Zur Ermittlung der dritten Frauenfußballmannschaft aus dem Bereich der UEFA bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wurde im März 2016 ein Qualifikationsturnier in den Niederlanden durchgeführt.

Hintergrund Als Qualifikation zum Turnier der Frauen für die Mannschaften aus dem Bereich der UEFA diente zunächst wie seit den Olympischen Spielen 2004 die im Vorjahr stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen bei der sich die drei oder zwei – wenn die Olympischen Spiele in Europa stattfinden – besten europäischen Mannschaften für die Olympischen Spiele qualifizieren. Eine Ausnahme bildet die englische Fußballnationalmannschaft der Frauen, da England wegen des Fehlens eines eigenen Nationalen Olympischen Komitees nicht zur Teilnahme an den Olympischen Spielen berechtigt ist.

So mussten 2008 Dänemark und Schweden um den dritten europäischen Startplatz bei den Olympischen Spielen 2008 spielen. Für das Turnier 2016 ergab sich eine ähnliche Situation: England als beste europäische Mannschaft und WM-Dritter war erneut nicht startberechtigt, Deutschland und Frankreich als Vierter bzw. im Viertelfinale ausgeschiedene Mannschaft hatten den Startplatz sicher. Da aber im Achtelfinale die vier europäischen Mannschaften Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz ausschieden und somit nicht eindeutig feststand, welche die viertbeste europäische Mannschaft war, musste der dritte europäische Teilnehmer separat ermittelt werden. Die UEFA beschloss daher für diese Mannschaften ein Turnier anzusetzen.

Modus mini|Spielszene aus der Begegnung Niederlande–Schweden. Die vier Mannschaften spielten in Form eines Miniturniers im Jede-gegen-jede-Modus gegeneinander. Die beste Mannschaft erhielt den dritten europäischen Startplatz in Rio de Janeiro. Der KNVB bestimmte am 19. Oktober 2015 Den Haag und Rotterdam (zwei Stadien) als Austragungsorte.

Für die Platzierungen galt folgende Reihenfolge: 1. Punktzahl aus allen Spielen (3 pro Sieg, 1 pro Remis) 2. Direkter Vergleich zwischen punktgleichen Mannschaften 3. Tordifferenz in den Spielen der punktgleichen Mannschaften 4. Anzahl der Tore in den Spielen der punktgleichen Mannschaften 5. Tordifferenz in allen Spielen 6. Anzahl der Tore in allen Spielen 7. Fairplay-Wertung 8. UEFA-Koeffizient (Schweden: 42,433, Norwegen: 39,315, Niederlande: 34,486, Schweiz: 32,558)UEFA European Women’s Championship 2015 - 17 • Coefficient Ranking of the Teams Participating in the Qualifying Competition Den Haag Rotterdam Kyocera StadionKapazität: 15.000(ein Spiel) Stadion WoudesteinKapazität: 3.531(drei Spiele) Sparta Stadion Het KasteelKapazität: 11.026(zwei Spiele)220px220px220px

02.03.2016 Stadion Woudestein, Rotterdam Norwegen – Schweden 0:1 (0:1) Kyocera Stadion, Den Haag Schweiz – Niederlande 3:4 (1:1) 05.03.2016 Sparta Stadion Het Kasteel, Rotterdam Norwegen – Niederlande 4:1 (1:0) Stadion Woudestein, Rotterdam Schweden – Schweiz 1:0 (1:0) 09.03.2016 Stadion Woudestein, Rotterdam Schweiz – Norwegen 2:1 (1:1) Sparta Stadion Het Kasteel, Rotterdam Niederlande – Schweden 1:1 (1:1)

Torschützinnen Rang Spielerin Tore1 2 2 2 25 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1

Trivia Die ersten beiden Spiele wurden von Bibiana Steinhaus und Kateryna Monsul geleitet, den Schiedsrichterinnen der beiden letzten WM-Endspiele. Für Spielerinnen, die nicht bei Vereinen in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden spielten, waren die Spiele bei diesem Turnier die ersten Pflichtspiele im Jahr 2016, da die Spielzeiten in Norwegen und Schweden erst Ende März bzw. Anfang April begannen und die Erste Liga der Frauen in der Schweiz Pause von Mitte November bis Mitte März machte. Am letzten Spieltag machte die norwegische Mannschaftskapitänin Maren Mjelde ihr 100. Länderspiel. Dagegen kamen die Schweizerinnen Sandrine Mauron und Viola Calligaris zu ihren ersten Länderspielen, wobei Mauron auch ihr erstes Länderspieltor erzielte. Durch die Spiele bei diesem Turnier – und die Ergebnisse anderer Mannschaften bei gleichzeitig stattfindenden Turnieren – kletterte Schweden in der FIFA-Weltrangliste um zwei Plätze und die Schweiz um einen Platz, während die Niederlande und Norwegen einen Platz zurück fielen.

Fernsehübertragung Der Spartensender Eurosport übertrug je Spieltag ein Spiel live.dfb.de: ‚Road to Rio‘ Olympiaqualifikation der Frauen live bei Eurosport Bei Toren in den Parallelspielen wurde jeweils kurz zum parallel laufenden Spiel umgeschaltet. Aufgrund der Tabellenkonstellation wurde der letzte Spieltag als Konferenz der beiden Spiele gezeigt.

Weblinks

fifa.com: „Enges Rennen um den letzten Startplatz für Europa“ fifa.com: „Erfahrung setzt sich durch“

Einzelnachweise

Quali 2016 UEFA Kategorie:Fußballveranstaltung 2016