mini|Calverbühl bei Dettingen an der Erms mini|Lapilliführender Tuffit vom Calverbühl mini|Gerundete Komponente im Tuffit, die sich aus zahlreichen Lapilli zusammensetzt (Calverbühl) Der Calverbühl (auch Calver Bühl, früher auch Karpfenbühl) ist eine markante hohe Erhebung südlich von Dettingen an der Erms im Landkreis Reutlingen. Auf dem Gipfel des Calverbühls befindet sich eine Linde, die von weitem gut sichtbar ist.

Geologie Beim Calverbühl handelt es sich um einen kleinen Vulkanschlot des Schwäbischen Vulkans.Johannes Baier: Geohistorische Bemerkungen zum Vulkanfeld der Schwäbischen Alb. In: Geohistor. Blätter 31 (1/2), S. 39–64, 2020.Johannes Baier: Das Urach-Kirchheimer Vulkangebiet der Schwäbischen Alb. In: Aufschluss 71 (4), S. 224–233, 2020. Das Gestein zeichnet sich durch zahlreiche Lapilli aus.Johannes Baier, Günter Schweigert: Der Calverbühl bei Dettingen an der Erms. In: Fossilien 32 (6), S. 56–59, 2015. Geophysikalische Messungen haben ergeben, dass am Calverbühl eine starke geomagnetische Anomalie auftritt, die durch die vorhandenen ferromagnetischen Minerale (v. a. Magnetit) innerhalb des vulkanischen Gesteins verursacht wird.Otto Mäussnest: Erdmagnetische Untersuchungen im Kirchheim-Uracher Vulkangebiet. Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver. 38, S. 23–54, 1956. In einer neueren Veröffentlichung erwähnt Otto Mäussnest, dass der Magnetismus des Calverbühl durch Blitzschläge verstärkt worden sei.Otto Mäussnest: Die Eruptionspunkte des Schwäbischen Vulkans, Teil II; in: Z. dt. Geol. Ges., 125, 1974, Hannover

Geschichte Bis zur Reformation 1534 stand oben auf dem Calverbühl eine Kapelle. Die Kapelle war für die Dettinger Bevölkerung am Markustag (25. April) regelmäßig Ziel für einen Bittgang.

Naturschutz Der Calverbühl mit der Linde auf dem Gipfel und den Halbtrockenrasen an den Hängen steht als flächenhaftes Naturdenkmal unter Naturschutz und ist unter dem Namen Calverbühl ca. 1000 m S von Dettingen a. d. Erms am W-Hang des Ermstals auch als Geotop geschützt.Geotop-Steckbrief des LGRB Er ist sowohl in das Landschaftsschutzgebiet Reutlinger und Uracher Alb als auch in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb eingebettet.

Literatur Johannes Baier (2025): Der Calverbühl - Ein Diatrem im Vulkanfeld der Schwäbischen Alb. In: Aufschluss, 76(3): 188-195.

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