Das DOC Ochtrup ist ein Designer Outlet Center in Ochtrup in Nordrhein-Westfalen. 65 Hersteller verkaufen hier Markenartikel zu reduzierten Preisen. Das Outlet Center liegt im Länderdreieck Nordrhein-Westfalen, Niederlande und Niedersachsen, im Schnittpunkt der großen Verkehrsadern BAB A31 (Ausfahrt Ochtrup), A30 und B 54 und der Schienenverbindung Münster – Gronau – Enschede (NL). Betrieben wird das Center von der my diary GmbH.

Nach dem Einstieg der McArthurGlen-Gruppe als Mehrheitseigner, wurde das Center im März 2016 in McArthurGlen Designer Outlet (DOC) umbenannt.

Standortgeschichte Auf dem Werksgelände des ehemaligen Textilunternehmens der Gebr. Laurenz und damit auf dem Gelände des heutigen DOC Ochtrup lag bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Pröpstinghof, der wohl älteste Hof der Osterbauerschaft, dessen Geschichte bis in die altsächsische Zeit zurückreicht. In dieser Zeit muss die Hofanlage aufgrund ihrer Gebäudeanordnung, der Größe und der Gräfte vermutlich der Sitz eines sächsischen Adeligen gewesen sein.

Während der Sachsenkriege (772–804) ging der Hof an die fränkische Krone, wurde Staatseigentum und bei der Gründung des Bistums Münster an den Bischof vergeben, der ihn mit anderen geschenkten Höfen dem Edlen von Horstmar zu Lehen gab.

Als um das Jahr 1070 das Stift St. Mauritz gegründet wurde, vermachte die Edle Kunigunde von Horstmar das Erbe dem Stift. Seit dieser Zeit wurde der Hof Provestinchove oder Pröpstinghof genannt, weil er seine Abgaben von nun an dem Propst des Stiftes zu Mauritz zu entrichten hatte, sein ursprünglicher Name Uhtepe oder Ochtorpe, den der Hof in der fränkischen Zeit bekommen hatte, beschrieb nun eine kleine Ansiedlung von Gebäuden, die sich um die Kirche auf dem Grund und Boden des Hofes gebildet hatte.

Während des Mittelalters unterstand die „Curtis Provestinchove“ mit ihren Unterhöfen den Pröpsten zu St. Mauritz.Anita Bender: Ochtrup – Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte. S. 10 ff.

„De scultethe van den Provestinchove“ genoss aufgrund seiner besonderen Stellung und seines ansehnlichen Grundbesitzes im alten Ochtrup ein großes Ansehen. Bedeutendster Vertreter der Familie war Gerhard Wilhelm Schulze Pröpsting, der 1765 Bürgermeister von Ochtrup und Konsul der Familie wurde. In der Folgezeit verschuldete sich das Anwesen jedoch mehr und mehr. Ende des 19. Jahrhunderts betrug die Schuldenlast des Hofes 60.000 Mark. Im Jahr 1883 ging der Hof für 70.000 Mark an die Familie Laurenz über.Anton Wegener: Ochtrup ein Heimatbuch. S. 147 ff.

Ein alter Brunnen auf dem Parkplatz Nord 2 des DOC Ochtrup bildet heute den letzten Überrest des ehemals größten Bauernhofs der Gemeinde.

Firmengeschichte der Gebr. Laurenz Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden rund 40 Prozent der Gesamtfläche Ochtrups aus Heide- und Moorlandschaften. Die meist kleinen, landwirtschaftlichen Anwesen warfen indes nicht genug Ertrag ab, so dass noch andere Erwerbsquellen gefunden werden mussten. Daher wurde auf den Höfen vielfach Flachs angebaut, da dieser auf mageren Böden gut gedieh und den Familien zusätzliche Einnahmen sicherte. Die Hausspinnerei und Weberei fand auf diese Weise ihre Anfänge. 200 Weberfamilien produzierten Anfang des 19. Jahrhunderts in Ochtrup. Um den Absatz der Webwaren konnten sich die Familien selbst nicht kümmern, so entwickelte sich ein Verlegersystem: Die Verleger versorgten die Weberfamilien mit Garnen und kauften ihnen das fertige Leinen ab. Um 1850 gab es in Ochtrup bereits 500 Weber, die alle für auswärtige Textilverleger arbeiteten.Paul Casser: Geschichte eines Jahrhunderts. Hundert Jahre Gebr. Laurenz. Ochtrup, 1954. S. 10 ff.

In den Jahren 1840 bis 1850 wurde von den Niederlanden aus die Nesselweberei in Deutschland eingeführt. Bis dahin wurde im Münsterland Flachs angebaut, zu Leinenfasern versponnen und gewebt. Während dieser alte Erwerbszweig zunehmend an Bedeutung verlor, entwickelte sich die Baumwollverarbeitung hingegen und gelangte zu einer ungeahnten Blüte. Die große Nachfrage nach Baumwolle bewegte im Jahr 1854 die Brüder Anton und Bernhard Laurenz zusammen mit Antons Sohn Hermann, die Firma A. & B. Laurenz in Ochtrup zu gründen, die später als Gebr. Laurenz in die Geschichte einging.

In den ersten Jahren betrieben Anton und Bernhard Laurenz ihr Geschäft auf dem elterlichen Anwesen. Hier wurde das Garn verteilt, die fertigen Stücke der Handweber wurden angenommen und zum Versand gebracht. Damals konnten zunächst 50 Handweber in Heimarbeit im Akkord das Gewebe herstellen. Hermann Laurenz’ Aufgabe bestand in den Anfangsjahren darin, den Absatzmarkt für die gefertigten Waren über das Münsterland hinaus zu vergrößern. Dass der Erfolg nicht lange auf sich warten ließ, zeigt sich daran, dass 1856 bereits 500 Weber aus Ochtrup und den umliegenden Orten für das Unternehmen arbeiteten.Paul Casser: Geschichte eines Jahrhunderts. Hundert Jahre Gebr. Laurenz. Ochtrup, 1954. S. 20 ff.

In den sechziger und noch in den siebziger Jahren vollzog sich bei Laurenz die Umstellung von der Heimarbeit zu einem reglementierten Arbeitsalltag in der Fabrik. Im Zuge dessen mechanisierten die Brüder 1864 den Betrieb, stellten 216 Webstühle auf und schafften eine Dampfmaschine mit 30 PS an. 450 Webstühle waren es bereits nach dem Deutsch-Französischen Krieg in den 1870er Jahren. In dieser Zeit hatte für die Brüder die Erweiterung des Unternehmens durch Aufnahme der Textilveredelung oberste Priorität. Es wurden Färbereien und eine Rauherei gebaut und für die neuen Fertigungsstätten Fachleute aus anderen Textilregionen angeworben.Tageblatt für den Kreis Steinfurt „Ochtrup feiert Jubiläum“, hier: „Im Jahr 1850 gab es in Ochtrup schon 500 Weber“. Beilage zu 50 Jahre Ochtrup – Wiederverleihung der Stadtrechte. Aus dieser Zeit stammt auch ein Klär- und Absetzbecken, das bei den Erweiterungs- und Umbauarbeiten zur Phase 2 des Centers im Bereich des heutigen Parkplatzes Ost freigelegt wurde und heute als Regenrückhaltebecken genutzt wird. Nicht weniger spektakulär ist auch der Fund, der im Sommer 2014 im Bereich des Eingangs Nord freigelegt wurde: eine Zisterne der Kläranlage der ersten Färberei aus dem Jahr 1875.

1881 expandierte das Unternehmen mit einer Buntweberei von 500 Webstühlen nach Gronau-Epe. Es kamen bis in die 90er Jahre noch eine Färberei, eine Bleicherei, eine Druckerei, eine Farbküche und ein Trockenhaus dazu. 1890 entschlossen sich die Gebrüder Laurenz, eine große mechanische Spinnerei am Bahnhof Ochtrup zu errichten, um von der Garnqualität und den Preisen der Lieferanten unabhängig zu werden. So hatten die Brüder Laurenz bis zum Tode von Hermann Laurenz im Jahr 1885 einen Großbetrieb mit vielseitiger Produktion aufgebaut.Paul Casser: Geschichte eines Jahrhunderts. Hundert Jahre Gebr. Laurenz. Ochtrup, 1954. S. 38 ff.

Bis zum Ersten Weltkrieg fanden innerhalb des Unternehmens weitreichende Expansionen, insbesondere am Standort Laurenzstraße, statt. Dank des sozialen Engagements von Hermann Laurenz wurden weitreichende Projekte, wie die Errichtung von Arbeiter- und Beamtenwohnungen, die Gründung eines Waisenhauses und eines Kindergartens, der Bau eines Krankenhauses und die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung sowie einer Betriebsrentenkasse realisiert. Das Wohnhaus und der Garten der Laurenzschen Villa stehen heute der Öffentlichkeit zur Verfügung. So ist in den ehemaligen Räumen der herrschaftlichen Villa die Volkshochschule untergebracht, der Garten wurde zum Stadtpark umgestaltet.Paul Casser: Geschichte eines Jahrhunderts. Hundert Jahre Gebr. Laurenz. Ochtrup 1954. S. 53 ff.

1904 beschäftigte das Unternehmen in drei Betrieben 2.100 Arbeiter. Die Produktpalette umfasste 72 Artikel mit 566 verschiedenen Mustern. Es war die Zeit der boomenden Textilindustrie im Münsterland, und die Gebrüder Laurenz führten den größten Betrieb der Branche, exportierten nach Übersee, hatten Geschäftshäuser in Berlin, Stettin und Königsberg.Barbara Gerstein: Hermann Laurenz und seine Familie. Hrsg. Von Jürgen Teuteberg.

Die Architektur des DOC Ochtrup Der Beltman-Bau In dieser Hochphase der Textilindustrie entstand auch der Beltman-Bau, das imposante, schlossähnliche Ziegelgebäude an der heutigen Laurenzstraße in Ochtrup und das ehemalige Verwaltungsgebäude der Textilfirma der Gebrüder Laurenz. Der Architekt Gerrit Beltman aus Enschede entwarf dieses Gebäude, das um 1893 mit Stilelementen der Gründerzeit und ganz in der Architektursprache der Wilhelminischen Kaiserzeit erbaut wurde. Charakteristisch sind vor allem die Abstufungen in der symmetrischen, mit Fenstern durchzogenen Fassade sowie die Farbe der Steine. Im Gebäude selbst waren neben der Verwaltung auch noch Lagerräume untergebracht. Zusätzlich gab es für die werksangehörigen Arbeiter einen Konsumladen. In seiner Art ist der Beltman-Bau wohl einzigartig in Westfalen, und durch seine anspruchsvolle und außergewöhnliche Bauweise wird deutlich, was für eine große Rolle die Textilindustrie Ende des 19. Jahrhunderts im nordwestlichen Münsterland spielte.

Beim ersten Blick auf den Beltman-Bau besticht der im münsterländischen Barock gehaltene Turm. Im Jahr 1909 wurde dieser zusammen mit einer Bäckerei vom Architekten Hubert Holtmann aus Münster dem Verwaltungsgebäude angegliedert.Ronald Stenvert: Ontwerpen voor wonen en werken. 125 jaar buerau Beltman, S. 30 ff.

Der Backstein-Rundbau Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges florierte das Unternehmen. Durch die Kriege allerdings wurden Rohstoffe und Arbeitskräfte knapp, Absatzmärkte gingen verloren. Gefallene und vermisste Arbeiter waren in den Jahren 1939 bis 1945 viel häufiger zu beklagen als noch 25 Jahre zuvor. Da der Betrieb auch während der Kriegsjahre – wenn auch eingeschränkt – weitergeführt wurde, konnte nach Kriegsende die Produktion schnell wieder aufgenommen werden.

1947 vernichtete ein Großbrand sämtliche Lagerräume. Es entstand an der Stelle der heute denkmalgeschützte Backstein-Rundbau nach den Entwürfen des Architekten Willy Diening aus Nordhorn. Im Gegensatz zum Beltman-Bau wirkt der Backstein-Rundbau eher schlicht. Da dieser Baukörper ausschließlich praktischen Zwecken, nämlich als Warenlager, dienen sollte, wurde das Gebäude ohne jeden Schnörkel im Bauhausstil erbaut. Trotzdem ergänzen sich die beiden doch so unterschiedlichen Gebäude in ihrer Gesamtheit optimal.

In der Fassade des Rundbaus wechseln sich ziegelrote Mauerstreifen mit langen, weißgerahmten Glasbändern ab. Die beiden oberen Fensterbänder bestehen aus 21 Einheiten mit jeweils 3 × 3 quadratisch hintereinander gesetzten Betonfenstern. Daraus ergeben sich Rechtecke, die jeweils 27 kleine Glasfenster enthalten. Das ganze Gebäude bekommt so ein sehr solides und kompaktes Erscheinungsbild. Die alte Laderampe am Rundbau ist noch heute im Original erhalten. Alte Gleisreste lassen erahnen, wo früher die Warengüter an- und abtransportiert wurden. Heute sind die Shops der Marken More & More, Ara, Bianca, Steiff und Pampolina/Kanz im Backstein-Rundbau zu finden.

1951 wurde der Rundbau in nördliche Richtung erweitert. An der Stelle ist heute noch die alte Durchfahrt zu sehen. Der Architekt Bach aus Rheine war für die Erweiterung des Gebäudeteils verantwortlich. Dieser unterscheidet sich vom Rest des Backstein-Rundbaus vor allem durch die Holzfenster und die vom vorderen Teil abweichenden Dachöffnungen, aber auch durch die unterschiedlichen Tiefen von 16 zu 20 Metern. Der Cecil-/Street-One-Shop ist heute hier untergebracht.

Die Böhmsche Eingangshalle