mini|Müllerhalle 2012 kurz vor dem Abriss mini|Neue Müllerhalle mini|Neue Müllerhalle, Rückseite Die Müllerhalle ist eine ehemalige Markthalle im Berliner Ortsteil Berlin-Wedding. Das Gebäude wurde 1950 gebaut und bis 2011 als Markthalle genutzt. Nach einem Abriss und Neubau befindet sich dort nun die Neue Müllerhalle. Diese dient vor allem einem Lebensmittelhändler als Standort, zudem sind dort einige kleinere Geschäfte untergebracht.

Geschichte Die Markthalle entstand inmitten eines Booms des Wedding in den Jahren des Wirtschaftswunders. Die Müllerstraße, an der die Markthalle steht, galt in den 1960ern als Ku'damm des NordensJohannes Ehrmann: , Theodor-Wolff-Preis, ursprünglich erschienen in: Der Tagesspiegel, 7. September 2013. In dieser Zeit öffneten an der Straße auch viele Fachgeschäfte und einige Warenhäuser neu. Der Berliner Nordwesten hatte die letzten seiner Berliner Markthallen Anfang des 20. Jahrhunderts verloren. Die Markthallen XII und XIV – beide im benachbarten Ortsteil Gesundbrunnen – wurden um 1890 errichtet, bereits um 1920 verschwanden sie wieder aus den Adressbüchern.

Die Müllerhalle entstand auf dem Gelände eines offenen Marktes. Bis 1950 befand sich an dieser Stelle ein Hundefriedhof, den die Tierärzte Wernicke und Mey im Jahr 1900 angelegt hatten.Ralf Schmiedecke: Wedding: mitten in Berlin Sutton Verlag GmbH, 2001, ISBN 3-89702-366-0, S. 118. Der Friedhof war Teil einer größeren auf Hunde spezialisierten Tierarztpraxis, die auch mehrere Baracken zur stationären Pflege von Hunden bereithielt, ebenso wie Gebäude für eine Hundepension. Auf dem Friedhof lagen etwa 300 bis 400 Hunde.Gerhild Komander: Bevor die Müllerhalle kam in: ecke Müllerstraße Nr. 8 dez/jan 2011/2012 S. 11.

Insgesamt gab es in der Müllerhalle zwei Supermärkte und mehrere Läden – vom Schuhmacher über einen Pferdefleischer bis zur Drogerie – sowie 35 Marktstände.Katrin Lange: Die Hälfte der Marktstände steht leer, Berliner Morgenpost 21. Mai 2007 An der Frontseite zur Müllerstraße befanden sich mehrere Einzelhandelsgeschäfte.

Nach der Wende, 1990 schwand die Kaufkraft der Anwohner der Müllerstraße zusehends. In angrenzenden Gegenden wurden mehrere große Einkaufszentren eröffnet, zusätzlich kam es zur Stilllegung mehrerer Betriebe der ehemals in West-Berlin ansässigen Industrie, von denen viele Menschen des klassischen Arbeiterviertels Wedding betroffen waren.Paul-Martin Richter: Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlichen Engagements migrantischer UnternehmerInnen Universitätsverlag der TU Berlin, 2015, ISBN 3-7983-2712-2, S. 78 Ihre Glanzzeit erlebte die Halle in den 1970ern und 1980ern, als es lange Wartelisten für Plätze in der Markthalle gab, die Stände gut besucht waren und teilweise ein gehobenes Angebot präsentierten. In den letzten Jahren vor dem Abriss stand ein Großteil der Marktstände bereits leer, die Betreiber sparten an Reinigungs- und Wartungskosten. So wurde beispielsweise der Hallenmeister entlassen und die Lautsprecherdurchsagen, die auf neue Angebote aufmerksam machten, verschwanden.Kristin Oeing: Ein kleines Stück Berlin Wedding: Abschied aus der Müllerhalle, Berliner Zeitung 14. Mai 2012. Die Hausverwaltungen wechselten häufig.Kleine Anfrage der Fraktion der CDU beim Bezirksamt Mitte 0390/III; , 23. August 2010. Ende 2012 erfolgte der Abriss des Gebäudes.

Neue Müllerhalle 2013 Die neue Müllerhalle eröffnete im Dezember 2013.Dirk Jericho: Anthrazitfarbene Klinkerfassade ärgert Anwohner, Berliner Woche, 23. September 2013. Sie hat ca. 5550 m² Verkaufsfläche und ca. 5460 m² Stellfläche.. Im Obergeschoss befindet sich ein großer Kaufland-Supermarkt, im Erdgeschoss sind im vorderen Teil drei kleinere Geschäfte und ein Imbiss untergebracht, im hinteren Teil ein Parkhaus. Die Markthalle als Begegnungsort und Zentrum des zusammenlebens existiert nicht mehr. Der Architekt Oliver Merz hatte die Entwürfe für das Gebäude geliefert. Besonders prägend ist die dunkelgraue Fassade, die zu kontroversen Reaktionen der Anwohner führte.

Anmerkungen

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