Melide ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Paradiso und zum Bezirk Lugano.
Geographie mini|200px|Melide. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1963) Der Ort liegt am Luganersee, unterhalb des Monte San Salvatore auf der westlichen Seite des Damms von Melide, der die Seeenge zwischen Melide und Bissone überbrückt.
Die Nachbargemeinden sind im Norden Lugano, im Osten die italienische Exklave und Gemeinde Campione d’Italia und Bissone, im Süden Vico Morcote und im Westen Lugano.
Geschichte Das Dorf wird erstmals 852 erwähnt; 1482 bestand dort ein Zollposten. In der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts musste das Dorf dem Herzog von Mailand 5 Soldaten stellen. 1555 verlieh die Tagsatzung Melide, Bissone und Morcote das Monopol für die Fischlieferung nach Lugano. 1818 wurde nach dem Bau der Kantonsstrasse unter der Aufsicht von Melide und Bissone über den See ein Transportverkehr für Fuhrwerke eingerichtet, der bis zur Eröffnung der 817 m langen Brücke von Melide (1847) in Betrieb war. Der damals eingeführte Brückenzoll wurde 1853 für 12'770 Schweizer Franken zurückgekauft. Im Jahr 1863 wurde das Gemeindegebiet durch einen Teil der Sankt Martins Spitze erweitert, infolge einer Grenzberichtigung mit Italien. Dieses Capo San Martino wurde auch Forca San Martino genannt, da bis 1804 dort Hinrichtungen statt fanden. Erst 1863 wechselte das Capo San Martino seine Landeszugehörigkeit von Campione d’Italia zur Schweiz. Zum grösseren Teil liegt es auf Gemeindegebiet von Pazzallo, seit 2004 einem Teil von Lugano.Pazzallo
1498 wird ein Spital mit einer Heiliggeist-Kirche erwähnt, das dem Spital Santo Spirito in Sassia (Rom) unterstellt war. Beide wurden 1911 abgetragen, nachdem ihnen für lange Zeit ihre ursprüngliche Bestimmung entzogen worden war. Kirchlich gehörte Melide zuerst zu Lugano, dann zu Carona. 1525 wurde es zur eigenen Pfarrei erhoben, und 1636 kaufte es sich von seiner Verpflichtung am Unterhalt der Sankt Lorenzokirche von Lugano los.
Bevölkerung Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten
Infrastruktur Corpo Pompieri MelideCorpo Pompieri MelideCorpo Pompieri Melide in portal.dnb.de (abgerufen am: 2. Mai 2016.)
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Santi Quirico und GiulittaSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 354–355. Swissminiatur, ein Freilichtmuseum, das eine miniaturisierte Schweiz präsentiertSwissminiatur auf luganotourism.ch (abgerufen am 2. Mai 2016) Seedamm des Ingenieurs Pasquale Lucchini Durch die Berichterstattung in den Medien bekannt war die Villa Branca – ein 1912 errichtetes repräsentatives Weingut am Ufer. Es musste einem Neubau weichenDas grosse Villensterben (NZZ, 11. April 2008; Artikel nur für Abonnenten zugänglich) ehemalige Ziegeleien Schalenstein an der Grenze der ehemaligen Gemeinde Carona TIFranco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.
Kultur Associazione Artistica KalòsAssociazione Artistica Kalòs. In: lugano.ch/vivere-lugano
Sport Football Club MelideFootball Club Melide auf fcmelide.ch
Persönlichkeiten
Literatur Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 267, 413–414, 415, 533. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 354–355.
Celestino Trezzini: Melide. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 73 (Digitalisat).
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Melide Amt für Statistik des Kantons Tessin: Melide Melide: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Diga di Melide. In: www.festung-oberland.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ersterwähnung 852