Die Klasse 25, ursprünglich als Sulzer Type 2 bezeichnet, ist eine Baureihe von 327 mittelschweren Diesellokomotiven der British Rail. Die zwischen 1961 und 1967 im Rahmen des Modernisierungsplans von 1955 gebauten Lokomotiven mit elektrischer Kraftübertragung gehören zu den meistgebauten Diesellokomotivbaureihen Großbritanniens. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung im gesamten britischen Schienennetz erhielten die Maschinen unter Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden den Spitznamen Rats ‚Ratten‘.
Entwicklung Die Klasse 25 entstand als Weiterentwicklung der ab 1958 gebauten Klasse 24, die sich im Betrieb bewährte, für viele Einsatzzwecke jedoch etwas zu schwach motorisiert war. British Rail verlangte daher für die neue Klasse eine höhere Leistung, um auch höhere Geschwindigkeiten fahren zu können. Die Lokomotiven wurden in den bahneigenen Werken in Darlington und in Derby sowie bei Beyer, Peacock & Co. gebaut.
Einsatz Die Aufgabe der Klasse 25 bestand vor allem darin, Dampflokomotiven abzulösen. Die universell einsetzbare Mehrzwecklokomotive zog sowohl schwere Güterzüge als auch Regional- und Fernzüge im Personenverkehr. Ein Teil der Lokomotiven war zu diesem Zweck mit einem Heizkessel für die Dampfheizung ausgerüstet. Die Klasse 25 wurde im gesamten britischen Schienennetz eingesetzt, insbesondere in den Midlands, in Nordengland und in Schottland.
Aufgrund des Rückgangs des klassischen Güterverkehrs und der zunehmenden Elektrifizierung wurden die Lokomotiven ab den späten 1970er Jahren schrittweise überflüssig. Bis Anfang der 1980er Jahre waren sie regelmäßig vor den Personenzügen zwischen Crewe und Cardiff im Einsatz. Im Sommer 1984 zogen sie zum letzten Mal die samstäglichen Sonderzüge nach Aberystwyth. Die letzte Lokomotive wurde im März 1987 aus dem regulären Betrieb genommen, bis März 1991 wurde sie jedoch weiterhin für Sonderfahrten für Eisenbahnfreunde eingesetzt.
Insgesamt 20 Lokomotiven der Klasse 25 sind erhalten geblieben, davon werden sechs von Museumsbahnen betriebsfähig erhalten und für Sonderfahrten genutzt.
Technik Die Lokomotiven waren mit einer Gleichstrom-Gleichstrom-Kraftübertragung ausgestattet. In der Mitte befand sich der Dieselmotor, an dem auf einer Seite der Haupt- und Hilfsgenerator, auf der anderen Seite der Kompressor angeflanscht waren. Hinter einem Führerstand befanden sich der Kühler, in dem ein Ventilator den Kühlluftstrom erzeugte, sowie die beiden Vakuumpumpen der Saugluftbremse. Bei Lokomotiven, die mit der Dampfheizung ausgestattet waren, befand sich hinter dem anderen Führerstand der Heizkessel.
Unterbaureihen Die 327 gebauten Lokomotiven lassen sich in fünf Unterbaureihen einordnen: Klasse 25/0 – Lokomotivkasten äußerlich beinahe identisch zur Klasse 24, Stirnwandtüren erlaubten dem Zugpersonal bei Mehrfachtraktion während der Fahrt zwischen den Lokomotiven zu zirkulieren. Im Vergleich zur Klasse 24 mit dem stärkeren Motor Sulzer 6LDA28-B ausgestattet, der 1250. Die Leistungssteigerung gegenüber dem in der Klasse 24 eingesetzten Sulzer 6LDA28-A wurde durch einen höheren Ladedruck und einen Ladeluftkühler erzielt. Generator und Fahrmotoren stammten von British Thomson-Houston (BTH). Die vier Tatzlagerfahrmotoren in den Drehgestellen waren stets parallel geschaltet. Die Unterbaureihe umfasste 25 Lokomotiven, die alle 1961 in den bahneigenen Darlington Works gebaut wurden. mini|BR Klasse 25/0 Nr. 25 010 (ex D5160)
Klasse 25/1 – Die Baureihe wurde mit neuen leichteren Fahrmotoren von Associated Electrical Industries (AEI) ausgerüstet. Diese waren in Zusammenarbeit mit BTH, Metropolitan-Vickers (MV) und American Locomotive Company (Alco) entstanden. Sie waren in zwei Gruppen stets parallel geschaltet. Die neuen Fahrmotoren gaben den Lokomotiven eine höhere Anfahrzugkraft, dafür neigten sie eher zum Schleudern.
Im Gegensatz zur Klasse 25/0 waren die Typhone nicht mehr in der Pufferschürze angeordnet, sondern oben auf dem Dach links und rechts neben dem Headcodekasten angeordnet. Von den 57 Lokomotiven wurden 20 in Darlington und 37 in Derby gebaut. Alle bis auf vier Lokomotiven erhielten Kessel für die Dampfheizung. Viele der ursprünglich nur mit der Saugluftbremse ausgerüsteten Lokomotiven erhielten später die Dualbremse. mini|BR Klasse 25/1 Nr. 25 047 (ex D5197) Klasse 25/2 – Die Baureihe erhielt einen Lokkasten ohne Stirnwandtüren. Dadurch wurde das mittlere der drei Fenster in der Stirnwand genauso hoch wie die seitlichen Fenster. Um zu verhindern, dass Schmutz angesogen wird, wurden die Lüftungsgitter von der Seitenwand in die Dachschräge versetzt. In der Klasse 25/2 gab es Lokomotiven mit und ohne Heizkessel für Personenzüge. Die Lokomotiven mit Heizkessel waren teilweise mit der Dualbremse ausgerüstet, die anderen mit Saugluftbremse. Von den 165 Lokomotiven dieser Baureihe wurden 145 in Derby und 20 in Darlington gebaut. Die Lokomotiven aus Darlington behielten den Lokomotivkasten der Klasse 25/1. mini|BR Klasse 25/2 Nr. 25 173 (ex D7523) Klasse 25/3 – Gleicher Lokkasten wie die Klasse 25/2, die Elektrotechnik wurde jedoch überarbeitet. Der 12-polige Hauptgenerator behielt die Bezeichnung RTB 15656 seines 10-poligen Vorgängers, war mit diesem jedoch inkompatibel. Im Gegensatz zu den Vorgängerklassen besaß die Steuerung nur zwei statt sechs Feldschwächstufen. Diese wurden drehzahlabhängig elektronisch über einen Tachogenerator angesteuert, sodass die Fahrmotoren innerhalb der Grenzen des Dauerbetriebs betrieben wurden. Der Triebfahrzeugführer konnte statt des Feldschwächbetriebs den Vollfeldbetrieb wählen, musste aber selbstständig darauf achten, dass die zulässigen Zeiten für den Überlastbetrieb nicht überschritten wurden. Die Klasse umfasste 80 Lokomotiven, wovon 44 von Derby und 36 von Beyer, Peacock & Co gebaut wurden. mini|BR Klasse 25/3 Nr. 25 258 (ex D7608) Klasse 25/9 – Im Hinblick auf einen Auftrag der Abteilung für Industriemineralientransporte von Railfreight, der Güterverkehrsorganisation von British Rail, wurden zwölf Lokomotiven mit wenigen Motorbetriebsstunden ausgewählt, die für den Einsatz vor Streusalzzügen der ICI ausgehend von der Salzgrube Winsford in Cheshire eingesetzt werden sollten. Um die Lokomotiven zu schonen, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 96 km/h (60 mph) beschränkt. Railfreight erhielt jedoch den Auftrag für die Salztransporte nicht und die Lokomotiven wurden meist in Doppeltraktion im regulären Güterverkehr eingesetzt bis elf Lokomotiven in den Jahren 1986 bis 1987 ausgemustert wurden. Die Lokomotive 25912, abgeliefert im Februar 1967 als D7672, wurde im September 1991 als letzte aus dem Bestand von British Rail gestrichen. mini|ETHEL Nr. 97 251 (ex D7655) ETHEL – 1983 wurden drei ausgemusterte Lokomotiven zu Heizwagen für die elektrische Zugheizung umgebaut. Dabei wurden die Fahrmotoren entfernt und die Lokomotiven mit Dosen für die Zugsammelschiene versehen. Die Drehzahl des Dieselmotors wurde beim Betrieb der Zugsammelschiene auf 640 min−1 festgesetzt. Die Heizwagen wurden als Electric Train Heating Ex-Locomotives, abgekürzt ETHEL, bezeichnet. Sie wurden den Dienstwagen zugeteilt und erhielten den gleichen Anstrich wie die Reisezugwagen. Zunächst wurden sie in Schottland eingesetzt, später in London zusammen mit Dampfsonderzügen. Ein Heizwagen wurde 1987, die beiden anderen 1990 ausgemustert. Alle wurden 1994 verschrottet. + Zuordnung der Loknummern zu den Unterbaureihen Unterbaureihe AnzahlBaujahr Nummer bei AblieferungTOPS-Nummer Klasse 25/0 251961 D5151–D517525 001–25 025Klasse 25/1571962–1963D5176–D523225 026–25 082Klasse 25/21651963–1965D5233–D5299, D7500–D759725 083–25 247Klasse 25/3801965–1967D7598–D767725 248–25 327Klasse 25/9121985 (Umbau)D7612, D7618, D7626, D7633, D7636, D7646, D7647, D7657, D7659, D7665, D7666, D767225 901–25 912ETHEL31983 (Umbau)D7660, D7655, D766497250–97252
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Einzelnachweise
25 Kategorie:Dieselelektrische Lokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug (Beyer-Peacock) Kategorie:Schienenfahrzeug (Darlington Works) Kategorie:Schienenfahrzeug (Derby Works)