{| class="wikitable infobox float-right" style="line-height: 140%; border-spacing: 0;" !colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="text-align:center; font-size: 1.4em;" | Müllheim |- |colspan="2" align="center"| 120px|zentriert|Wappen von Müllheim |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Staat: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Kanton: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | (TG) |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Bezirk: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | Frauenfeld |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Postleitzahl: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | 8555 |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| BFS-Nr.: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | 4831 (Politische Gemeinde) |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| frühere BFS-Nr.: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | 4832 (Ortsgemeinde) |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| UN/LOCODE: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | CH MLL |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Koordinaten: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Höhe: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | 413 m ü. M. |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Höhenbereich: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | – m ü. M. |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Fläche: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" |, km² (Pol. Gemeinde)8,01 km² (Ortsgemeinde) |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Einwohner: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | () |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Einwohnerdichte: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | Einw. pro km² |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Ausländeranteil:(Einwohner ohneSchweizer Bürgerrecht) || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | () |- | style="border-bottom: 1px solid #eee; border-right: 1px solid #eee;"| Website: || style="border-bottom: 1px solid #eee;" | muellheim.ch |- | colspan="2" | 280px|zentriert|rahmenlos|Evangelische Kirche mit Fachwerkhäusern Evangelische Kirche mit Fachwerkhäusern |- ! colspan="2" style="text-align:center;" class="hintergrundfarbe5" | Lage der Gemeinde |- | colspan="2" | |} Müllheim, schweizerdeutsch Müle,Müllheim Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 15. Februar 2020 ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die Munizipalgemeinde Müllheim vereinigte sich 1967 mit ihren Ortsgemeinden Müllheim und Langenhart zur Einheitsgemeinde Müllheim.

Geographie mini|links|Evangelische Kirche Müllheim Müllheim liegt im Thurtal in der Nähe des Autobahndreiecks Grüneck, der Schweizer Autobahn A7 und hat zusammen mit Wigoltingen einen Bahnhof an der Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn. Nach Steckborn am Unteren Bodensee im Norden sind es etwa 10 km, Konstanz am Bodensee im Nordosten ist etwa 19 km entfernt. Nachbargemeinden sind Pfyn, Homburg und Hüttlingen im Bezirk Frauenfeld, sowie Wigoltingen im Bezirk Weinfelden.ThurGIS Kartenansicht der Gemeinde Müllheim auf ThurGIS, abgerufen am 3. Oktober 2024

Geschichte mini|links|x220px|Katholische Kirche St. Maria von 1967 Die Siedlung am Rand der oft überschwemmten Thurebene dürfte, wie aus ihrem Namen zu schliessen ist, auf die Landnahmezeit unter fränkischer Verwaltung im 8. Jahrhundert zurückgehen. Bereits im 9. Jahrhundert kam das Gemeindegebiet wohl unter die Grundherrschaft des Klosters Reichenau.Geschichte. auf der Website der Gemeinde Müllheim, abgerufen am 31. Dezember 2019 Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1254 als Mulhain. Erwähnung finden die Ministerialen von Müllheim im 13. und 14. Jahrhundert. Die Grafen von Kyburg und ihre Nachfolger, die Habsburg-Neukyburg, übten in Müllheim die Schirmvogtei aus. Am 5. September 1445 brannten die Eidgenossen das Dorf nieder. Die Schirmvogtei wurde 1460 durch die Abtei Reichenau zurückgekauft. Die Abtei und von 1540 bis 1798 ihr Rechtsnachfolger, der Bischof von Konstanz, waren Gerichts- und Grundherren. Eine Offnung datiert aus dem Jahr 1475. Müllheim wählte bis 1798 drei Bürgermeister, nämlich einen Keller-, einen Seckel- und einen Thurmeister. Die Gemeinde hatte das Recht, Bussen und leichte Körperstrafen zu verhängen. 1967 entstand durch die Vereinigung der Ortsgemeinden Müllheim und Langenhart die Einheitsgemeinde Müllheim.

mini|links|Müllheim im Jahr 1968 Kirchlich war Müllheim zunächst wohl Teil von Pfyn und entstand als Pfarrei beim Bau der Kirche St. Verena um 1340. Zur Pfarrei gehörten Langenhart und bis 1483 auch Hüttlingen. 1528 kam es in Müllheim zur Reformation. 1540 gingen die Kollaturrechte an den Bischof von Konstanz über. 1804 ging die Kollatur an den Kanton Thurgau und 1830 an die Kirchgemeinde. 1607 wurde die katholische Messe wieder eingeführt, und die Kirche St. Verena wurde von da an bis zum Bau der katholischen Kirche St. Maria 1967 als paritätische Simultankirche von beiden Konfessionen genutzt. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts ging der Anteil der Reformierten in Müllheim stark zurück und umfasste an der Wende zum 21. Jahrhundert noch etwa die Hälfte der Bevölkerung.

1800 gestattete die Gemeinde den Auskauf der Weidgangrechte. In Müllheim wurden Acker-, Wein-, Obst-, Flachs- und Hanfbau sowie Forst- und Milchwirtschaft mit einer Käserei betrieben. Müllheim besass Handwerke und Gaststätten sowie zwei Jahrmärkte. Die 1855 eröffnete Bahnstation Müllheim-Wigoltingen begünstigte 1857 die Errichtung der Leinwandfabrik Grüneck. 1979 entstand die Weberei Grüneta AG, die 2004 Konkurs ging. Die 1870 gegründete Werkzeugfabrik Utilis Müllheim wurde 1915 eine Aktiengesellschaft und beschäftigte 2000 40 Mitarbeiter. Weiter gab es u. a. um 1900 Stickereien, 1909 bis 1916 eine Drechslerei und 1906 bis 1909 eine Maschinenfabrik. Seit 1954 fabriziert ein Unternehmen Stahlmöbel, ein anderes rezykliert seit 1991 Industrieabfälle. An den Verkehrsachsen mit Durchgangsverkehr haben Dienstleistungsfirmen das Handwerk abgelöst. Einfamilienhauszonen breiten sich aus und führen zu örtlichen Konflikten bezüglich der Quartierstrassen.

→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Langenhart TG → siehe auch Artikel Grüneck TG

Wappen links|60px Blasonierung: Geteilt von Rot und Weiss mit halbem rotem Mühlerad.Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019

Redendes Wappen in den Farben Rot und Weiss, die an die Abtei Reichenau erinnern, deren Gerichtsherrschaft Müllheim war.

Bevölkerung + Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Müllheim + Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden 1831 1850 1860 1870 1900 1910 1950 1960 1980 1990 2000 2010 20182023 Politische Gemeinde 2676 29803281 Einheitsgemeinde 1541 1888 2398 Munizipalgemeinde 873 1144 904 1464 1409 1541 1511 Ortsgemeinde 863 783 1061 821 1397 1343 1486 1475 Von den insgesamt 3281 Einwohnern der Gemeinde Müllheim am 31. Dezember 2023 waren 616 bzw. 18,8 % ausländische Staatsbürger. 1103 (33,6 %) waren evangelisch-reformiert und 718 (21,9 %) römisch-katholisch.

Wirtschaft Im Jahr 2016 bot Müllheim 895 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 5,2 % in der Land- und Forstwirtschaft, 42,3 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 52,5 % im Dienstleistungssektor tätig.

Persönlichkeiten In Müllheim wurde 1810 Johann Wepf, der Komponist des Thurgauerliedes, geboren. Eine Tafel an seinem Geburtshaus erinnert an den verdienten Bürger der Gemeinde. 1881 wurde der Maler Ernest Bolens in Müllheim geboren.

Thomas Bornhauser war von 1851 bis 1856 evangelischer Pfarrer in Müllheim. Sein Grabstein steht an der Südmauer der evangelischen Kirche.Gedenkstätten in Müllheim

Seit 1998 lebt die aus Ungarn stammende Autorin Zsuzsanna Gahse in Müllheim. In ihrem Buch «durch und durch. Müllheim/Thur in drei Kapiteln» von 2004 würdigt sie das Leben im Dorf an der einst wichtigsten West-Ost-Strassenverbindung der Schweiz «in seiner Gleichförmigkeit, Reproduzierbarkeit, Konsistenz, Tollheit und schönen Verstehbarkeit».

Sehenswürdigkeiten

Im Ortskern von Müllheim insbesondere rund um die reformierte Kirche existieren zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser aus dem 19. Jahrhundert.

Das Dörfchen Grüneck im Thurvorland zwischen Pfyn und Müllheim besteht aus rund 50 Einfamilienhäusern, die die Weberei Grüneck für ihre Arbeiter gebaut hat.Paul F. Portmann: Die Weberei Grüneck AG. In: Thurgauer Jahrbuch. Band 55 (1980), (archiviert in E-Periodica.ch der ETH-Bibliothek, PDF; 2,2 MB). Die Webersiedlung Grüneck ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Galerie

Literatur Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2001 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 98). ISBN 3-906131-02-5.

Weblinks

geschichtevonmuellheim.ch muellheim.ch

Einzelnachweise Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.

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