Der Silberkopf-Breitschnabeltyrann (Platyrinchus platyrhynchos) ist mit einer Körperlänge von 7,5 Zentimetern ein kleinerer Vertreter der Familie der Tyrannen.
Aussehen Die Art hat einen dicken runden Kopf mit einem breiten, kurzen Schnabel, der im oberen Teil schwarz und unten weiß ist. Der Hals ist sehr kurz. Das Rückengefieder und der Kopf sind schwarz. Der Bauch ist gelblich gefärbt. Besonders auffällig ist die weiße Kinnpartie.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Silberkopf-Breitschnabeltyrannen (grün) Der Silberkopf-Breitschnabeltyrann kommt in den Regenwäldern des nördlichen Südamerikas und dem Amazonasgebiet vor. Dort bewohnt diese Art den Waldboden und die unteren Etagen der Urwaldbäume.
Lebensweise Die Vögel leben als Pärchen zusammen und durchstreifen auf der Suche nach Insekten und Spinnen den Urwald. Wenn es viel Nahrung gibt, schließen sich die Vögel zu kleinen Gruppen zusammen.
Fortpflanzung Zum Nestbau verwendet das Weibchen Baumfarne und andere Pflanzenfasern, welche sie mit Spinnenseide zu einem kugelförmigen Nest verbaut. Das Nest wird in Astgabeln höherer Bäume, meist 1 bis 2 Meter über dem Waldboden angelegt. Das Weibchen legt nur zwei Eier, in einem Abstand von zwei Tagen hinein. Das Brutgeschäft übernimmt das Weibchen allein. Bei der Versorgung der Jungvögel, welche nach zwei Wochen das Nest verlassen, wird es vom Männchen unterstützt.
Gefährdung Aufgrund ihrer weiteren Verbreitung und da für diese Art keinerlei Gefährdungen bekannt sind, stuft die IUCN diese Art als (Least Concern) nicht gefährdet ein.
Unterarten Es sind vier Unterarten bekannt:IOC World Bird List Tyrant flycatchers Platyrinchus platyrhynchos platyrhynchos (, 1788)Johann Friedrich Gmelin, S. 446. – Die Nominatform kommt im Osten Kolumbiens über Guyana bis in den Norden Brasiliens vor. Platyrinchus platyrhynchos senex & , 1880Philip Lutley Sclater u. a., S. 156. – Diese Unterart kommt im Osten Ecuadors, im Osten Perus, im Norden Boliviens und dem extremen Westen Brasiliens vor. Platyrinchus platyrhynchos nattereri & , 1902Ernst Hartert u. a., S. 63. – Diese Subspezies ist im südlichen zentralen Amazonasgebiets von Brasilien verbreitet. Platyrinchus platyrhynchos amazonicus , 1912Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, S. 20. – Diese Unterart kommt im östlichen Amazonasgebiets Brasiliens vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Silberkopf-Breitschnabeltyrann erfolgte 1788 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem Namen Todus [] platyrhynchos. Das Verbreitungsgebiet kannte er nicht. 1805 führte Anselme Gaëtan Desmarest die neue Gattung Platyrinchus für den Silberkopf-Breitschnabeltyrann ein.Anselme Gaëtan Desmarest, Tafel 72 & Text (Lieferung 4 aus dem Jahr 1805). Dieser Name leitet sich von den griechischen Wörtern und ab.Platyrinchus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton hat den gleichen Ursprung. Senex hat seinen Ursprung in »alte Person« und bezieht sich auf die graue Haarfarbe älterer Menschen.senex in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling »Amazonicus« bezieht sich auf das Amazonasgebiet.Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch, S. 17. »Nattereri« ist eine Ehrerbietung für den österreichischen Naturforscher Johann Natterer.Ernst Hartert u. a., S. 64. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Den einzigen Nachweis für Paraguay in der Literur sah er durch William Foster (1873–1915) Sapucai.William Foster in Charles Chubb (1910), S. 577 Selbst Forster hatte nur ein Exemplar gesehen, so dass es sich entweder ein Irrgast oder eine Fehlidentifikation handeln könnte.Alfred Laubmann (1940), S. 68–69.
Quellenangabe
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Tyrannen