seiner historischen Bedeutung.

Lage Die Frauenstraße liegt im Stadtbezirk Altstadt und gehört zur Gemarkung Altstadt I. Sie verbindet den Neumarkt mit der Galeriestraße (Kulturpalast) und erlangte mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche und den Bauarbeiten am Neumarkt um 2010 ihre innerstädtische Bedeutung zurück. Von der Frauenstraße führt als Querstraße die Schuhmachergasse nach Süden an eine Einbahnstraße (West-Ost) die mit den Häusern Wilsdruffer Straße 14 und 16 als Zufahrts- und Anlieferstraße in den 1960er Jahren zwischen Galeriestraße und Kleiner Kirchgasse entstand.Die Kleine Kirchgasse verband die Südecke des Neumarkts (zwischen Frauengasse und Moritzstraße) mit der Badergasse. Letztere bekam ab 1885 mit dem Durchbruch zum Pirnaischen Thor den Namen König-Johann-Straße, deren Name wurde 1945 auf Johannstraße verkürzt und mit Bauplänen seit August 1954 als Ernst-Thälmann-Straße benannt, ab 1991 als Wilsdruffer Straße. Über letztere Trasse hinweg führte die Große Kirchgasse nach Süden zur Kreuzkirche. (stadtwikidd.de: Große Kirchgasse) Letztlich lag die Trasse beider Kirch-Straßen auf der Verbindung von Kreuz- und Frauenkirche. Seit Beginn der 1950er Jahre war der Neumarkt (außer am Standort der Frauenkirche) von Trümmern beräumt, jedoch verblieb er ohne konkrete Planungen. So bestand zu diesem Zeitpunkt kein Anlass den Straßenzug der Johannstraße (danach als Ernst-Thälmann-Straße benannt) nicht zu verbreitern.In der Bevölkerung wurde kolportiert, dass die Neubauten hinter den vom Krieg verbliebenen Grundmauern neu gegründet werden sollten. Zwischen der Rückseite der Wohnhäuser der Wilsdruffer Straße, dem Kulturpalast und dem Albertinum bestand eine von der Ruine der Frauenkirche dominierte brache Freifläche.

Die Frauenstraße ist mit einer gegenwärtigen Länge von 90 Metern und einer Breite von sieben Metern in historischer Lage wieder „belebt“ worden.Stadtwiki Dresden: Frauenstraße Im Gegensatz zur Lage vor der Zerstörung Dresdens 1945 konnte – wegen des sperrenden Kulturpalasts – nur noch der Abschnitt östlich der Galeriestraße eingerichtet werden. Historisierend wurde als Straßenbelag um den Neumarkt ein ebenes Großpflaster gewählt,. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 18. Juni 2012. die Straße ist als verkehrsberuhigter Bereichvergleiche das Bild vom Heinrich-Schütz-Haus markiert.

Bei der Bebauung des Neumarktes wurden für die Planung und die Eigentumsbildung der Investoren Quartiere geschaffen. An der Nordseite der Frauenstraße besteht das Quartier VI und an der Südseite befindet sich das Quartier V, letzteres mit den zwei Planungsflächen V/1 und V/2.

Das historische Straßenraster nach dem Plan von 1862/1870Stadtplan von Dresden, 1:840, Lithographie, 1862–1870, daraus Blatt Nummer 3 sowie dem Plan von 1911/1940Plan von Dresden. 1911/13/38/39/40. Blatt 1–12. 14–22, 24, 27, 29, 36, 39, 41–42. Bearbeitet vom Vermessungsamt. 1:5000. 1.–9., 11., 13., 14. Aufl. Dresden 1911/13/38/39/40. 50 x 50 cm. Als Schadenplan mit Legende zum Zerstörungsgrad (schwarz – total zerstört; blau – schwer beschädigt; grün – mittelschwer beschädigt; rot – leicht beschädigt) zeigt die Frauenstraße zwischen Schössergasse und Neumarkt, etwa im Winkel von 15° zur König-Johann-Straße. An der Galeriestraße ist der breitere westliche Abschnitt in der Straßenachse ca. zehn Meter von Südwest nach Nordost versetzt. Westlich der Schössergasse setzt sich der Straßenzug parallel zur Wilsdruffer Straße mit der Rosmaringasse zur Schloßstraße und dann in die Große Brüdergasse fort.Als Wilsdruffer Straße ist die Straße vom Altmarkt und Schloßstraße nach Westen benannt. Die König-Johann-Straße, vormals Badergasse, führt vom Altmarkt nach Osten Richtung Pirnaischen Platz.

Bei der Errichtung des Kulturpalastes in der Mitte der 1960er Jahre wurde der westliche Abschnitt der Frauenstraße zwischen Schössergasse und Galeriestraße für dessen Grundriss genutzt. Bei der Wiederergestaltung des Neumarkts war diese Fläche damit nicht als Straßentrasse nutzbar. Es entfielen die Grundstücke Frauenstraße 1–5 (ungerade) und 2–8 (gerade) für die Wiederbebauung in den 2000er Jahren. Eine Umgestaltung des Kulturpalastes wurde bei den Planungen zum Neumarkt diskutiert, jedoch verworfen.

Geschichte mini|links|gesüdeter Grundriss der Stadt Dresden 1529 (von Anton Weck)

Mit dem Ausbau des Dresdner Stadtgebiets südlich des TaschenbergsDer Taschenberg war eine hochwasserfreie, die Umgebung überragende Erhebung an der Elbe. Hier lag der Sitz einer (markgräflichen) Burg zum Schutze des Elbübergangs. Später entwickelte sich das Schloss. Eine Elbbrücke wird erstmals in einer Urkunde von 1275 erwähnt. ergab sich die Straßentrasse der Frauenstraße auf dem Weg zwischen Poppitz und Ranvoltitz. Als Frauengasse zählt der innerstädtische Weg von der Schloßstraße nach Osten zum Frauentor, die Schloßstraße markiert den Weg vom Schloss auf dem Taschenberg am Westrand des (alten) Marktes zur Stadtmauer im Süden und dem Seethor. Die Frauengasse erschloss den nordöstlichen Bereich innerhalb der Stadtbefestigung. Das Frauentor führte bis zur Stadterweiterung in den östlichen Vorortbereich um die Kirche zu Unser lieben Frauen. Dieser frühe Kirchbau bestand bereits im 13. Jahrhundert. Vor dem Frauenthor an der Frauenkirche führte östlich die Rampische Gasse nach Pillnitz und südöstlich die Pirnaische Gasse in Richtung Pirna.Vergleiche Abbildung Gründungsgelände und Grundriß der späteren Stadt Dresden. In: Rudolf Förster und Autorenkollektiv: Dresden – Geschichte der Stadt in Wort und Bild. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1985, Seite 10.

1370 wird an der Frauengasse eine öffentliche Badestube genannt.Karlheinz Blaschke: Wirtschaft und Verfassung. In: Geschichte der Stadt Dresden. Band 1. Stuttgart 2005, S. 184. Als Moritz 1547 die Kurwürde erhielt, baute er Dresden als Residenzstadt aus. Er erweiterte das Residenzschloss und verschob die Stadtbegrenzung, sodass innerhalb der Stadtbefestigung der Neumarkt (an der Frauenkirche) entstand. Auf der vor der Erweiterung erstellten Karte von 1529 liegt die Große Frauengaß (18) zwischen Frauenthor (G) und Judengaß (19, 1852 → Galeriestraßedazu: Stadtwiki Dresden) mit der Bebauung südlich zum Jüdenhoff (R). Nach Westen wird die Trasse von der Großen Brüdergaße (4) übernommen.Die Kleine Brüdergasse (3) ist auf dieser Karte parallel zur Großen Brüdergasse, etwa mittig zwischen dieser und zum Taschenberg. Die Kleine Brüdergasse beginnt an der Schloßstraße (auf der Karte nicht benannt) nach Westen und endet am Wall. Die Große Brüdergasse führt durch den Wall (V) über den Wassergraben (T) mit dem Außenwerk der Festung (S) zum Wilsdruffer Tor (A). Die Kleine Frauengaße (17) führt südlich von der Großen Frauengasse nahe dem Frauenthor zum Loch (16), das die Wilßdorffer Gasse (5) vom Marckt (L) an zum Wall (V) verlängert. Das Loch bildet an der Kleinen Frauengasse einen leichten Knick nach Süden und endet nahe der Büttel Gaße (13) an der Stadtbefestigung ohne Durchgang.

Die Zuordnung der Namen zum Straßenzug ist wohl in den vergangenen 500 Jahren in ihrer Lage nicht durchgehend bestehen geblieben und sicher nicht fixiert gewesen. Bei Hantzsch findet sich dazu:

1760 bei der Beschießung Dresdens im Siebenjährigen Krieg durch preußische Truppen gegen die österreichische Besatzung wurde die Bebauung der umliegenden Straßen schwer betroffen. Die Gebäude wurden wieder aufgebaut oder es wurde neu gebaut. Allerdings konnten darüber Jahrzehnte vergehen und es bestanden langjährige Bauplätze. Durch die Kriegsschäden war Dresden verarmt und die sächsische Wirtschaft geschädigt. Die Bebauung der Frauengasse gehörte vorher zum „barocken Dresden“. 1850 gründeten Müller und Klemm in der Frauengasse die Europäische Modenakademie, einen Aus- und Weiterbildungsbetrieb mit angeschlossenem Moden-Verlag.

Von den erneuten Zerstörungen der Innenstadt beim Luftangriff am 13. Februar 1945 waren die Bauten an der Frauenstraße schwer betroffenWilhelm Rudolph: , Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 1945/1946 Kupferstich-Kabinett und total zerstört, nicht aufbaubar.Schadensplan der Stadt Dresden. Bearbeitet 1945/1946 vom Stadtbauamt Dresden anhand der Grundlagenkarte: Plan von Dresden. Blatt 1 (Altstadt, Neustadt, mit Legende zum Zerstörungsgrad) Vor dem Beginn der Neubauten um den Altmarkt waren die Ruinen auch der Frauenstraße beräumt, wodurch der Neumarkt leere Stadtfläche um die als „Kriegsgedenken“ erhaltene Frauenkirche wurde.

Mit dem in den 2000er Jahren erfolgenden (Wieder-)Aufbau der Frauenkirche und der Planung des Neumarktes wurde die restaurierende Gestaltung der umliegenden vormaligen Straßen des barocken Dresdens nach historischen Vorbildern begonnen und umgesetzt. Es wurde weitestgehend das ursprüngliche Straßenraster wieder hergestellt, so der „Bereich mit Straßenbelag“ zur Frauenstraße.

Historische Bebauung vor 1945 Im Folgenden sind Anmerkungen aus verschiedenen Quellen und den Dresdner Adressbüchern zu den Häusern, Eigentümern und Bewohnern sowie Nutzern der Frauenstraße aufgenommen, vor 1862 vorrangig beschränkt auf die so benannte Trasse.Ansichten der Häuser der Frauengasse bis 1945 finden sich auf der Seite Altesdresden.de Postkarten auf altesdresden.de Die Hausbezeichnungen wechseln sowohl zwischen der Bezeichnung nach dem Besitzer als Straßenname mit Hausnummer, beispielsweise im Adressbuch 1799 ist offensichtlich die Katasternummer als Hausnummer eingesetzt.

Bevor die Straßen der Altstadt 1862 neu geordnet wurden finden sich die Angaben im Adreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden 1859.Adressbuch 1859. Seite 268ff. Dieses enthält die Große Frauengasse zwischen Jüdenhof und Badergasse, die Kleine Frauengasse von der Badergasse zur Mittleren Frauengasse und die Mittlere Frauengasse vom Neumarkt zur Rosmaringasse. Wobei die Mittlere Frauengasse dem Lauf der kommenden Frauenstraße entspricht. Auf der Mittleren Frauengasse stehen die Häuser 1–13 (Katasterflächen 236–248), das Haus 1 steht am Neumarkt, das Haus Nummer 8 ist unter Große Frauengasse 5c erfasst und das Haus 12/13 ist ein Doppelhaus wiederum am Neumarkt. Die Häuser sind für die Große Frauengasse in Hufeisennummerierung 1–13 (Katasterflächen 250–262) und 14–22 (Katasterflächen 812–815 für Haus 14–17, 820–824 für 18–22) aufgenommen. In der Kleinen Frauengasse sind die Grundstücke 1–13 auf den Katasterflächen 266–278 aufgenommen.