Der SV Lokomotive Nossen e. V. ist ein deutscher Mehrspartensportverein, der aus ca. 815 Mitgliedern (Stand 3. Quartal 2024) besteht, die auf 14 Abteilungen verteilt sind. Er ist in der sächsischen Stadt Nossen beheimatet und bietet derzeit die Wettkampfsportarten Basketball, Fußball, Kegeln, Ski, Tischtennis und Volleyball sowie für Freizeitsportler Badminton, COC Sportscrew (Kraftsport), Dart, Dance for Fun, Gymnastik, Kara-Ho Kempo, Unihockey und Yoga an.

Porträt Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs alle Sportvereine aufgelöst wurden, konnten in der Sowjetischen Besatzungszone Sportwettkämpfe zunächst nur in locker organisierten Sportgruppen oder Sportgemeinschaften (SG) ausgetragen werden. In diesem Rahmen gründete sich eine SG Nossen. Am 7. Juni 1950 wurde die noch junge SG Nossen in die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Deutsche Reichsbahn umstrukturiert. Trägerbetrieb war das Bahnbetriebswerk Nossen. Nach der Gründung von DDR-weiten zentralen Sportvereinigungen führte die BSG ab diesem Zeitpunkt den Namen BSG Lokomotive Nossen. Bei 300 Mitgliedern wurden im Gründungsjahr die Sektionen Fußball, Kegeln, Schach, Schwimmen und Turnen gebildet, später kamen die Sektionen Volleyball (1973) und Skisport (1979) hinzu. Besonders die Sektionen Fußball und Schwimmen waren sehr aktiv, aber auch die Gymnastikgruppen und Turner waren über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und ihre Leistungen wurden anerkannt. Die BSG Lok Nossen wurde für die guten Leistungen bei der Erfüllung des Sportplanes im Jahre 1982 und 1985 mit der Ehrenurkunde des Präsidiums des DTSB der DDR, 1984 mit der Urkunde für vorbildliche Leistungen in der Sportstafette 35 zu Ehren des 35. Jahrestages der DDR und 1986 mit der Ehrenurkunde des Präsidiums des DTSB für gute Leistungen in der Sportstafette XI. Parteitag ausgezeichnet. Mit einer Leistung von 9925 „Mach mit!“-Stunden wurde der Muldentalsportplatz von Mai 1970 bis Dezember 1971 rekonstruiert. Die Fußballer spielten überwiegend auf Bezirks- und Kreisebene. Auch in den anderen Sportarten erreichte Lok Nossen kein DDR-weites Niveau.

Als nach der politischen Wende von 1990 in den neuen Bundesländern wieder Sportvereine zugelassen wurden, gründete sich die Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Nossen am 8. Juni 1990 in den eingetragenen Verein SV Lokomotive Nossen um. Die Eintragung in das Vereinsregister geschah am 5. Juli 1990. Wie die BSG bot auch der Sportverein mehrere Sportarten an. Am erfolgreichsten entwickelte sich die Abteilung Kegeln, deren 1. Mannschaft bis in die 2. Verbandsliga aufstieg. In den anderen Sportarten war der SV Lok 2015 nur im Bezirks- und Kreisniveau vertreten. Der Fußballabteilung steht der Muldentalsportplatz zur Verfügung, während die anderen Sportarten in verschiedenen Schulsporthallen beheimatet sind. Durch die Ausbildung von U19-Nationalkeeper Markus Schubert erhielt die Abteilung Fußball im August 2016 vom DFB einen Bonus in Höhe von 2.200 € für herausragende Talentförderung.

Wappen

Abteilungen (aktiv)

Basketball Seit der Gründung der Nossner Sektion im November 1992 wird regelmäßig trainiert. Im Mittelpunkt des Trainings stehen Konditionsaufbau und das Entwickeln schneller Reflexe und Bewegungen. Seit Ende der Neunziger nimmt die Herrenmannschaft am Punktspielbetrieb des Bezirks Dresden teil. Dabei wurden nahezu alle Platzierungen erreicht. Bis heute spielt die Mannschaft, abhängig von den Spielerkadern, im Mittelfeld mit.

COC Sportscrew 7. April 2007 2007 erfolgte die Gründung der Sportgruppe im Lommatzscher Schützenhaus. Die Anfangsbuchstaben der Gründermitglieder sind symbolisch für das Logo der COC Sportscrew. Hintergrund der Gründung war es, Personen im Türstehergewerbe eine Möglichkeit zu bieten, Kontakte zu knüpfen und sich weiterzubilden. Ein reger Austausch geschah auf sportliche Art und Weise, unabhängig von den eigenen körperlichen und geistigen Voraussetzungen.

2007 – 2008 Trainingsschwerpunkte lagen auf Kraft, Ausdauer, Boxen-Kickboxen, Fixierungstechniken und Entwaffnung. Das Training fand zum Großteil in der Umkleidekabine (15 m²) des Lommatzscher Schützenhauses statt. Trainiert wurde bis zu 2 × die Woche. Anfangs nur von Türstehern genutzt, fand es später auch Zuspruch von Gästen oder anderen Interessenten, was den Trainingsinhalt schnell änderte.

2009 Aufgrund der Nachfrage gab es ein Platzproblem, welches sich durch eine Trainingseinheit von 1,5 Stunden pro Woche in der Sporthalle Zehren recht schnell lösen ließ. Trainiert wurde immer noch an zwei Tagen in der Woche, nun aber aufgesplittet auf ein reguläres Training für alle Teilnehmer und ein gesondertes für die Interessenten aus dem Türsteherbereich. Da dieser aber rückläufig war und eher unregelmäßig besucht wurde, waren die Kosten für die Hallenmiete in Zehren und die Kabine im Lommatzscher Schützenhaus nicht mehr tragbar. Auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit für unsere Zwecke wurden wir in Nossen in der Fabrikstraße 4, bei Heizungsbau Liebe, schnell fündig. Wir konnten Ende 2009 in der unteren Etage zwischen Hasenausstellung und Familienfeiern unser Training fortsetzen. Trainiert wurde speziell im Kraft-Ausdauer-Bereich mit kleineren Kampfsportelementen in Richtung Selbstverteidigung. Da nun auch kein Platzproblem mehr vorhanden war, kamen schnell Ausrüstungsgegenstände wie Matten, Boxsack, Hantelbank, diverse Kleingeräte usw. dazu.

2010 – 2014 Durch das festlegen des Trainingsbereiches und rumsprechen durch Mundpropaganda fanden eine Vielzahl neuer Interessenten zu uns. Es bot sich die Gelegenheit im Hause der Fabrikhalle von Firma Liebe in der oberen Etage auf 200 m² die Trainingsstätte zu erweitern, um die Effektivität und das Trainingsniveau zu verbessern. Die Trainingszeiten wurden im Laufe der Zeit den Mitgliedern auf vier Tage die Woche mit festgesetzten Zeiten angepasst. Dadurch konnten wir ein familiäres aber dennoch für alle machbares Training gestalten. Trainiert wurde in allen Bereichen des Kampf- und Kraftsports, wobei sich der Großteil der Mitglieder beim Fithalten durchs Gerätetraining wiederfand. Die Selbstverteidigung fand bei einigen Mitgliedern ihren Zuspruch und wurde mit Elementen aus dem Bodenkampf etwas ausgebaut. Beachtung hierbei lag immer darin, kein Kampfsport- oder Kunstsystem zu bevorzugen, sondern um Möglichkeiten aufzuzeigen oder Sichtweisen zu erweitern.

2015 – 2017 Die Sportgruppe erarbeitet sich ein Logo und legte ein öffentliches Erscheinungsbild fest. Dieses findet sich in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und WhatsApp durch verschiedene Gruppen wieder. Dieses fand Zuspruch und wurde von den Mitgliedern angenommen. Durch das immer größer werden der Sportgruppe selbst und den damit verbundenen Aufgaben bot es sich Ende 2016 an, sich in den SV Lok Nossen als Abteilung eingliedern zu lassen. Dadurch können wir den Mitgliedern noch bessere sportliche Möglichkeiten bieten und das Niveau etwas heben. So entwickelte sich die Sportgruppe in alle erdenklichen Richtungen weiter, vom Kampfsport über Kraftsport bis hin zu Fitness und Modesport. Ziel war es dann, für alle Interessenten Möglichkeiten in Form von Geräten und Wissen zu schaffen, damit sie sich selbst und ihre Sportart finden oder sich bei ihren Sportarten verbessern können. Ergebnis hiervon sind dann Mitglieder, die aus anderen Sportarten kommen, um über den Tellerrand zu schauen oder einfach einen Ausgleichssport machen wollen. Die Zielgruppe erstreckt sich weiter über Sportler, die sich fit halten wollen, ohne großes Fitnessstudio. Interessenten an realer Selbstverteidigung, die Hausfrau und Mutter, der Schichtarbeiter, die Schüler und Auszubildenden mit wenig Zeit runden das Spektrum der Teilnehmer ab. Einfach gesagt, bieten wir allen, die gerne etwas Sportliches machen würden, sich aber nicht auf eine Sportart festlegen möchten, aber gerne mit anderen trainieren, zu finanziell günstigen Konditionen alternativen zu herkömmlichen Sportarten an. Durch diesen schnellen Wachstum bietet die anfangs relativ kleine Gruppe innerhalb von ein paar Jahren viele unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten durch ausrangierte Geräte, manches selbstgebaut und einiges gekauft. Vom Sandsack, Hometrainern, Hantelbänken, Krafttürmen, Tischtennisplatte, Wooden Dummy, Octacon, Poledance-Stange bis hin zu diversen Kleingeräten ist für jeden etwas dabei.

Dart mini|2017 neu errichtete Anlage auf dem Muldentalsportplatz Die Sportart Dart ist seit vielen Jahren in England sehr populär und wird mit Begeisterung verfolgt. In der jüngeren Vergangenheit ist diese Begeisterung auch nach Deutschland vorgedrungen. Leider ist die Dart-Szene in Sachsen noch nicht sehr ausgeprägt, wodurch die Möglichkeit, sich und sein Können bei Turnieren oder im Verein unter Beweis zu stellen, sehr gering ist.

Diese Tatsache hat ein paar Nossener Dart-Begeisterte auf die Idee gebracht, den Dart-Sport Teil des SV Lok Nossen werden zu lassen. Als erstes musste geklärt werden, ob es genügend Interessenten in Nossen und Umgebung gibt, die Darts gern aktiv betreiben möchten. Einem Aufruf im Sommer 2017 sind innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Interessenten gefolgt, mit denen am 20. September 2017 eine Interessentenversammlung abgehalten und der Grundstein für die neue Abteilung gelegt wurde.

Seit dem 1. November 2017 wird die Abteilung offiziell im SV Lok Nossen e. V. als aktiv geführt. Das jüngste Gründungsmitglied war 9 Jahre alt. Die erste Mitgliederversammlung fand am 11. November 2017 statt, bei der Nancy Kaufmann einstimmig gewählt wurde und somit die erste Abteilungsleiterin des Dartsports in Nossen ist.

Als Trainings- und Wettkampfstätte dient die Gaststätte auf dem Muldentalsportplatz Nossen. Durch viel Planung, Motivation, Eigenleistung, Eigenmittel der Mitglieder sowie Unterstützung vom Verein und Sponsoren entstand eine zeigenswerte Anlage, die jedem Dart-Spieler optimale Trainingsbedingungen bietet.

Die Abteilung bietet jedem eine Plattform. Das Niveau reicht vom Hobby- bis zum Ligaspieler. In den ersten Wochen nach Gründung der Abteilung wurde nur der regelmäßige Trainingsbetrieb durchgeführt. Es zeichnete sich allerdings sehr schnell ab, dass die Leistungen der Spieler sich stetig steigern und ein Vergleich zu anderen, nicht vereinsangehörigen Spielern angestrebt wird. Daraufhin wurde der Kontakt zu verschiedenen Dartverbänden in der Umgebung aufgenommen und die Möglichkeiten eines Spielbetriebes abgeklärt. Mit dem Regionaldartverband Dresden konnte man sich auf die Teilnahme am Ligabetrieb 2018 einigen, allerdings noch außer der Wertung. Dieses Probejahr soll den Spielern des SV Lok Nossen die Möglichkeit geben, erbrachte Leistungen im Training mit denen in einer Wettkampfsituation zu vergleichen. Außerdem erhält man auf diese Weise einen Einblick in den Ablauf des aktiven Ligabetriebes. Für die nächste Saison ist dann eine aktive Teilnahme am Spielbetrieb geplant.

Fußball

1945 bis 1990 Die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete SG Nossen nahm an den Fußballmeisterschaften des Landkreises Döbeln teil und wurde 1949 Kreismeister. Damit qualifizierte sie sich für die drittklassige Bezirksklasse Dresden. In der folgenden Saison musste man aufgrund einer Ligenreform in Sachsen wieder absteigen. 1950 qualifizierte sich die nun in BSG Lokomotive Nossen umbenannte Mannschaft für den DDR-weiten Fußballpokal-Wettbewerb (FDGB-Pokal). In der 1. Hauptrunde traf Nossen auf den thüringischen Drittligisten ZSG Neustadt/Orla und verlor das Auswärtsspiel mit 1:5.