mini|hochkant|Die Kirche; der ehemalige Bergfried ist deutlich zu erkennen Die St.-Johannes-der-Täufer-Kirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Hohentrüdingen, einem Gemeindeteil des Marktes Heidenheim im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Sie ist Pfarrkirche der Kirchengemeinde Hohentrüdingen im Pfarreienverbund Westheim-Ostheim-Hohentrüdingen im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Heidenheim. Das Gebäude ist unter der Denkmalnummer D-5-77-140-46 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.Evangelisch-lutherische Kirche St. Martin, Denkmalliste von Heidenheim beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF, abgerufen am 25. November 2015). Patrozinium der Kirche ist der hl. Johannes der Täufer.

Lage Die Kirche liegt auf einer Anhöhe im Norden Hohentrüdingens und ist eines der wenigen Baudenkmäler im Ort. Die postalische Adresse des Kirchengebäudes ist Schlossweg 2. Nördlich grenzt direkt das Waldgebiet Haag an. Rund 300 Meter nördlich des Gebäudes entspringt der Raingraben, rund 250 Meter südlich der Maßholdergraben.Topographische Karten, Bayerisches Vermessungsamt (BayernAtlas)

Die Kirche wurde über den Überresten der Ende des 11. Jahrhunderts von den Reichsgrafen von Truhendingen erbauten Burg Hohentrüdingen, einst die größte hochmittelalterliche Befestigungsanlage zwischen mittlerer Wörnitz und Altmühl, errichtet. Das gesamte umliegende Gelände ist daher als Bodendenkmal ausgewiesen.

mini|hochkant|links|Wappen der Grafen von Truhendingen, Erbauer der Burg Hohentrüdingen

Baugeschichte Nachdem die Burgruine 1812 auf Abbruch verkauft worden war, wurde das Kirchengebäude von 1817 bis 1819 errichtet. Der Bau erwies sich jedoch als zu groß für die kleine Gemeinde. Der Neubau ersetzte die 1711 bis 1720 zum zweiten Mal erweiterte und im frühen 19. Jahrhundert abgebrochene Burgkapelle, die die Ortsgemeinde, die seit alters her nach Westheim gepfarrt war (bis 1722, dann eigene Pfarrei), zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt hatte. Nur noch das Orgelgehäuse aus dem Jahr 1720 und die Kanzel sind von der Ausstattung der Vorgängerkirche erhalten geblieben.

Architektur und Inventar mini|Der klassizistische Saalbau Das Gebäude ist eine einfache klassizistische Saalkirche mit vier Fensterachsen und Rundbogenfenstern. Bemerkenswert ist die rechteckige Kanzel als Balkon über zwei Säulen, gleichzeitig Rahmung der dahinter liegenden Sakristeitür. Heute wird eine amboartige neue Kanzel an der Nordwand benutzt.Johann Schrenk / Karl Friedrich Zink: GottesHäuser. Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Treuchtlingen/Berlin: wek-Verlag 2008, S. 106f. Aus dem 18. Jahrhundert haben sich mehrere Adelsgräber mit Wappen erhalten.Karl Gröber und Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. VI. Bezirksamt Gunzenhausen. München: R. Oldenbourg 1937, S. 167f.Hohentrüdingen. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. 2., München 1999, S. 480. Durch die Verlegung des Altars 1966 an die nördliche Längsseite ergab sich ein neues Raumgefüge als Quersaalbau.

Orgel Das Orgelgehäuse ist fünfteilig mit Akanthuswerk-Füllungen von 1720.Karl Gröber und Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. VI. Bezirksamt Gunzenhausen. München: R. Oldenbourg 1937, S. 166Johann Schrenk / Karl Friedrich Zink: GottesHäuser. Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Treuchtlingen/Berlin: wek-Verlag 2008, S. 106 In dieses Gehäuse erbaute G. F. Steinmeyer & Co. im Jahr 1920 eine Orgel mit 12 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 25. September 2026. I Manual C–g3 Prinzipal 8′ Gamba 8′ Dolce 8′ Tibia 8′ Octav 4′ Kornett-Mixtur III ′ II Manual C–g3 Geigenprincipal 8′ Salicional 8′ Gedeckt 8′ Hohlflöte 4′ Pedal C–d1 Subbaß 16′ Violoncello 8′

Koppeln: II/I, I/P, II/P, Suboktavkoppel II/I Spielhilfen: Piano, Mezzoforte, Forte, Pianopedal, Auslöser Bemerkungen: Taschenlade, pneumatische Spiel- und Registertraktur, freistehender Spieltisch, Barockprospekt

Kirchturm Der circa 27 Meter hohe Buckelquader-Bergfried der ehemaligen Burganlage dient heute als Kirchturm der Dorfkirche. Die Mauern des ehemaligen Bergfrieds sind drei Meter dick. Der Kirchturm trägt eine Glockenstube mit Uhrwerk als polygonalen Aufsatz des 18. Jahrhunderts; an die Südseite des Turmes wurde die Sakristei angebaut. Der Turm kann bestiegen werden. in: Offene Kirche Bayern (abgerufen am 12. Dezember 2015)

Literatur

Weblinks

Offene Kirchen Bayern Lage der Kirche im

Einzelnachweise

Hohentrudingen Hohentrudingen Hohentrudingen Kategorie:Erbaut in den 1810er Jahren Hohentrudingen Kategorie:Klassizistisches Bauwerk im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk in Heidenheim (Mittelfranken) Kategorie:Baudenkmal in Heidenheim (Mittelfranken) Kategorie:Disposition einer Orgel