alternativtext=|mini|Das Festspielhaus Hellerau ist Sitz von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau (Eigenschreibweise HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste) ist ein Kulturbetrieb der Landeshauptstadt Dresden auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau.

Geschichte 1986 gründete sich unter der Leitung von Udo Zimmermann das „Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik“ (DZzM) als städtische Einrichtung, welches vor allem durch die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Es hatte sein Domizil in einer Villa auf der Schevenstraße 17 im Dresdner Stadtteil Loschwitz.

Um eine nachhaltige künstlerische Arbeit auf dem Festspielhausgelände zu initiieren, verlegte die Stadt Dresden das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik zum 1. Juli 2002 nach Hellerau. Damit einher ging eine konzeptionelle Neuorientierung. Zum 1. Januar 2004 wurde das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik in das „Europäische Zentrum der Künste Hellerau“ umgewandelt. Udo Zimmermann fungierte als Gründungsintendant dieses neuen Zentrums, welches zukünftig als Trägereinrichtung auch den Spielbetrieb im Festspielhaus sichern soll.Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) wird zum Träger des Festspielhaus-Geländes in Hellerau, Nachricht der Stadt Dresden vom 15. Dezember 2003, abgerufen am 30. Oktober 2016

Nach erfolgter Sanierung des Innenraums des Festspielhauses im Sommer 2006 wurde das Europäische Zentrum offiziell in „HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden“ umbenannt. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Udo Zimmermann 2008 übernahm Dieter Jaenicke 2009 die Intendanz. Seitdem wird das Festspielhaus ganzjährig in Spielzeiten spartenübergreifend mit zeitgenössischer Kunst bespielt. Mittlerweile zählt HELLERAU zu den wichtigen interdisziplinären Zentren zeitgenössischer Künste in Deutschland. Zeitgenössischer Tanz, Musik, Performance, Theater und Medienkunst sind hier zuhause. Die Dresden Frankfurt Dance Company ist neben anderen Künstlern fester Partner des Hauses. Von 2003 bis 2018 war auch das Tanztheater DEREVO in HELLERAU ansässig.Geschichte auf hellerau.org; abgerufen am 8. August 2018

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste ist Mitglied oder Teil vieler internationaler und nationaler Vereine und Netzwerke, unter anderem

Bündnis internationaler Produktionshäuser WOD – Weltoffenes Dresden DRESDEN-concept Arbeitskreis Deutscher Internationaler Residenzprogramme (ADIR) explore dance – Netzwerk Tanz für junges Publikum Deutscher Bühnenverein, Landesverband Sachsen Landesverband der Freien Theater in Sachsen e.V. KlangNetz Dresden, Internationale Gesellschaft für Neue Musik

In verschiedenen Schwerpunkten und Festivalformaten beschäftigt sich HELLERAU mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Dresden nimmt durch seine geografische Lage an den Grenzen zu Polen und zur Tschechischen Republik, aber auch durch seine Geschichte innerhalb Deutschlands eine wichtige Position als Ost-West-Drehscheibe ein. Ein Programmfokus beschäftigt sich daher mit der Rolle der Künste in den gesellschaftlichen Transformationsprozessen der ehemaligen Ostblockstaaten nach 1989. Andere Themen kreisen um Nachbarschaften, Generationen, Erbe, Tradition und Erinnerung sowie digitale Transformation und ökologische Nachhaltigkeit.

Das international und interdisziplinär ausgerichtete Residenzprogramm in HELLERAU bietet jährlich zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, eigene Arbeitsmethoden zu vertiefen und konzentriert Projekte zu entwickeln. Dafür arbeitet HELLERAU mit zahlreichen nationalen und internationalen Partnern zusammen.

Das Vermittlungsprogramm HELLERtreff lädt mit den Tanzworkshops „HELLERmoves“ und den Musikworkshops „HELLERsounds“ alle Menschen mit und ohne Vorkenntnisse ein, Tanz, Performance und Musik auszuprobieren sowie beim Nachbarschaftstreffen, in Publikumsgesprächen und Einführungen ins Gespräch zu kommen.

Besondere Veranstaltungen Im Juni 2019 fand in Hellerau der renommierte Tanzkongress, eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes, unter der künstlerischen Leitung von Meg Stuart stattProjektseite der Kulturstiftung des Bundes, aufgerufen am 23. Dezember 2020.

2012 und 2026 veranstaltete HELLERAU die Tanzplattform Deutschland, die jeweils die bemerkenswertesten Tanzproduktionen der letzten zwei Jahre präsentiert.

2026 erhielt HELLERAU den Theaterpreis des Bundes. Die Jury würdigte: „HELLERAU gelingt ein beeindruckender programmatischer Balanceakt: Als zentraler Produktions-, Residenz- und Gastspielort der Freien Darstellenden Künste im Osten Deutschlands verbindet es regionale Verankerung mit internationalen Perspektiven und stellt sich immer wieder entschlossen ins Verhältnis zu seinem gesellschaftlichen Umfeld. Als Leuchtturm Freier Darstellender Künste und Förderer exzellenter Kunst wächst HELLERAU hoch hinaus und wirkt dialogisch in die Breite, indem es künstlerische Qualität mit gesellschaftlicher Verantwortung und politischer Sensibilität verbindet.“

Intendanten Udo Zimmermann (2004–2008) Dieter Jaenicke (2009–2018) Carena SchlewittCarena Schlewitt übernimmt Intendanz in Hellerau, Artikel im Blog Musik in Dresden vom 23. September 2016; abgerufen am 14. November 2016 (seit der Spielzeit 2018/19)

Literatur Marion Demuth, Udo Zimmermann (Hrsg.): Klang – Raum – Bewegung. 10 Jahre Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1996, ISBN 3-7651-0331-4. Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden (Hrsg.): Hellerau leuchtet. Festschrift zum zehnten Jahrestag der Wiedereröffnung des Festspielhauses Hellerau, Eigenverlag, Dresden, 2016 Barbara Büscher und Verena Elisabet Eitel (Hrsg.): HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Geschichte, Raumprogramm, kuratorische Konzeptionen und künstlerische Projekte. ARBEITSHEFT #4: Produktionshäuser zeitgenössischer performativer Künste, Leipzig, März 2023

Weblinks

Homepage von Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Einzelnachweise

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