Monfaucon (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Monfauconais und Monfauconaises, regional auch Pierrotins genannt.
Geografie
Monfaucon liegt etwa 48 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 77 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 21 Kilometer westnordwestlich von Bergerac am südwestlichen Rand des Départements am Übergang der Landschaft des Bergeracois zum Landais. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Lidoire, die es im Norden begrenzt, von den Flüsschen Gouyne, Léchou, Boucardia, Planche, Ruisseau du Bigounin und Ruisseau du Cluzeau sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monfaucon liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Monfaucon erstreckt sich über eine bewaldete, gewellte Hügellandschaft mit Erhebungen, die nach Osten hin Höhen über übersteigen. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich im Osten in der Nähe des Lieu-dits la Cabane. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südosten mit Höhe beim Austritt der Gouyne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 64 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 34 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 2 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation (Stand: 2018).
Monfaucon wird von den folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Monfaucon werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Monfaucon ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monfaucon beträgt 13,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 821 mm.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monfaucon Natürliche Risiken manifestieren sich in Monfaucon neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Da das Gemeindegebiet zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Monfaucon einer großen Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995 und 2005 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monfaucon besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes taucht erst im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Monfalco auf, im 14. Jahrhundert latinisiert in Prioratus Monsfalconis (1382) und wurde zu Montfaulcon im 17. Jahrhundert. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Name immer als Montfaucon notiert. Dieser Name steht für die Vereinigung zweier okzitanischer Wörter, mont, vom lateinischen mons, montis, und falcon aus den spätlateinischen falco, falconis (). Letzteres ist vielleicht von falx () aus dem klassischen Latein abgeleitet worden wegen der Krümmung des Schnabels oder der Fänge des Vogels. Die Bildung von Ortsnamen ausgehend von einem Tiernamen ist relativ oft anzutreffen, aber man kann in falcon, faucon auch einen gallorömischen Personennamen, Falco, sehen, der auch vom Namen des Raubvogels zurückgeht.Siehe Tanet, Hordé, Seite 225
Die frühesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit in der Gemeinde Monfaucon reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Die Spuren reichen vom Altpaläolithikum (vor mehr als 140.000 Jahren), belegt durch Feuersteinwerkzeuge des Acheuléen, bis in das Jungpaläolithikum, genauer gesagt in das späte Magdalénien (13.000 bis 8.000 v. Chr.) zurück. Am Fundort am Lieu-dit Gabastou im südlichen Gemeindegebiet wurden in den Jahren 1910 und 1964 mehrere Probegrabungen durchgeführt. Die Menschen des Magdalénien von Gabastou lebten nomadisch. In der warmen Jahreszeit errichteten sie Freilandlager mit Hütten, die jenen ähnelten, wie sie von Gruppen mit traditioneller Lebensweise genutzt werden.
Das Werkzeugspektrum besteht aus hochwertigem Feuerstein in Farben von Braun über Ocker bis hin zu Violett, Hellgelb oder gebänderten Varianten, der vorwiegend aus den Schwemmlandablagerungen der Region Bergerac sowie aus dem lokalen Boden stammte. Dieser Feuerstein wurde zur Bearbeitung an den Fundort gebracht. Bei den Artefakten handelt es sich hauptsächlich um Stichel, Kratzer auf Klingen und Bohrer.
Das Mönchtum entwickelte sich im Périgord ab dem 11. Jahrhundert. Im Mittelalter (11./12. Jahrhundert) unterstand das kleine Priorat Monfaucon der Gerichtsbarkeit des Klosters Paunat (das im 8. Jahrhundert gegründet worden war und seinerseits der Abtei Saint-Martial in Limoges unterstand, welche bereits im Jahr 400 entstanden war). Das Priorat Monfaucon wurde nahe dem Léchou-Tal an einem Ort namens La Pradelle errichtet. Davon sind nur wenige Überreste geblieben: ein Brunnen und weiter oben am Hang Spuren der Klostermühle. Ab dem 11. Jahrhundert, im Zuge der Gregorianischen Reformen, begann die landwirtschaftliche Erschließung der Waldränder, die an die kultivierten Talsohlen angrenzten. Mönche rodeten in diesen ländlichen Gebieten Wälder. Dies geschah auch im Umfeld des Priorats Monfaucon, und es ist stark anzunehmen, dass sie dort wie in den umliegenden Regionen Weinbau betrieben. Über das Leben in diesem Priorat ist nur wenig bekannt, abgesehen von der Tatsache, dass es am Nachmittag des 3. September 1304, während einer bischöflichen Visitation, den Erzbischof von Bordeaux, Bertrand de Got (der 1305 als Clemens V. Papst werden sollte), samt Gefolge beherbergte. Am selben Tag hatte er bereits das Priorat Saint-Médard de Gurson sowie Villefranche-de-Lonchat und Gurçon besucht, bevor er zur Übernachtung nach Le Fleix zurückkehrte.
Das Priorat, das zuletzt nur noch von einem einzigen Mönch bewohnt wurde, wurde Berichten zufolge bereits im 14. Jahrhundert zur Zeit des Hundertjährigen Krieges aufgelöst. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb die mündliche Überlieferung den Bau der Kirche den Mönchen des Priorats zu, doch gibt es keine urkundlichen Belege für diese Behauptung. Fest steht jedoch, dass sich das gemeinschaftliche Leben tatsächlich rund um das Priorat und später um die Kirche entwickelte und so das Dorf Monfaucon entstand.
Die Pfarrgemeinde Monfaucon bildete gemeinsam mit der von Ponchapt und Le Fleix die Kastellanei von Le Fleix. Die Kastellaneien Gurçon und Le Fleix unterstanden bis zum Tod von Archambaud de Grailly im Jahr 1413 der Herrschaft der wohlhabenden Seigneurs von Grailly, die ebenso wie die Grafen von Savoyen dem englischen König im 13. und 14. Jahrhundert die Treue hielten. Letzterer erließ und bestätigte die Statuten von Le Fleix, die auch für Monfaucon galten. Durch die Heirat mit Isabelle de Foix, der Erbin der Ländereien von Foix, im Jahr 1381 nahm die Familie Grailly infolge eines königlichen Dekrets den Namen Foix an (15. und 16. Jahrhundert). Da Henri François de Foix keine Erben hinterließ, vermachte er die Grafschaft Le Fleix an Charles Armand de Gontaud de Biron (1663–1756). Mangels eines männlichen Erben wurde das bis dahin ungeteilte Lehen im Jahr 1777 versteigert. Chevalier Jean-Louis de Rossane erhielt den Zuschlag für die Herrschaft Le Fleix, Teil der Sénéchaussée von Périgueux, die die beiden Pfarreien Le Fleix und Monfaucon umfasste.
Im 17. Jahrhundert behaupteten sich im ländlichen Périgord das Bürgertum und der Amtsadel, indem sie Land erwarben und dessen Wert durch Zusammenlegung und Aufwertung steigerten. Zu Beginn des Jahrhunderts besaßen Adlige und Bürger weitläufige Güter auf den besten Böden der Gemeinde. Sie besaßen einen großen Teil des Gemeindelandes, selten als zusammenhängendes Gebiet, aber über eine sehr große Fläche verteilt. Die Teilpacht war die vorherrschende Form der Landbewirtschaftung, und die Steuerlast, die in Naturalien erhoben wurde und ohnehin schon schwer wog, verschärfte sich gegen Ende des Jahrhunderts, auch aufgrund strenger Winter mit Erfrieren der Saat. Das 17. Jahrhundert war in der Region und insbesondere im Gebiet zwischen Bergerac und Sainte-Foy-la-Grande von unaufhörlichen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken geprägt. Das Périgord wurde zudem zum Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Bauern, die gegen die unter Richelieu erhöhte Steuerlast aufbegehrten, und königlichen Truppen sowie zwischen dem Adel, der den Verlust seiner Autorität über die Landbevölkerung fürchtete, und der königlichen Macht. Auch Monfaucon blieb von dieser langen Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen nicht verschont. Die Landbevölkerung hatte bereits während der Hugenottenkriege furchtbar gelitten, und das Elend der Bauern, erdrückt von der Taille-Steuer, verschlimmerte sich, bis es schließlich in anderen Teilen des Périgord zur Rebellion der Croquants führte. Im Landais kam es zwar zu keinen Unruhen, doch auch sie litt, gezeichnet von sozialer Ungerechtigkeit, unter demselben Elend und der gleichen Verzweiflung, begleitet von Hungersnöten, Pestepidemien und den Plünderungen marodierender Soldaten.