mini|Störtebeker Festspiele 2001 mini|Störtebeker Festspiele 2002

Die Störtebeker Festspiele finden seit 1993 jährlich von Ende Juni bis Anfang September am Ufer des Großen Jasmunder Boddens in Ralswiek auf der Insel Rügen statt. Ihren Namen erhalten die Festspiele von dem Freibeuter und Piraten Klaus Störtebeker, von dem jedes Jahr eine Geschichte auf der Freilichtbühne handelt.

Geschichte

Rügenfestspiele in den 1960er und 1980er Im Jahre 1959 wurden in Ralswiek im Zuge eines Kulturauftrages der DDR die Rügenfestspiele ins Leben gerufen.Hans Joachim Theil (Red.): Rügenfestspiele: unter der Schirmherrschaft des Ministers für Kultur der DDR Alexander Abusch. Universitätsbibliothek Greifswald, 1959. Der Platz für die damaligen Rügenfestspiele wurde im Frühjahr 1959 zwischen dem Schloss Ralswiek und dem Boddenufer gefunden. Daraufhin wurde eine Naturbühne in fünfmonatiger Bauzeit errichtet und das Dorf Ralswiek zu einem Festspielort umgebaut.

Von 1959 bis 1961 und von 1980 bis 1981 wurde die Dramatische Ballade „Klaus Störtebeker“ von Kurt Barthel unter der Leitung von Hanns Anselm Perten und der Chorleitung von Günther Wolf mit ca. 1.000 Mitwirkenden aufgeführt.Kuba: Klaus Störtebeker. Dramatische Ballade in 6 Episoden, einem Vorspiel und einem Nachspiel. Dramaturgische Einrichtung: Hanns Anselm Perten. Erarbeitung des Anhangs und Zusammenstellung der Bildbeilage durch Hans-Joachim Theil. Musik: Günter Kochan. Friedrich Hofmeister Musikverlag, Leipzig 1959. Rügen-Festspiele: „Klaus Störtebeker“, Ralswiek 31. Juli – 21. August 1960. Klaus Störtebeker: Dramatische Ballade von KuBa. (Programmheft zur Aufführung der Dramatischen Ballade Klaus Störtebeker) Hrsg.: Rat des Bezirkes Rostock 1980; Erarbeitung des historischen Teils Hans-Joachim Theil mit Darstellung der überlieferten Schlupfwinkel Störtebekers nach einer Vorlage von Georg Hülsse. Im Jahre 1960 wurden vom Hinstorff Verlag Die Legende vom Klaus Störtebeker und auch ein dazugehöriger Tonträger veröffentlicht.Die Legende vom Klaus Störtebeker / Kuba. [Hrsg.: Hanns Anselm Perten. Mit 16 Farbaufn. v. Gerhard Vetter vers.], Hinstorff Verlag 1960. Klaus Störtebeker : Günter Kochan, Kuba; Suite aus d. dramat. Ballada op. 23 / Sprecher Jörg Kaehler. Hrsg.: Hanns Anselm Perten. Fotos v. Hildegard Levermann-Westerholz. Klaus Störtebeker / Kochan, Günter (Ausführender); Perten, Hanns Anselm (Ausführender); Verlag: Berlin (Ost) : Deutsche Schallplatten 1960. In den fünf Sommern wurden insgesamt 670.000 Besucher gezählt. Für die Ausstattung der Festspiele in den Jahren 1980 und 1981 war Falk von Wangelin zuständig, für die Musik Günter Kochan und für die Erarbeitung des historischen Hintergrundes Hans-Joachim Theil.Programmheft + Beilage zur Aufführung der Dramatischen Ballade Klaus Störtebeker Hrsg.: Rat des Bezirkes Rostock; Rostock 1980, 1981. Wolfgang Grahl: Mit Leib und Seele Theatermann. In: Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 2. März 1999.

Zu den bekanntesten Hauptdarstellern jener Zeit zählten Manfred Gorr als der Rebell Klaus Störtebeker mit Petra Gorr als seine Geliebte Trebele sowie Armin Roder, der als Störtebekers Gegenspieler die historische Figur des Simon von Utrecht verkörperte, Gerd Micheel als Bürgermeister Karsten Sarnow von Stralsund und Christine van Santen in der Rolle der Königin Margaretha von Dänemark, Gert Klotzek als dänischer Hauptmann, Michael Christian als Waffenmeister Wichmann, Dorothea Meissner als ein Mädchen, Peter Prager als ein Rostocker Stadthauptmann, Sibylle Kuhne als friesische Häuptlingstochter Hilda tom Broke, Studenten der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow und Lehrlinge der BBS Fischfang Saßnitz sowie Mitglieder der DTSB-Sektion Pferdesport von Rügen, aus Stralsund, Ribnitz-Damgarten und Rostock und viele weitere Mitwirkende des Volkstheater Rostock und anderer Körperschaften. Die musikalische Leitung hatte Gerd Puls (Dirigent).Programmheft + Beilage zur Aufführung der Dramatischen Ballade Klaus Störtebeker Hrsg.: Rat des Bezirkes Rostock; Rostock 1980, 1981.

Störtebeker Festspiele ab 1993 Im Jahr 1992 entschied sich der damalige Intendant der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg, Peter Hick, in die verfallene Naturbühne in Ralswiek zu investieren und rief die „Störtebeker Festspiele“ ins Leben.

Am 3. Juli 1993 wurde das erste Stück „Wie einer Pirat wird“ auf der Naturbühne aufgeführt. Als erster Klaus Störtebeker stand Norbert Braun gemeinsam mit Dietmar Lahaine als Goedeke Michels auf der Naturbühne. Der erste Zyklus der Festspiele bestand aus 5 Episoden (Wie einer Pirat wird; Kampf um Stockholm; Sturm auf Gotland; Piraten der Westsee; Das Schwert des Henkers), die zwischen 1993 und 1997 aufgeführt wurden. Der zweite Zyklus der Festspiele umfasste jedoch nur 4 Episoden (Gesprengte Ketten; Die Vitalienbrüder; Die Kreuzritter; Hamburg – Hanse – Henker), welche zwischen 1998 und 2001 inszeniert wurden. Norbert Braun verkörperte die Hauptrolle Klaus Störtebeker nach 9 Saisons zum letzten Mal am 1. September 2001 in der Inszenierung „Hamburg – Hanse – Henker“, dem letzten Abschnitt des zweiten Zyklus.

Der Nachfolger von Norbert Braun als Klaus Störtebeker wurde von 2002 bis 2012 Sascha Gluth. Dietmar Lahaine war ab 2003 in der Rolle des Goedeke Michels bis 2012 auf der Bühne zu sehen, da seine Rolle 2002 nicht im Stück vorhanden war. Der dritte Zyklus bestand wieder aus 5 Episoden (Die Strandräuber; Der Wolf der Meere; Im Zeichen des Kreuzes; Piraten vor Britannien; In Henkers Hand), die zwischen 2002 und 2006 aufgeführt wurden. Der vierte Zyklus, in dem Sascha Gluth und Dietmar Lahaine das letzte Mal zu sehen waren, umfasste 6 Episoden (Verraten und Verkauft; Der Seewolf; Das Vermächtnis; Der Fluch des Mauren; Der Schatz der Templer; Störtebekers Tod) von 2007 bis 2012, die zwischen 2009 und 2011 (Das Vermächtnis; Der Fluch des Mauren; Der Schatz der Templer) eine Trilogie mit dem Namen „Störtebekers Gold“ über den Schatz Störtebekers beinhaltete. 2006 wurde ein geringer Rückgang der Besucherzahlen verzeichnet, was auch dem allgemeinen Trend der Tourismuszahlen auf der Insel Rügen entsprach und auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zurückzuführen war. Am 17. August 2007 wurde in der 912. Vorstellung seit 1993 der viermillionste Besucher der Festspiele gezählt. Am 19. Juli 2010 wurde in der 1091. Vorstellung seit 1993 der fünfmillionste Besucher in Ralswiek gezählt.

Nach Sascha Gluth übernahm die Rolle des Klaus Störtebeker Bastian Semm. Die Rolle des Goedeke Michels wurde von Andreas Euler übernommen. Beide spielten ihre Hauptrollen von 2013 bis 2017 nur im fünften Zyklus (Beginn einer Legende; Gottes Freund; Aller Welt Feind; Auf Leben und Tod; Im Schatten des Todes). Mit dem Ende der Saison 2016 kamen die Festspiele auf über 7,3 Mio. Besucher in 24 Jahren in über 1500 Vorstellungen.

Auf Bastian Semm folgte Alexander Koll in der Rolle des Klaus Störtebeker. Alexander Hanfland übernahm die Rolle des Goedeke Michels im sechsten Zyklus. Alexander Koll spielte die Hauptrolle nur in den ersten beiden Episoden des sechsten Zyklus (Ruf der Freiheit; Schwur der Gerechten), da er 2020 bekanntgab, dass er aus privaten Gründen nicht mehr bei den Störtebeker Festspielen mitwirken werde. Daraufhin wurde Anfang 2020 bekanntgegeben, dass Moritz Stephan ihn als Klaus Störtebeker ersetzen werde. Auf Grund von COVID-19 mussten jedoch die Saison 2020, sowie die Saison 2021 abgesagt werden, weshalb Moritz Stephan erst 2022 in der dritten Episode des sechsten Zyklus (Im Angesicht des Wolfes) sein Debüt auf der Naturbühne gab.

Mitwirkende mini|Weißkopfseeadler im Vorprogramm „Könige der Lüfte“ Die Störtebeker Festspiele beschäftigen über 150 Statisten, diverse Schauspieler, 30 Pferde, vier Schiffe mit Schiffsführern und weitere Mitarbeiter hinter den Kulissen. Das Casting für die Statisten findet im März bzw. April des jeweiligen Jahres statt.

Am häufigsten mitwirkende Schauspieler +Einsatz als HauptdarstellerJahr(e) Schauspieler Hauptrolle Vorstellungen 1993–2001 Norbert Braun Klaus Störtebeker 540 1993–2001, 2003–2012Dietmar LahaineGoedeke Michels11982002–2012 Sascha GluthKlaus Störtebeker 719 2013–2017 Bastian Semm 335 Andreas EulerGoedeke Michels2018–2019 Alexander Koll Klaus Störtebeker 134 seit 2018Alexander HanflandGoedeke Michels408seit 2022 Moritz Stephan Klaus Störtebeker274 +Einsatz als NebenrolleSchauspielerVorstellungenZeitraumWolfgang Lippert15232000–2001, seit 2003Mike Hermann Rader12672003–2023Hans-Jörg Fichtner12591993–2012Norbert Braun1125seit 2007Charles Lemming10112005–2006, 2008, 2011, seit 2013Burkhard Kurth9911993–2008Mircea Krishan7961993–1997, 1999–2006Fred Braeutigam7901993–2005Thomas Linke7372009–2019Ben Hecker7252003–2013

Übersicht der bisher aufgetretenen Schauspieler (in Nebenrollen)

Übersicht der Inszenierungen (seit 1993) Spielzeit Zyklus Spielzeitraum Inszenierung Regie Hauptdarsteller Besucher 1. I. 3. Juli – 29. August 1993 Wie einer Pirat wird Roland Oehme Norbert Braun 78.060 2. 2. Juli – 28. August 1994 Kampf um Stockholm 136.985 3. 1. Juli – 26. August 1995 Sturm auf Gotland 183.429 4. 22. Juni – 31. August 1996 Piraten der Westsee 210.590 5. 21. Juni – 30. August 1997 Das Schwert des Henkers 266.099 6. II. 20. Juni – 29. August 1998 Gesprengte Ketten 244.754 7. 26. Juni – 4. September 1999 Die Vitalienbrüder 292.413 8. 24. Juni – 2. September 2000 Die Kreuzritter 296.974 9. 23. Juni – 1. September 2001 Hamburg–Hanse–Henker 320.007 10. III. 22. Juni – 31. August 2002 Die Strandräuber Sascha Gluth 281.644 11. 28. Juni – 6. September 2003 Der Wolf der Meere Holger Mahlich 335.208 12. 26. Juni – 4. September 2004 Im Zeichen des Kreuzes 340.423 13. 25. Juni – 10. September 2005 Piraten vor Britannien 366.200 14. 24. Juni – 9. September 2006 In Henkers Hand 360.366 15. IV. 23. Juni – 8. September 2007 Verraten und verkauft 335.319 16. 21. Juni – 6. September 2008 Der Seewolf 377.916 17. 20. Juni – 5. September 2009 Störtebekers Gold Teil 1: Das Vermächtnis 394.766 18. 19. Juni – 4. September 2010 Störtebekers Gold Teil 2: Der Fluch des Mauren 381.858 19. 18. Juni – 3. September 2011 Störtebekers Gold Teil 3: Der Schatz der Templer 360.097 20. 23. Juni – 8. September 2012 Störtebekers Tod 362.963 21. V. 22. Juni – 7. September 2013 Beginn einer Legende Kai Maertens Bastian Semm 343.190 22. 21. Juni – 6. September 2014 Gottes Freund Peter Dehler 355.125Erfolgreicher Saisonabschluss der Störtebeker Festspiele in Ralswiek, Störtebeker Festspiele Logbuch. 23. 20. Juni – 5. September 2015Aller Welt Feind Thomas Schendel 357.187Störtebeker: Gottes Freund, aller Welt Feind, NDR.de - Kultur, 6. September 2015. 24. 18. Juni – 3. September 2016 Auf Leben und Tod 350.836 25. 24. Juni – 9. September 2017 Im Schatten des Todes Marco Bahr 338.305 26. VI. 23. Juni – 8. September 2018 Ruf der Freiheit Alexander Koll 310.405 27. 22. Juni – 7. September 2019 Schwur der Gerechten 333.28928.20. Juni – 5. September 2020Im Angesicht des WolfesAuf Grund von COVID-19 abgesagt19. Juni – 11. September 2021Auf Grund von COVID-19 abgesagt 28. 18. Juni – 10. September 2022 Im Angesicht des WolfesMarco Bahr Moritz Stephan–29.24. Juni – 9. September 2023Gotland unter FeuerLouis Villinger & Cordula Jung30.15. Juni – 31. August 2024 Hamburg 140131. VII. 28. Juni – 13. September 2025Freibeuter der Meere32.20. Juni – 5. September 2026Likedeeler

Dokumentationen miniatur|Feuerwerk Am 26. Dezember 2007 zeigte der NDR eine Dokumentation mit dem Namen Der wahre Schatz des Störtebeker über Klaus Störtebeker, die Tourismusindustrie und bot einen Einblick hinter die Kulissen der Störtebeker Festspiele.

Die Dokumentation mit dem Namen Sonne, Sand und Störtebeker befasst sich ebenfalls mit den Festspielen.