Japan, dessen NOK, das Japanische Olympische Komitee (jap. , Nippon orimpikku iinkai), 1911 gegründet wurde, nimmt seit 1912 an Olympischen Sommerspielen teil. 1948 wurde Japan nicht eingeladen, 1980 unterstützte Japan den Boykott der Spiele von Moskau.

Seit 1928 nehmen japanische Athleten an Olympischen Winterspielen teil. Wie auch bei den Sommerspielen wurde Japan 1948 nicht eingeladen. Jugendliche Athleten wurden zu allen bislang ausgetragenen Jugend-Sommer- und Jugend-Winterspielen entsandt.

Allgemeines mini|Oda Mikio, Japans erster Olympiasieger mini|Zieleinlauf über 800 Meter 1928: Links Hitomi Kinue mit Silber, rechts die Siegerin Lina Radke (GER) Mit zwei Leichtathleten als Mitglieder der Olympiamannschaft beginnt 1912 in Stockholm Japans olympische Geschichte. Der erste japanische Olympionike war am 6. Juli 1912 der Sprinter Yahiko Mishima. Die erste Frau aus Japan bei Olympischen Spielen war am 30. Juli 1928 die Leichtathletin Hitomi Kinue.

Die ersten Winterolympioniken Japans waren am 14. Februar 1928 die Skilangläufer Minoru Nagata, Subaru Takahashi, Sakuta Takefushi und Asō Takeharu. Als erste japanische Frau bei Winterspielen ging am 11. Februar 1936 die Eiskunstläuferin Etsuko Inada an den Start.

Japan gehört zu den erfolgreichen Teilnehmernationen bei Olympischen Spielen. Im Judo ist Japan die führende Nation. Hier wurden bislang 39 Olympiasieger gestellt. In der Anzahl der Medaillen ist Japan im Turnen noch erfolgreicher. 98 Medaillen stehen bis 2018 zu Buche, im Judo wurden bislang 84 Medaillen gewonnen. Auch im Schwimmen (80 Medaillen, 22 Olympiasiege) und im Ringen (69 Medaillen, 32 Olympiasiege) zählt Japan zu den stärksten Nationen. Die meisten Olympiasiege bei Winterspielen gelangen mit vier Goldmedaillen im Eisschnelllauf. 21 Medaillen wurden hier gewonnen, auch in dieser Hinsicht die meisten bei Wintersportarten.

Japans erfolgreichste Teilnahme an Sommerspielen waren die heimischen Sommerspiele von Tokio 1964 und die Spiele von Athen 2004 mit jeweils 16 Olympiasiegen. Erfolgreicher in der Anzahl der gewonnenen Medaillen insgesamt waren die Spiele von Rio de Janeiro 2016. Hier gewannen japanische Athleten insgesamt 41 Medaillen. Die erfolgreichsten Winterspiele waren die Spiele von Nagano 1998. Hier gelangen die meisten Olympiasiege (5) und wurden die meisten Medaillen gewonnen (10).

Die erste Medaille für Japan gewann am 23. August 1924 der Tennisspieler Ichiya Kumagase mit Silber im Herren Einzel. Den ersten Olympiasieg schaffte am 2. August 1928 der Leichtathlet Oda Mikio, der den Dreisprung gewann. Die erste Japanerin mit einer olympischen Medaille war Hitome Kinue, die am gleichen Tag Silber über 800 Meter gewann. Die erste japanische Olympiasiegerin war am 11. August 1936 die Schwimmerin Hideko Maehata, die den Wettbewerb über 200 Meter Brust gewinnen konnte.

Bei Winterspielen gewann Chiharu Igaya die erste olympische Medaille. Am 31. Januar 1956 gewann er Silber im Slalom. Erster Olympiasieger im Wintersport war am 6. Februar 1972 der Skispringer Yukio Kasaya, der das Springen von der Normalschanze gewann. Die Eisschnellläuferin Seiko Hashimoto war am 12. Februar 1992 die erste Frau Japans mit einer olympischen Medaille bei Winterspielen. Freestyle-Skifahrerin Tae Satoya wurde am 11. Februar 1998 auf der Buckelpiste Japans erste Winterolympiasiegerin.

Die erste Olympiamannschaft von 1912 bestand nur aus zwei Athleten. 1932 in Los Angeles nahmen erstmals über 100 Japaner teil, 1936 erstmals über 200. Die größte Delegation, 336 Athleten, gingen 2016 in Rio de Janeiro an den Start. Die meisten Winterathleten nahmen 1998 bei den heimischen Winterspielen in Nagano teil. Es traten 156 Athleten an.

Tsunekazu Takeda, ein ehemaliger Springreiter, der 1972 in München und 1976 in Montreal teilnahm, wurde 2012 zum IOC-Mitglied gewählt. Er ist Mitglied der Kommissionen für die Koordinierung der Olympischen Winterspiele 2018, der Koordination der Olympischen Sommerspiele 2024 und Vorsitzender der Kommission für Marketing. Mit dem ehemaligen Skirennfahrer Chiharu Igaya und dem ehemaligen Fußballspieler Shun’ichirō Okano sind seit 2012 zwei ehemalige japanische IOC-Mitglieder jetzt Ehrenmitglieder.

Bewerbungen und Ausrichtungen der Olympischen Spiele Bewerbungen Sommerspiele Neben Tokio haben sich auch die japanischen Großstädte Osaka und Nagoya um die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen beworben.

Die erste Bewerbung Tokios war erfolgreich. Schon im ersten Wahlgang auf der 35. IOC-Session in Berlin bekam Tokio den Zuschlag zur Ausrichtung der 12. Olympischen Spiele 1940. Tokio musste die Spiele wegen des Ausbruchs des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges 1937 zurückgeben. Schließlich konnten die Spiele, die nun in Helsinki stattfinden sollten, auf Grund des Zweiten Weltkrieges nicht durchgeführt werden.

Die nächste Bewerbung erfolgte für die 17. Olympischen Spiele 1960. Tokio schied mit nur vier Stimmen schon im ersten Wahlgang aus. Die Bewerbung für die darauf folgenden 18. Olympischen Spiele 1964 verlief erfolgreich. Tokio konnte sich im ersten Wahlgang gegenüber Detroit durchsetzen.

Für die Ausrichtung der 24. Olympischen Spiele 1988 reichte Nagoya seine Bewerbung ein. Man unterlag schon im ersten Wahlgang der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Osaka wollte die 29. Olympischen Spiele 2008 ausrichten, scheiterte mit seiner Bewerbung jedoch schon im ersten Wahlgang.

Im zweiten Wahlgang scheiterte Tokio bei der Bewerbung um die Ausrichtung der 31. Olympischen Spiele 2016. Die Bewerbung für die folgenden 32. Olympischen Spiele 2020 verlief erfolgreich. Im zweiten Wahlgang setzte sich Tokio gegen Istanbul durch.

Winterspiele Mit Sapporo und Nagano bewarben sich zwei japanische Städte um die Ausrichtung Olympischer Winterspiele.

In den früheren Jahren war es üblich, dass das Land, das die Sommerspiele ausrichtete, auch nach Möglichkeit die Winterspiele im gleichen Jahr ausrichtete. Die Sommerspiele 1940 waren an Tokio vergeben worden, Sapporo wurde als Austragungsort der Winterspiele ausgewählt. Wie auch Tokio musste Sapporo die Spiele zurückgeben, die neu an St. Moritz vergeben wurden. nach Streitigkeiten mit dem IOC wurde Garmisch-Partenkirchen, Ausrichter der Winterspiele von 1936, ausgewählt. Auch die Winterspiele von 1940 fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Sapporo bewarb sich dann wieder für die Ausrichtung der 10. Olympischen Winterspiele 1968. Man scheiterte schon im ersten Wahlgang. Die Bewerbung 1972 war dann erfolgreich. Man erreichte die erforderliche Mehrheit schon im ersten Wahlgang. Im zweiten Wahlgang scheiterte Sapporo bei der Bewerbung um die Ausrichtung der 14. Olympischen Winterspiele 1984.

Mit Nagano bewarb sich eine weitere Stadt um die Ausrichtung von Winterspielen. Die Bewerbung für die Ausrichtung der 18. Olympischen Winterspiele 1998 war erst im vierten Wahlgang erfolgreich.

Ausrichtung Die ersten Olympischen Spiele auf asiatischem Boden waren die Sommerspiele von 1964 in Tokio. 5151 Athleten aus 93 Ländern nahmen teil. Die Wettkämpfe fanden vom 10. bis zum 24. Oktober 1964 statt. Die Segelwettbewerbe wurden vor Enoshima ausgerichtet, in Hachiōji die Bahnradwettbewerbe. Eröffnet wurden die Spiele durch den Kaiser Hirohito. Das olympische Feuer wurde durch Yoshinori Kasai entzündet, den olympischen Eid sprach der Kunstturner Takashi Ono.

Die Winterspiele von 1972 waren die ersten Olympischen Winterspiele auf asiatischem Boden. 1006 Athleten aus 35 Ländern gingen an den Start. Die Wettkämpfe fanden vom 3. bis zum 13. Februar 1972 in Sportstätten in und um Sapporo statt. Eröffnet wurden auch die Spiele von Sapporo durch Kaiser Hirohito. Das olympische Feuer entzündete der Hikeki Takada. Den olympischen Eid für die Sportler sprach der Eisschnellläufer Keiichi Suzuki, den für die Kampfrichter Fumio Asaki, ein Wertungsrichter im Skispringen.

Die Winterspiele von 1998 fanden vom 7. bis zum 22. Februar 1998 in Nagano statt. 2302 aus 68 Ländern nahmen teil. Eröffnet wurden die Spiele durch Kaiser Akihito. Das olympische Feuer wurde durch die Eiskunstläuferin Midori Itō entzündet. Den olympischen Eid für die Sportler sprach der nordische Kombinierer Kenji Ogiwara, den für die Kampfrichter, Wertungsrichterin im Eiskunstlauf.

Die Olympischen Spiele 2020, die in Tokio stattfanden, sollten bereits vom 24. Juli 2020 bis 9. August 2020 stattfinden. Aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie wurden sie auf das Jahr 2021 verschoben, so dass sie vom 23. Juli 2021 bis zum 8. August 2021 stattfanden. Man behielt trotzdem den Titel Olympische Spiele 2020 bei. Aufgrund der anhaltenden Pandemie fanden die Spiele ohne Zuschauer und ohne Angehörige der Athleten statt.

Übersicht der Teilnahmen Sommerspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1896–1908 nicht teilgenommen 1912 2 2 0 Yahiko Mishima 1920 15 15 0 2 2 17 1924 19 19 0 1 1 23 1928 40 39 1 Yonetaro Nakazawa 2 2 1 5 15 1932 117 101 16 Oda Mikio 7 7 4 18 5 1936 152 136 16 Ōshima Kenkichi 6 4 8 18 8 1948 nicht teilgenommen 1952 69 58 11 Bunkichi Sawada 1 6 2 9 17 1956 112Inklusive der Teilnehmer an den Reiterspielen von Stockholm (2) 96 16 Shōzō SasaharaKunihiro OhtaFlaggenträger bei den Reiterspielen von Stockholm 4 10 5 19 10 1960 162 142 20 Takashi Ono 4 7 7 18 8 1964 328 270 58 Makoto Fukui 16 5 8 29 3 1968 171 146 25 Yukio Endō 11 7 7 25 3 1972 184 148 36 Masatoshi Shinomaki 13 8 8 29 5 1976 213 153 60 Katsutoshi Mekota 9 6 10 25 5 1980 nicht teilgenommen 1984 226 174 52 Shigenobu Murofushi 10 8 14 32 7 1988 255 186 69 Mikako Kotani 4 3 7 14 14 1992 256 175 81 Kumi Nakada 3 8 11 22 17 1996 307 157 150 Ryōko Tani 3 6 5 14 23 2000 266 156 110 Kōsei Inoue 5 8 5 18 15 2004 306 139 167 Kyōko Hamaguchi 16 9 12 37 5 2008 332 167 165 Ai Fukuhara 9 7 9 25 8 2012 291 136 155 Saori Yoshida 7 14 17 38 11 2016 336 171 164 Keisuke Ushiro 12 8 21 41 6

Winterspiele JahrAthletenFlaggenträgerMedaillenGesamtmw20px20px20pxGesamtRang 1924 nicht teilgenommen 1928 6 6 0 Takahashi Subaru 1932 16 16 0 1936 31 30 1 Oimatsu Kazuyoshi 1948 nicht teilgenommen 1952 13 13 0 1956 10 10 0 Hiroshi Yoshizawa 1 1 11 1960 41 36 5 Junko Ueno 1964 47 41 6 Sadao Kikuchi 1968 61 52 9 Takaaki Kaneiri 1972 85 65 20 Mineyuki Mashiko 1 1 1 3 11 1976 58 50 8 Masaki Suzuki 1980 50 46 4 Osamu Wakabayashi 1 1 15 1984 39 32 7 Tadayuki Takahashi 1 1 15 1988 48 37 11 Seiko Hashimoto 1992 60 40 20 Tsutomu Kawasaki 3 3 15 1994 59 43 16 Reiichi Mikata 1 2 3 19 1998 156 92 64 Hiroyasu Shimizu 6 2 8 16 2002 103 59 44 Eriko Sanmiya 2 2 4 8 13 2006 110 58 52 Jōji Katō 2 4 5 11 14 2010 91 48 43 Tomomi Okazaki 5 2 4 11 7 2014 111 48 62 Ayumi Onodera 3 4 2 9 12 2018 124 52 72 Noriaki Kasai 4 5 4 13 11 2022 124 49 75 Arisa GōAkito Watabe 3 6 9 18 12

Übersicht der Sportarten Sommerspiele Badminton links|25px|klasse=skin-invert-image

Seit der Einführung von Badminton als olympische Sportart 1992 nehmen japanische Badmintonspieler an olympischen Turnieren teil. 2008 konnte das Damendoppel Miyuki Maeda und Satoko Suetsuna das Halbfinale erreichen. Sie verloren das Halbfinale und auch das folgende Spiel um die Bronzemedaille. 2012 in London gab es dann durch das Damendoppel Mizuki Fujii und Reika Kakiiwa den ersten Medaillengewinn Japans im Badminton. In der Vorrunde verloren sie eines ihrer Spiele, gewannen dann ihre Viertel- und Halbfinalmatches. Das Finale gegen die Chinesinnen Tian Qing und Zhao Yunlei verloren sie in zwei Sätzen und erhielten somit die Silbermedaille.