Der D-Lieferwagen L 7 war ein Kleintransporter der Deutschen Industriewerke AG, der in Berlin-Spandau von 1927 bis 1930 gebaut wurde. Der dreirädrige Lieferwagen entsprach dem seinerzeitigen Bedarf an preiswerten Fahrzeugen für Klein- und Eiltransporte in den Städten.

Geschichte Der Markterfolg der Dreiradwagen Phänomobil und Cyclonette veranlasste auch den Motorradhersteller Deutsche Industriewerke einen kleinen Transporter als preiswerte Alternative zum Automobil zu entwickeln: 1927 wurde der D-Lieferwagen Type L-7 vorgestellt. Das als Pritschen- und Kastenwagen angebotene Fahrzeug vermochte die Nutzlast einer halben Tonne zu befördern. Auch eine Version als fahrbarer Marktstand wurde angeboten. Die Motortechnik wurde vom D-Rad übernommen. Zu einem Preis von 1790 Reichsmark war der Kleintransporter für viele Handwerksbetriebe und kleine Gewerbetreibende erschwinglich.

Ende der 20er-Jahre sah sich das Unternehmen zunehmender Konkurrenz ausgesetzt, da immer mehr Hersteller Lastendreiräder auf den Markt brachten; so die Unternehmen Zündapp, Monos, Manderbach, Rollfix-Eilwagen und Goliath; 1928 erschienen die erfolgreichen ersten Tempo-Dreiräder. Daher wurde 1930 der Bau des L 7 eingestellt.

Technische Daten Der Lieferwagen L 7 hatte vorne zwei Räder, zwischen denen der Ladekasten angebracht war. Der Antrieb erfolgte auf das Hinterrad. Auf Wunsch wurde ein Soziussitz hinter dem Fahrersitz montiert; ungewöhnlich war ein Automobil-Lenkrad statt des für frühe Fahrzeuge dieser Art üblichen Motorrad-Lenkerbügels. D-Lieferwagen L 7 Motor: 1-Zylinder-Viertaktmotor (Otto) Hubraum: 493 cm³ Leistung: 10 PS (7,4 kW) bei 4200/min Getriebe: Dreigang, Kickstarter Rahmen: gepresstes Stahlblech (U-Profil), vernietet Bereifung: Ballonreifen 27″ x 3,85″ Leergewicht: je nach Aufbau 320–346 kg Nutzmasse: 500 kg zul. Gesamtmasse: 850 kg Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h Kraftstoffverbrauch: 6 Liter/100 km Ölverbrauch: 0,5 Liter/100 km Kraftstofftank: 12 Liter

Zubehör Als Zubehör wurde eine Windschutzscheibe sowie ein Verdeck über Führer- und Soziussitz angeboten. Darüber hinaus war eine Ballhupe von Hella für sieben RM erhältlich. (PDF; 761 KB) Prospekt für das D-Rad und den D-Lieferwagen. Abgerufen am 7. November 2015.

Literatur Immo Sievers: Zweirad – Vierrad – Allrad. Fahrzeugbau in Spandau. Taschenbuch Edition Diesel Queen, Berlin-Friedenau 1995. ISBN 978-3-9265-7404-6.

Weblinks www.d-rad.ch – Informationen rund um das D-Rad und den D–Lieferwagen Type L7

Einzelnachweise

Kategorie:Kleintransporter Kategorie:Lkw-Modell Kategorie:Kastenwagen Kategorie:Pritschenwagen Kategorie:Dreirädriges Kraftfahrzeug Kategorie:Einsitzer (Kraftfahrzeug) Kategorie:Deutsche Industriewerke