Henning Conle (* 6. Februar 1944Handelsregister, Registerbekanntmachung zur Veränderung der Henning Conle GmbH & Co. KG, Duisburg vom 27. Dezember 2016 in Duisburg) ist ein deutsch-schweizerischer Immobilienunternehmer und Milliardär. Er trat laut Untersuchungen der Verwaltung des Deutschen Bundestages mehrmals durch illegale Parteispenden als verdeckter Finanzier der AfD in Erscheinung.
Leben Henning Conle ist ein Sohn des Architekten und SPD-Ratsherrn in Duisburg, Heinrich August (Heinz) Conle (1915–1988),SPD-Duisburg Eintrag zu Heinz Conle (PDF; 0,2 MB) der mit seinem Bruder Kurt Conle ab den 1950er Jahren 18.000 Sozialwohnungen in Duisburg und Mülheim an der Ruhr errichten ließ.
1998 besaß Henning Conle in Hamburg 2500 Altbauwohnungen. Ihm wurde damals vorgeworfen, seinen Wohnungsbestand verkommen zu lassen. Über die Liechtensteiner Gesellschaft Sirosa Liberty Limited erwarben Conle und seine Familie bis zum Jahr 2014 für zwei Milliarden Pfund Sterling verschiedene Immobilien in London. In Großbritannien warf der Erwerb große Fragen über die Herkunft des Geldes auf. Spekulationen, dass es aus Russland stamme, wies Sirosa zurück.
In Zürich umfasst Conles Besitz 164 Wohn- und Gewerbeimmobilien, in denen sich mehr als 1250 Wohnungen befinden. Der Wert der Immobilien wird auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt. Keine Privatperson hat in Zürich annähernd so viel Immobilienbesitz wie Conle.
Conle ist verheiratet, hat einen 1980 geborenen Sohn und eine 1983 geborene Tochter. Sein Bruder Dieter (* 1949) war Eigner der Conle-Siedlung in Oerlinghausen-Südstadt und der entsprechenden Gesellschaften in Sonthofen.Handelsregister-Eintragungen zu Dieter Conle Grundbesitz-Gesellschaft mbH, Sonthofen u. a. Im Juni 2021 gingen sie an das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen Belvona.
Illegale Parteispenden Conle trat laut Untersuchungen der Verwaltung des Deutschen Bundestages wiederholt mittels illegaler Parteispenden als verdeckter Finanzier der AfD in Erscheinung (→ Alice Weidel#Wahlkampfspenden aus dem Ausland).Frauke Petry zu AfD-Spendenaffäre: Geheime Treffen mit Milliardär. ZDF, Frontal 21; abgerufen am 9. März 2021. Im April 2019 wurde bekannt, dass die Spenden über schweizerische und niederländische Strohleute für ihn abgewickelt wurden. Im März 2021 berichteten ZDF und Correctiv in der Sendung Frontal21, dass Conle in persönlichen Treffen unter anderem mit der damaligen AfD-Bundessprecherin Frauke Petry wiederholt anonyme Spenden zugunsten der AfD angeboten habe. Auch Jörg Meuthen, der seine Kontakte zu Conle anders als Petry nicht einräumte, soll nach deren Angaben einem Treffen im Dezember 2015 in der Nähe von Zürich beigewohnt haben.
Im Februar 2025 wurde bekannt, dass Conle erneut verdeckte finanzielle Unterstützung an die AfD geleistet haben soll. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Spiegel und der Zeitung Standard soll der ehemalige FPÖ-Funktionär Gerhard Dingler eine Schenkung von 2,6 Millionen Euro von Conle erhalten haben. Kurz darauf überwies Dingler 2,35 Millionen Euro an eine Kölner Werbefirma zur Finanzierung einer AfD-Wahlkampagne. Der Verbleib von 250.000 Euro aus der Schenkung ist unbekannt. Die deutschen und österreichischen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der Geldwäsche und illegaler Parteienfinanzierung. Mitte März 2025 leitete die Verwaltung des Deutschen Bundestages ein Prüfverfahren gegen die AfD ein. Im Mai 2026 fällte das Berliner Verwaltungsgericht ein wegweisendes Urteil in dem Fall und verurteilte die Partei zur Rückzahlung der Gelder, obwohl ihr kein eigenes Verschulden nachzuweisen war. AfD-Schatzmeister Carsten Hütter erklärte nach dem Urteil, es sei „nicht das erste Mal, dass Herr Conle unserer Partei massiven Schaden zugefügt hat“.
Vermögen Henning Conles Privatvermögen wurde im Jahr 2015 auf 1,25 Milliarden Schweizer Franken geschätzt.
Immobilienbesitz (Auswahl) Spekulativer Leerstand (zeitweise): Wohnhaus Weisestraße 47 in Berlin-Neukölln (schon zu West-Berliner Zeiten), seit 2018 modernisiert und vermietet Wohnhaus Fehmarner Straße 21 in Berlin-Wedding, seit 2024 modernisiert und vermietet Wohnhaus Wipperstraße 5 in Berlin-Wedding
+ Vermietete Immobilien (in der Reihenfolge des Erwerbs) Erwerb Immobilie Ort Kaufpreis 1993 ehemaliges Bakers-Einkaufszentrum Kensington, London 100 Millionen £ 2004 Einkaufszentrum The Plaza Oxford Street, London 116 Millionen £ 2006 Metropol mit Wohn- und Gewerberäumen Berlin-Schöneberg, Deutschland Staub auf dem Parkett. Tagesspiegel, 1. Dezember 2006; abgerufen am 21. Juni 2021.Conle Property Group abgerufen am 21. Juni 2021. 2010 Liberty (Kaufhaus) 41,5 Millionen £ 2012 Stratton House 166 Millionen £ 2013 Kensington Roof Gardens 225 Millionen £ 2013 Shell Mex House 80 Strand, London 610 Millionen £ ? Geschäftshaus Moussonstrasse 8, 8044 Zürich unbekannt gemäss Eigentümerauskunft des Kantons Zürich
Weblinks Website der Conle Property Group Monika Dunkel: AfD-Großspender: Das Phantom Henning Conle In: Stern, 22. Februar 2025, als Memento gespeichert am 21. Februar 2025
Einzelnachweise
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