Der Oberststabelmeister leitete das Zeremoniell bei der Tafel des Wiener Kaiserhofs.

Beschreibung Der Oberststabelmeister (auch Oberst-Stabelmeister) war im Hofstaat des Wiener Kaiserhofs, auch noch im Kaisertum Österreich, ein sogenannte Hofdienst; er war dem Obersthofmeister unterstellt und leitete das Tafelzeremoniell, unter anderem bei der „Öffentlichen Tafel“,Die öffentliche Tafel der Habsburger. habsburger.net; abgerufen am 6. September 2020. bei der das Publikum dem speisenden Monarchen zusehen konnte.

Der Oberststabelmeister sollte nicht mit dem Oberststallmeister verwechselt werden, der einen höheren Rang hatte und dem die Hofstallungen unterstanden. Der Wortbestandteil Stabel kommt vom Stab her. Johann Christoph Adelung schreibt im Artikel Stabelherr seines „Wörterbuchs“:

Der Stab ist also als Insigne zu verstehen. Als es keine Ritterturniere mehr gab, ging der Begriff des Stabelmeisters anscheinend auf den Leiter des Tafelzeremoniells über. Dementsprechend schreibt Eduard Vehse:Carl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Hamburg 1851, 9. Band, 2. Abth.: Geschichte des österreichischen Hofes und Adels … insbes. S. 20–21; .

Dies betraf bereits das Jahr 1594. Die Fürschneider hießen später (etwa 1650) „Vorschneider“. Am Wiener Hof gab es keine Panatiers (oder Panetiers).

Einige k.u.k. Oberststabelmeister Diese sind aufgeführt, soweit sie aus den Staatshandbüchern ersichtlich sind, die in der Web-Präsenz der Bayerischen Staatsbibliothek oder in den „Digitalisierten Rechts- und Gesetzestexten“ der Österreichischen Nationalbibliothek „online zu lesen“ sind (siehe unten).

Bis 1791 lautete der Titel in den Quellen „Obriststäbelmeister“, von 1793 bis 1806 „Oberststäbelmeister“. Leopold Christoph Julius Graf von Schallenberg, 1784–1799 Gundacker Graf von Sternberg, 1798–1802 Theodor Frey- und Panierherr von Risenfels, 1803–1832 (1803–1806 „Risenfelß“, 1807 „Riesenfels“ geschrieben) Carl Graf von Clary und Aldringen, 1833–1836. (Im Jahre 1837 war die Stellung unbesetzt). Franz Graf Taaffe, 1838–1848 Georg (György) Graf Esterházy von Galantha, 1856–1864. 1865 gab es nur noch einen Unterstabelmeister, ab 1866 gar keinen Stabelmeister mehr.

Literatur Ivan von Žolger: Der Hofstaat des Hauses Österreich. Deuticke, Wien / Leipzig 1917, insbes. S. 60–71, 112, 157. Ingrid Haslinger: Küche und Tafelkultur am kaiserlichen Hofe zu Wien … Besteli, Bern 1993, insbes. S. 13, 15, 16. Karl Vocelka, Lynne Hell: Die Lebenswelt der Habsburger. Kultur- und Mentalitätsgeschichte einer Familie. Styria, Graz (u. a.) 1997, insbes. S. 256, 258. Ilsebill Barta-Fliedl u. a.: Tafeln bei Hofe – Zur Geschichte der fürstlichen Tafelkultur. Hamburg 1998, insbes. S. 5, 46, 65, 96.

Weitere Quellen Hof- und Staats-Schematismus der röm. kaiserl. auch kaiserl. königl. und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien, Wien 1702–1806 (Titel variiert etwas im Lauf der Zeit). Hof- und Staats-Schematismus des österreichischen Kaiserthumes, Wien 1807–1843. Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthumes Österreich, Wien 1844–1868. K.u.k. Staatshandbücher

Einzelnachweise

Kategorie:Kaisertum Österreich Kategorie:Hofamt Kategorie:Historische Amtsbezeichnung Kategorie:Essen und Trinken (Österreich)