Philipp Lienhart (* 11. Juli 1996 in Lilienfeld) ist ein österreichischer Fußballspieler. Der Innenverteidiger steht seit Juli 2017 beim SC Freiburg unter Vertrag und spielt für die österreichische Nationalmannschaft.
Karriere Verein Anfänge in Wien Lienhart kam mit elf Jahren in den Nachwuchs des SK Rapid Wien und durchlief dort sämtliche Ausbildungsstufen inklusive der Akademie. Zusätzlich besuchte er das Gymnasium in der Wiener Maroltingergasse, welches aufgrund einer Kooperation mit dem Verein ein fixer Bestandteil in der Ausbildung junger Rapid-Talente ist. Lienhart absolvierte insgesamt 28 Spiele in der zweiten Mannschaft des SK Rapid in der Regionalliga Ost.
Wechsel zu Real Madrid Am 30. August 2014 wechselte Lienhart zunächst leihweise für ein Jahr in den Nachwuchs von Real Madrid.skrapid.at: „Von Rapid II zu Real Madrid“ (abgerufen am 3. Dezember 2015) In diesem Jahr, in dem er u. a. sieben Spiele in der UEFA Youth League bestritt, konnte sich Lienhart bei Real für eine fixe Verpflichtung empfehlen, die am 14. August 2015 offiziell vollzogen wurde.skrapid.at: „Offiziell: Lienhart zu Real“ (abgerufen am 3. Dezember 2015) In der Saison 2015/16 spielte er für Real Madrid Castilla, der zweiten Mannschaft von Real, die in der dritthöchsten spanischen Spielklasse Segunda División B antritt.
Nachdem Lienhart bereits im Oktober 2015 beim Primera-División-Spiel gegen UD Levante erstmals im Profikader von Real Madrid gestanden hatte,derstandard.at: „Philipp Lienhart erstmals im Kader Real Madrids“ (abgerufen am 3. Dezember 2015) debütierte er am 2. Dezember 2015 für die Königlichen in der vierten Runde des Cups gegen den FC Cádiz, als ihn Trainer Rafael Benítez in der 77. Minute anstelle von James Rodríguez ins Spiel brachte. Er ist somit der erste Österreicher, der jemals für Real Madrid gespielt hat.derstandard.at: „Philipp Lienhart debütiert für Real Madrid, dem Verein droht der Ausschluss“ (abgerufen am 3. Dezember 2015) Als Mitglied des Champions-League-Kaders wurde er im Mai 2016 erstmals Champions-League-Sieger.Siehe den CL-Kader von Real Madrid der Saison 2015/16 auf der Website der UEFA, abgerufen am 5. Juni 2017.
Anfang August 2016 wurde Lienhart für den UEFA Super Cup nominiert,Siehe den Kader auf der Website der UEFA, abgerufen am 9. August 2016. kam aber beim 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den FC Sevilla nicht zum Einsatz. Als Mitglied des Champions-League-Kaders wurde er im Juni 2017 zum zweiten Mal Champions-League-Sieger.Siehe den CL-Kader von Real Madrid der Saison 2016/17 auf der Website der UEFA, abgerufen am 5. Juni 2017.
SC Freiburg mini|Lienhart (Mitte) im Trikot des SC Freiburg (2017)
Zur Saison 2017/18 wechselte Lienhart zunächst für ein Jahr auf Leihbasis (mit Kaufoption) in die Bundesliga zum SC Freiburg.Philipp Lienhart kommt aus Madrid, SC Freiburg, abgerufen am 5. Juli 2017 Unter Christian Streich kam er in den ersten neun Ligaspielen stets in der Startelf zum Einsatz. Am neunten Spieltag am 22. Oktober zog sich Lienhart eine Muskel- und Sehnenverletzung im Knie zu und kam erst am 10. Dezember wieder zu einem Einsatz, bei dem er sich einen Teilriss des Außenbandes zuzog.Lienharts Freiburg-Zeit in zwei Teilen, 31. März 2018, abgerufen am 8. Juni 2018. Nachdem er diese Verletzung auskuriert hatte, kam er Anfang März noch auf einen Einsatz.
Zur Saison 2018/19 erwarb der SC Freiburg schließlich auch die Transferrechte an Lienhart., SC Freiburg, abgerufen am 5. Juni 2018
Am 2. Spieltag der Saison 2019/20 beim 1:3-Auswärtssieg gegen den SC Paderborn 07 bereitete Lienhart den Führungstreffer zum 1:2 durch Nils Petersen vor und erreichte so seinen ersten Scorerpunkt.
In der Saison 2020/21 erzielte Lienhart beim 1:1 gegen Werder Bremen mit dem Treffer zum 1:0 sein erstes Bundesligator. Am 15. Spieltag traf Lienhart beim 5:0-Sieg gegen den 1. FC Köln zum zwischenzeitlichen 4:0. Dies war neben anderen der bis dato höchste Sieg des SC Freiburg in der Bundesliga. Lienhart stand bei allen 34 Bundesligaspielenin der Startelf.
In der Saison 2021/22 konnte sich der SC Freiburg auch aufgrund guter Defensivarbeit von Lienhart und des von der Leihe zum 1. FC Union Berlin zurückgekehrten Nico Schlotterbeck mit einem 6. Platz in der Liga für die Europa League qualifizieren. Am 14. Spieltag traf Lienhart beim 0:6 gegen Borussia Mönchengladbach zum 0:3, womit der höchste Bundesliga-Sieg aus der Vorsaison übertroffen wurde. Im Halbfinale des DFB-Pokals konnte durch einen 1:3-Erfolg beim Hamburger SV das Finale erreicht werden. Gegen RB Leipzig lag Freiburg lange in Führung, musste jedoch in Überzahl ein Gegentor hinnehmen und verlor mit 2:4 im Elfmeterschießen. Lienhart stand bei allen sechs Spielen in der Startaufstellung.
Nachdem Nico Schlotterbeck zu Borussia Dortmund und Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach nach Freiburg gewechselt waren, bildeten Ginter und Lienhart ab der Saison 2022/23 über weite Strecke das Innerveidiger-Duo des SC Freiburg. Im Hinspiel des Europa League Achtelfinales 2022/23 gegen Juventus Turin musste Lienhart in der 68. Spielminute aufgrund einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden und fehlte auch im Rückspiel. Der SC Freiburg verlor mit 1:0 und 0:2 und schied aus.
In der Saison 2023/24 verpasste Lienhart verletzt große Teile der Rückrunde und bestritt nur einen Jokereinsatz. Grund hierfür waren erst eine Leistenoperation und später eine Knieverletzung. Gleichzeitig fielen auch Matthias Ginter sowie die Nachwuchskräfte Max Rosenfelder und Kenneth Schmidt verletzt aus. Bei der 2:1-Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin am 34. Spieltag stand nach dem kurzfristigen Ausfall von Manuel Gulde kein nomineller Innenverteidiger in der Startelf. Freiburg verpasste durch die Niederlage die erneute Qualifikation für die Europäischen Wettbewerbe.
Nachdem Christian Streich seinen Vertrag nicht mehr verlängert hatte, wurde Julian Schuster dessen Nachfolger als Cheftrainer. Mit Schuster hatte Lienhart in seiner ersten Saison noch zusammengespielt. Am letzten Spieltag der Saison 2024/25 schlug Lienhart gegen Eintracht Frankfurt beim direkten Duell um Platz drei in der Bundesliga in der Nachspielzeit der ersten Hälfte im eigenen Strafraum am Ball vorbei und ermöglichte so den Ausgleich zum 1:1. Der SC Freiburg verlor mit 1:3, wurde von Borussia Dortmund überholt und qualifizierte sich so als fünfter für die Europa League.
Am 8. Spieltag der Saison 2025/26 sah Lienhart bei der 2:0-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen die Gelb-Rote Karte. Für Lienhart war dies der erste Platzverweis im Trikot des SC Freiburg. Ab der Rückrunde fiel Lienhart mit einer Bauchmuskelverletzung aus und kehrte nach der Länderspielpause bei der 2:3-Niederlage in der Nachspielzeit gegen den FC Bayern München in die Startelf zurück. Auch im anschließenden Viertelfinale der Europa League gegen Celta Vigo stand Lienhart in der Startaufstellung. Im Halbfinale gegen Sporting Braga konnte der SC Freiburg durch ein 3:1 im Rückspiel die 2:1-Niederlage aus dem Hinspiel aufholen und ins Finale gegen Aston Villa einziehen, welches mit 0:3 verloren wurde.
Nationalmannschaft Lienhart kam beginnend von der U18, für die er am 5. März 2014 im Freundschaftsspiel gegen Slowenien debütierte, in allen österreichischen Jugendnationalteams zum Einsatz. So spielte er bei der U-19-Europameisterschaft 2014 in Ungarn, bei der Österreich bis ins Halbfinale kam sowie bei der U-20-Weltmeisterschaft 2015 in Neuseeland, bei der Österreich im Achtelfinale ausschied. Im Jahr 2015 absolvierte er darüber hinaus alle Spiele für die U21 in der Qualifikation zur U-21-Europameisterschaft 2017.
Im September 2017 wurde er als Ersatz für den verletzten Sebastian Prödl erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen.Prödl fällt gegen Georgien aus, Lienhart nachnominiert kleinezeitung.at, am 3. September 2017, abgerufen am 3. September 2017 Sein Debüt im Nationalteam gab er am 9. Oktober 2017, als er im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien in der Startelf stand. Im Mai 2021 wurde er in den vorläufigen Kader Österreichs für die EM 2021 berufenVorläufiger ÖFB-Kader für die EURO-Vorbereitung nominiert oefb.at, am 19. Mai 2021, abgerufen am 19. Mai 2021 und schaffte es schlussendlich auch in den endgültigen KaderFranco Foda fixiert 26 Spieler umfassenden EURO-Kader oefb.at, am 24. Mai 2021, abgerufen am 24. Mai 2021, mit dem er bis zum Achtelfinale kam. Während des Turniers kam er zu zwei Einsätzen als Einwechselspieler.
Im Mai 2024 wurde er in den vorläufigen Kader Österreichs für die EM 2024 berufenRangnick nominiert Großkader für UEFA EURO 2024 oefb.at, am 21. Mai 2024, abgerufen am 4. Juni 2024 und schaffte es schlussendlich auch in den endgültigen Kader.Nationalteam-Kader für UEFA EURO 2024 fixiert oefb.at, am 7. Juni 2024, abgerufen am 8. Juni 2024
Im Mai 2026 wurde er von Trainer Ralf Rangnick in den Kader für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada berufen.
Persönliches Im Mai 2024 heiratete er seine langjährige Freundin Cornelia in Lilienfeld.
Titel und Erfolge Real Madrid UEFA-Champions-League-Sieger: 2016 (ohne Einsatz), 2017 (ohne Einsatz) UEFA-Super-Cup-Sieger: 2016 (ohne Einsatz) SC Freiburg Finalist UEFA Europa League 2026
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballnationalspieler (Österreich) Kategorie:Fußballspieler (SK Rapid Wien) Kategorie:Fußballspieler (Real Madrid) Kategorie:Fußballspieler (SC Freiburg) Kategorie:UEFA-Champions-League-Sieger Kategorie:UEFA-Super-Cup-Sieger Kategorie:Teilnehmer an einer Fußball-Europameisterschaft (Österreich) Kategorie:Teilnehmer an einer Fußball-Weltmeisterschaft (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1996 Kategorie:Mann