Bösensell (plattdeutsch Baisensell) ist ein Dorf, welches seit 1975, als ein Ortsteil der Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld, eingemeindet ist. Es liegt etwa 11 km südwestlich von Münster.

Geschichte mini|Karte mit der ersten Siedlungsstätte in Basinseli

Gesiedelt wurde in dieser Gegend schon um 5000 vor Christus. Im benachbarten, rund zehn Kilometer entfernten Uphoven wurden Spuren gefunden, die belegen, dass bereits vor rund 7000 Jahren hier Menschen gelebt haben.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Bösensell um das Jahr 890 in einer Urkunde der Abtei Werden, dort hieß der Ort noch Basinseli.

Von Basinseli nach Bösensell Der Name Basinseli änderte sich im Laufe der Jahrhunderte über Baisensell und Buzenzele zu Bösensell.

Um 1148 war Bösensell Mittelpunkt des grundherrlichen domkapitularischen Amtes Bösensell.

Zweiter Weltkrieg Am 31. März 1945 (Karsamstag) erreichte die Front Bösensell. Deutsche Truppen leisteten Widerstand gegen die Amerikaner, und es kam - vor allem in der Bauernschaft Kley - zu erbitterten Gefechten. 16 Häuser brannten ab, weitere Gebäude wie die Kirche wurden teils schwer beschädigt. Sowohl Deutsche und Alliierte Soldaten als auch Zivilisten und ein polnischer Gefangener starben bei dem Gefecht.https://heimatverein.boesensell.info/documents/Kriegsende1945.pdf

Moderne Geschichte Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975, bei der Bösensell nach Senden eingemeindet wurde, gehörte der Ort zum Amt Roxel im Kreis Münster. Deshalb gehören die evangelischen Christen Bösensells bis heute zur Evangelischen Kirchengemeinde Roxel und nicht zur Kirchengemeinde Senden.

Besondere Orte Das Laerbrockkreuz an der Grenze zu den Nachbarorten Schapdetten und Havixbeck kennzeichnet die Stelle, an der die drei Gaue Dreingau, Stevergau und Scopinggau zusammentrafen und an der zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert Landtage abgehalten wurden. Haus Ruhr aus dem 16./17. Jahrhundert wurde 1742 vom westfälischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun umgestaltet. Haus Alvinghof wurde von Johann Conrad Schlaun 1749 als Sommersitz für den bischöflichen Vizekanzler Christian Friedrich von und zur Mühlen gebaut.

mini|Filialkirche St. Johannes Baptist Die Filialkirche St. Johannes Baptist (benannt nach Johannes der Täufer) wurde 1917 während des Ersten Weltkrieges fertiggestellt. Der Kirchturm aus Baumberger Sandstein stammt von einer älteren Kirche. Das Kirchenschiff ist mit Ibbenbürener Sandstein gebaut, der witterungsbeständiger ist. Das Chorgestühl stammt aus dem Jahr 1525. Die Kirche ist Teil der Pfarrei St. Laurentius Senden.

Eingemeindung Im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurde Bösensell am 1. Januar 1975 durch §12 Münster/Hamm-Gesetz in die Gemeinde Senden eingegliedert. Ein kleiner Gebietsteil kam zu Nottuln.

Bevölkerungsentwicklung

In Bösensell lebten am:

06. Jun 1961: 1423 Einwohner 27. Mai 1970: 1488 Einwohner 30. Jun 1974: 1701 Einwohner 30. Nov 2004: 2529 Einwohner 31. Dez 2005: 2661 Einwohner 31. Dez 2006: 2727 Einwohner 31. Dez 2007: 2943 Einwohner 31. Dez 2012: 2853 Einwohner 31. Dez 2020: 2788 Einwohner 31. Dez 2022: 2839 Einwohner 31. Dez 2023: 2885 Einwohner

Gewerbe Das Erscheinungsbild von Bösensell wird für Ortsfremde in erster Linie von dem am südlichen Ortsrand direkt an der L551 gelegenen Gewerbegebiet Südfeld geprägt. Des Weiteren existiert in direkter Nähe zur Autobahn A43 das Gewerbegebiet Am Dorn, in dem sich 2006 ein stark frequentierter Autohof mit Spielothek, Restaurant sowie Reise- und Fernfahrerservice angesiedelt hat. Der Lebensmittelgroßhändler L. Stroetmann eröffnete hier im August 2023 ein neues Handels- und Logistikzentrum. Lena Bökamp: Stroetmann rüstet Lager für Zukunft / Neues Frische-Logistikzentrum setzt Maßstäbe nicht nur für nachhaltige Energieversorgung – Services für Lkw-Fahrer In: Lebensmittel Zeitung 17/2024 vom 26.04.2024 Seite 042 / Technologie & Logistik Diese Unternehmen, sowie die Gewerbetreibenden im Bereich des eigentlichen Ortskerns, sind im Gewerbeverein Bösensell organisiert.

Verkehrsanbindung Bus und Bahn mini|Haltepunkt Senden-Bösensell

Der Bahnhof Senden-BösensellSenden-Bösensell auf bahnhof.de (1897 eingerichtet) liegt an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg. Hier hält halbstündlich der Niers-Haard-Express (RE 42) Essen–Münster. Stündlich kommt er aus Mönchengladbach–Krefeld–Duisburg. In den Nachtstunden hält der RE 2 in Bösensell.

Linie Verlauf Takt

Am Park and Ride-Platz halten die Busse S90, X90, N4 und N8 in Richtung Münster Bült und Lüdinghausen Busbahnhof, Olfen Mobilpunkt Stadthalle, Coesfeld und Legden, Dorf Münsterland. Linie Verlauf Takt Betreiber

Straße Autobahn: Die A43 ist über die Anschlussstelle Senden erreichbar. Bundes- und Landesstraßen: Die B235 beginnt an der Autobahnauffahrt zur A43 und geht nach Süden über Senden nach Witten. Die L551 (früher B51) verläuft parallel zur A43. Nach Norden gelangt man über die L550 nach Havixbeck. Ein weit verzweigtes Wegenetz lädt zu Radtouren ein. Rastplatz: Seit Mai 2006 hat Bösensell einen Autohof kurz vor der Autobahnauffahrt der A43.

Literatur Helga Kraneburg: Geschichte der Pfarrei St. Johannes in Bösensell. In: Senden. Eine Geschichte der Gemeinde Senden mit Bösensell, Ottmarsbocholt, Venne. Gemeinde Senden, Senden 1992. Gemeinde Senden (Hrsg.): Senden. Eine Geschichte der Gemeinde Senden mit Bösensell, Ottmarsbocholt, Venne. Senden 1992, ISBN 978-3-9802977-0-7.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Heinrich Zumkley (1908–1944), Missionar und Märtyrer

In Bösensell wohnhaft gewesene Persönlichkeiten Johannes Dörmann (1922–2009), katholischer Theologe und Missionswissenschaftler, Hochschullehrer in Münster Peter Heine (* 1944), Arabistik und Islamwissenschaftler, Hochschullehrer in Münster und Berlin

Weblinks

Seite des Ortsteils Bösensell Offizielle Seite der Gemeinde Senden

Einzelnachweise

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