Bankraub in der Rue Latour ist eine deutsche Gaunerkomödie aus dem Jahre 1961 von und mit Curd Jürgens in der Hauptrolle.

Handlung Die Geschichte aus Paris wird in einer Rückblende erzählt von dem in der Sauna sitzenden Cliff MacHardy.

Dieser ist ein Herr der alten Schule, doch damit lässt es sich heutzutage nicht gut auskommen. Und so beschließt Cliff, sich der gehobenen Gaunerei zuzuwenden. Da er sich aber in diesem Metier nicht auskennt, knüpft er Kontakt zu zwei erfahrenen Gaunern, Alex und Manchette, die ihm Hilfestellung leisten können. Zunächst aber muss erst einmal ein guter Plan her. Die drei Möchtegernganoven versuchen es erst einmal mit einer schlichten Verkleidungsnummer und wollen, als Popen maskiert, in der Bank einen Kassierer erleichtern. Doch der Bruch wird zur Lachnummer, die Angst vor der eigenen Courage ist größer als das Verbrechernaturell. Als ein Mädchen behauptet, dass der „Pope“ Cliff doch eben einen Revolver in der Hand gehabt hätte, windet sich der „Gangsterboss“ mit einem Trick heraus, und die drei Gauner-Darsteller blasen zum Rückzug. Beim Verlassen der Bank stoßen sie auf eine Filmcrew, die gerade Dokumentaraufnahmen anfertigt. Ein Crewmitglied fragt, ob man die drei geistlichen Herren für den Film aufnehmen dürfe.

Dadurch kommt Cliff die zündende Idee: Man müsste einen Bankraub mit Filmaufnahmen verbinden! Man müsste diese Bank so berauben, dass man davon rein gar nichts mitbekommt, nicht einmal die Bankangestellten selbst. So stellen die drei eine vorgetäuschte Filmcrew auf die Beine, die in einer realen Bank einen Banküberfall dreht, nur dass bei diesen „Dreharbeiten“ echtes Geld gestohlen wird. Bald ist auch eine passende Filiale ausgemacht, und zwar die in der Rue Latour. Doch rasch ergeben sich erste Schwierigkeiten und Hindernisse. Zwar haben die Gauner mit Bergström einen fähigen Regisseur und mit dem Chaoten und Wirrkopf Bex immerhin einen exzentrisch-einfallsreichen Drehbuchautor gefunden. Doch dann verliebt sich der Boss unerwartet in eine junge Frau, die er sein Maskottchen nennt. Mit dem zwielichtigen Camarro bekommt er auch noch einen Widersacher an den Hals, der von dem Bankraub-Plan Wind bekommen hat und damit droht, sie zu verpfeifen. Der Bankraub droht wegen des eigenen Unvermögens fast zu scheitern. Dafür hat Cliff aber einen lebensechten und preisgekrönten Film hergestellt, der seine Hersteller über Nacht berühmt und reich macht.

Produktionsnotizen Bankraub in der Rue Latour entstand zum Jahresanfang 1961, passierte die FSK-Prüfung am 11. Juli 1961 und wurde am 21. Juli 1961 im Turm-Filmpalast in Frankfurt am Main uraufgeführt. Am 17. Juni 1968 erfolgte in der DDR die erste Fernsehausstrahlung.

Peter Scharff entwarf die Filmbauten. Die Liedtexte schrieb Hans Fritz Beckmann. Bankraub in der Rue Latour war die letzte Filmregie Jürgens’.

Dem Film, der von der Kritik bisweilen Klamottenhaftigkeit bescheinigt wurde, war kein Kassenerfolg beschieden, auf der Rangliste für die Spielzeit 1961/62 rangierte Bankraub in der Rue Latour auf dem 81. Platz (von insgesamt 84 deutschsprachigen Lichtspielen).Der Spiegel, 43/1962, vom 24. Oktober 1962, S. 23

Kritiken

In Filme 1959/61 ist folgendes zu lesen: „Eine Curd-Jürgens-Maskerade, die sich zu Unrecht für witzig hält.“Filme 1959/61. Handbuch VI der katholischen Filmkritik. S. 19

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Mit Seitenhieben auf Politik und Filmindustrie gespickte kleine Komödie, die in einer langen Rückblende erzählt wird und brauchbare Kriminalunterhaltung liefert.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1961 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Kriminalfilm