In der Liste der Stolpersteine in Rutesheim werden die vorhandenen Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig bisher in Rutesheim verlegt worden sind.
Verlegte Stolpersteine In Rutesheim wurden zwei Stolpersteine an einem Standort verlegt. Sie sind den einzigen Juden gewidmet, die in den 1930er Jahren in der Stadt lebten.
Stolperstein Inschrift Standort Name, Leben 120px HIER WOHNTECHARLOTTESCHULHEIMERGEB. ROTHSCHILDJG. 1887DEPORTIERT 1942ERMORDET INAUSCHWITZ Pforzheimer Straße 31 () geb. Rothschild wurde am 4. Januar 1887 in Dörzbach geboren. Sie heiratete den Kaufmann Sigmund Schulheime. Das Ehepaar wohnte in Rutesheim. Sie wurde Ende 1936 wegen einer psychischen Erkrankung in das Stuttgarter Bürgerhospital aufgenommen. In der Folge wurde sie nach Göppingen, in die Heilanstalt Christophsbad, transferiert, wo sie fast dreieinhalb Jahre in stationärer Behandlung verbrachte. Ihr Ehemann wurde 1938 verhaftet und zwar mit der Begründung, er habe gegen das sogenannte Heimtückegesetz verstoßen. Er wurde 1939 in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Charlotte Schulheimer wurde am 17. April 1940 in die Heilanstalt Weinsberg überstellt. Am 9. August 1940 kam ihr Ehemann in Sachsenhausen ums Leben. Am 28. August 1940 konnten ihre Schwestern eine „Beurlaubung“ erwirken, denn es drohte die Überstellung in die Tötungsanstalt Grafeneck. Die Witwe lebte danach in Stuttgart. Am 13. Juli 1942 wurde sie von dort in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Auch sie wurde vom NS-Regime ermordet.Christian-Wagner-Bücherei Rutesheim: Rutesheims Weg durch die Zeit, Ausstellungskatalog, S. 66, abgerufen am 29. Juni 2022 120px HIER WOHNTESIGMUNDSCHULHEIMERJG. 1882VERHAFTET 1938VERGEHEN GEGEN'HEIMTÜCKEGESETZ'1939 SACHSENHAUSENTOT 9.8.1940 Pforzheimer Straße 31 () wurde am 2. August 1882 in Oetting geboren. Er betrieb einen Handel mit Seife, Fett und Ölen in Rutesheim. Er heiratete Charlotte geb. Rothschild. Ende 1936 wurde seine Frau wegen einer psychischen Erkrankung in das Stuttgarter Bürgerhospital aufgenommen und in der Folge in die Heilanstalt Christophsbad in Göppingen transferiert. Dort verbrachte sie fast dreieinhalb Jahre. Im Herbst 1938 soll sich Sigmund Schulheimer in der Öffentlichkeit kritisch über den Nationalsozialismus geäußert haben. Er wurde deshalb angezeigt, vor Gericht gestellt und am 29. November 1938 zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Grundlage des Urteils war das sogenannte „Heimtückegesetz“. Unmittelbar nach Verbüßung der regulären Haftstrafe wurde er als politischer Gefangener in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Dort kam er am 9. August 1940 ums Leben.
Seine Frau wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Verlegedatum 15. November 2012
Weblinks
Chronik der Stolpersteinverlegungen auf der Projekt-Website des Künstlers Gunter Demnig
Einzelnachweise
Stolpersteine Rutesheim Kategorie:Kultur (Landkreis Böblingen)