Die katholische Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt (ältere Schreibweise auch St. Mariae Himmelfahrt bzw. St. Mariä Himmelfahrt) befindet sich in der Ortsgemeinde Herxheim bei Landau/Pfalz und nimmt dort aufgrund ihrer zentralen und erhöhten Lage auch eine ortsbildprägende Bedeutung ein. Die Kirche ist zu Ehren der Aufnahme Mariens in den Himmel (Mariä Himmelfahrt) geweiht.

Die erste Herxheimer Kirche wird als kleine Hofkirche nach der Gründung des Ortes im Jahre 773 n. Chr. angenommen.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 55. Über die Jahrhunderte hinweg wurde die Kirche mehrmals umgestaltet und vergrößert, sodass sie zum heutigen Zeitpunkt mehrere Baustile in sich vereint. Auffällig ist bis heute der im Jahre 1507 entstandene spätgotische Chorraum samt Kirchturm von 1585 sowie das hallenartige Langhaus im spätbarocken Stil.

Mit Inkrafttreten der Strukturreform „Gemeindepastoral 2015“ des Bistums Speyer behält die Herxheimer Kirche ihren Status als Pfarrkirche bei. Sie ist somit Hauptgottesdienstort und das größte Kirchengebäude der am 1. Januar 2016 neu gegründeten Pfarrei Hl. Laurentius Herxheim. mini|hochkant|Maria Assunta (1950), Detailaufnahme

Geschichte Mittelalter mini|hochkant|Deckengewölbe Die Ursprünge der Herxheimer Kirche liegen im Dunkeln. Gegenüber dem heutigen Kirchberg befand sich ein ehemaliges Weißenburger Klostergut, welches im Jahre 1057 durch Schenkung an die salische Herrschaft Heinrichs IV. fiel. Erst 1213 wird das Kirchengebäude in Herxheim urkundlich erwähnt. Vermutlich handelte es sich hierbei bereits um eine zweite Kirche im romanischen Stil, die als Nachfolger einer kleineren Hofkirche errichtet wurde.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 54f. Wem die Kirche direkt unterstellt war, ist ebenfalls nicht gesichert. Im Zuge des mittelalterlichen Feudalisierungsprozesses ist anzunehmen, dass auch die Herxheimer Kirche einem adeligen Grundherren unterstellt war. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Eigenkirchenwesen. Der Grundherr war unter anderem für die Errichtung von Kirchengebäuden und die Einstellung von Priestern zuständig. Zwei Drittel des Kirchenzehntes kamen dabei ansässigen Herxheimer Adelsfamilien zu, ein Drittel war seit dem Jahre 1213 dem Domsänger zu Speyer vorbehalten, der unter anderem für den Ausbau von Chor und Pfarrhaus sorgte. Seit dem 16. Jahrhundert lag die Hälfte des Kirchenzehntes in den Händen der Herxheimer Adelsfamilie der Löwensteiner.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 55.

Neuzeit Politische und kirchliche Gemeinde fielen in Herxheim bis zur Französischen Revolution weitgehend zusammen. Der Friedhof wurde üblicherweise um das Gotteshaus angelegt. Es finden sich heute noch einige Überreste von Gräbern südöstlich des Chores, die allerdings starke Verwitterungsspuren aufweisen. Nach der Reformationszeit war auf dem Friedhof lediglich die Bestattung katholischer Christen erlaubt.

Die Auswirkungen der Revolutionszeit waren auch in der kirchlichen Gemeinde zu spüren. So wurde unter anderem das Pfarrhaus verwüstet und durch die politische Gemeinde renoviert. In den Jahren 1833/1834 erfolgte, ebenfalls durch die Ortsgemeinde veranlasst, ein Umbau des Kirchengebäudes. Erst im Jahre 1910 verzichtete die Ortsgemeinde Herxheim am Tag des Patroziniums (15. August) zugunsten des Verwaltungsrates der Pfarrei auf ihre bestehenden Besitzansprüche am Kirchturm. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Pfarrei die vollständige Verantwortung bezüglich Kirchturm, Glocken und Turmuhr. Seit dem Jahre 1948 ist die Pfarrei für alle Bau- und Unterhaltspflichten selbst zuständig.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 55f.

Architektur Kirchturm Der spätmittelalterliche Kirchturm bestand nur bis zur Hälfte des heute sichtbaren Turmes. Eine spätere Turmerweiterung lässt sich anhand der Steinstrukturen und Verfärbungen heute noch gut erkennen. Durch die Verwitterung sind die Steine des mittelalterlichen Turmes deutlich schwärzer als die Steine des Anbaus. Das untere Mauerwerk des Turmes bis zum gotischen Südfenster entstand wahrscheinlich um das Jahr 1400. Erst 1833/1834 wurde der Turm um etwa sechs Meter erhöht. In dieser Zeit erfolgte auch der Einbau eines gotischen Portales auf der Südseite des Turmes.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 59.

Die Glockenstube selbst stammt hingegen aus dem Jahre 1585, was eine eingemeißelte Jahreszahl an einem der Schallfenster belegt. Beim Umbau 1833/1834 wurde die mittelalterliche Turmspitze zu einer kleineren Turmlaterne umgestaltet. Diese bestand bis zum Jahre 1967, in welchem die heute sichtbare Kirchturmspitze errichtet wurde. Den Abschluss der neuen Spitze bildet ein 3,10 Meter hohes Kreuz auf einer Kugel (Durchmesser: 0,70 Meter). Der Kirchturm wurde 1967 somit um 20 Meter auf insgesamt 57 Meter erhöht und stellt seither ein markantes Merkmal der Pfarrkirche dar.

Bei der Kirchenrenovierung 2010 wurden einige Schieferziegeln ausgebessert. Im Zuge des Einbaues eines neuen Glockenstuhls (Januar 2016) wurden bereits im Dezember 2015 die Schallläden der Glockenstube erneuert. Im Verlauf der Renovierungsarbeiten wurden jedoch am Kirchturm enorme Schäden und Risse am Gemäuer und der Schiefereindeckung festgestellt. Die Unterkonstruktion aus Holz konnte die Schieferplatten nicht mehr tragen. Der Turmhelm wurde folglich mit einer Holzverschalung und 18.000 Schieferplatten aus Spanien erneuert. Die Schiefereindeckung wurde nach der altdeutschen Deckung vorgenommen. Bei der Abnahme des 5 Meter hohen Turmkreuzes im Dezember 2016 wurden auch hier Korrosionserscheinungen festgestellt. Turmkreuz und Turmkugel wurden entsprechend ihrem Originalzustand wieder neu vergoldet.Arno Vogt: In schwindelnden Höhen, in: Herxheimer Heimatbrief 2016. S. 29f. Im Juni 2017 wurde die Turmrenovierung nach 19-monatiger Bauphase abgeschlossen.

Chorraum mini|hochkant|Chorraum mit Weihnachtsschmuck Herzstück der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt bildet der spätgotische Chor aus dem Jahre 1507. Der Grundstein des Chores ist an der südlichen Außenseite gut zu erkennen. Darauf steht geschrieben:

Inschrift Übersetzung „Anno ◊ dni ◊ MCCCCC VII ◊ uf ◊ viti ◊ und ◊ modesti ◊“ „Im Jahre des Herrn 1507 auf Vitus und Modestus“

Gedenktag der Heiligen Vitus und Modestus ist der 15. Juni. Nicht bekannt ist, ob es sich beim 15. Juni 1507 um den Tag des Baubeginnes, der Fertigstellung oder den Tag der Konsekration des fertigen Baues handelt.Hermann Rieder: Kirchenjubiläum, 500 Jahre spätgotische Kirche. Herxheim 2007, S. 1.

Den Chor kennzeichnet ein dreijochiges Netzgewölbe, das sich in Achteckseiten erstreckt.

An den Seitenwänden des Chores befinden sich die Statuen der Nebenpatronen St. Sebastian und St. Laurentius.

Kirchenschiff mini|Innenraum mit Blick auf den Chor, Seitenaltäre und Kanzel Das Kirchenschiff misst etwa 40 m × 20 m und wurde 1776/1777 errichtet. Das starke Anwachsen der Herxheimer Bevölkerung machte einen pragmatischen Umbau des alten Kirchenschiffes notwendig. Infolgedessen erweist sich das Kirchenschiff als eher schlicht und schmucklos, da es sich letztlich um einen saalartigen Funktionsbau handelt, welcher nach den Plänen von François Gavillet, dem damaligen Ingenieur und Festungsbaumeister von Landau, angefertigt wurde.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 64. So besitzt die Herxheimer Pfarrkirche mitsamt der Empore Sitzbänke für 1000 Personen, was sich für eine Dorfkirche als eher ungewöhnlich erweist.

Die Empore wird von 12 Eichenstämmen, die in Marmoroptik gestaltet wurden, getragen. Im Kirchenraum finden sich zudem 14 Kreuzwegstationen auf Öl aus dem Jahre 1868, die von J. Mayr (München) gefertigt wurden sowie vier Nebenaltäre im Rokoko-Stil aus dem 18. Jahrhundert.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 68f.

Ausstattung Hochaltar mini|hochkant|Flügelaltar (1950) Im spätgotischen Chor laufen alle Fluchtpunkte auf den Hochaltar aus dem Jahre 1950 zu, welcher von den Professoren Panzer (Bildhauer, München) und Burkhart (Maler, Frankfurt) gefertigt wurde. Zentrum des Hochaltares ist zunächst der versilberte Tabernakelschrein, der gemäß dem eucharistischen Verständnis der Katholischen Kirche als Aufbewahrungsort der konsekrierten Hostien dient.

Über dem Tabernakel befindet sich der Flügelaltar, welcher in der Mitte als Hauptmotiv die Entschlafung Mariens im Kreise der Jünger Jesu zeigt. Die beiden Seitenflügel weisen je vier Bildmotive aus dem Leben Mariens auf. Sie beginnen mit einer Darstellung der Verkündigung Mariens und enden mit der Hochzeit zu Kana.Egon Ehmer: Baugeschichte und Beschreibung der Pfarrkirche St. Maria in Herxheim. In: Herxheimer Heimatverein: 1225 Jahre Herxheim, Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfes. Herxheim 1998, S. 61. Die Rückseiten der Flügel stellen die Nebenpatrone der Pfarrkirche (St. Laurentius, St. Sebastian) dar. In der Fastenzeit sowie in der Adventszeit wird der Flügelaltar zugeklappt, sodass auch diese Gemälde besichtigt werden können.

Unmittelbar über dem Flügelaltar fügt sich thematisch eine Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel in Form einer Strahlenmandorla an, was zugleich auch das Patrozinium der Pfarrkirche in bildlicher Weise zur Schau stellt.

Zelebrationsaltar und Ambo mini|links|Zelebrationsaltar mit Altarkreuz (1994) Im April 1994 wurde durch Bischof Anton Schlembach der neue Zelebrationsaltar geweiht. Er löste damit einen einfachen, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bestehenden, provisorischen Holzaltar ab. Der Zelebrationsaltar ist ein achteckiger Tisch aus hellgelbem Sandstein. An der Tischsäule sind vier bronzene Weinreben mit Weinlaub zu sehen. Die Symbolik des Altares verweist somit auf das biblische Wort Jesu

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. (Joh)

Der Ambo wurde im gleichen Stil geschaffen. Die Ambosäule zeigt linksseitig bronzene Dornen, rechtsseitig bronzenes Getreide. Der Ambo als Ort des Wortgottesdienstes während der Eucharistiefeier verweist in seiner künstlerischen Gestaltung auf das jesuanische Gleichnis vom Sämann. Darin wird auch das Verständnis des göttlichen Wortes gedeutet: