Hermann Huber (* 20. September 1930 in München; † 14. Dezember 2022) war ein deutscher Bergsportler und Unternehmer (SALEWA). Er entwickelte innovative Ausrüstungsgegenstände für den Bergsport. Sein Leitfaden Bergsteigen heute wurde fünfmal neu aufgelegt und erschien auch in mehreren Übersetzungen.
Leben Hermann Huber war einer von vier Söhnen Max Hubers, der selbst begeisterter Bergsteiger war. Er selbst begann mit dem Bergsteigen als Jugendlicher und stürzte als 13-Jähriger auf einer Solo-Klettertour am Hochstaufen erstmals ab.A. Dick; siehe Literaturhinweis. Da es in der ersten Nachkriegszeit noch keinen Schulbetrieb an Münchner Gymnasien gab, schickte ihn sein Vater am 1. Oktober 1945 bei SALEWA in der Münchner Thalkirchner Straße 47 in die Lehre zum Industriekaufmann.Berufsleben, Website von Hermann Huber, abgerufen am 20. November 2015. Zu dieser Zeit war SALEWA noch vorwiegend ein Sattler- und Lederwarenunternehmen.Pionier im Fokus: Bergsportlegende Hermann Huber. Auf: Sportalpen.com, 2014.
Aktiver Bergsport Um 1947 begann er mit dem Klettern. Huber verbuchte bald schwierigste Klettertouren, zunächst in den nördlichen Kalkalpen, z. B. alle Laliderer-klassiker, und in den frühen 1950ern auch in Italien und Frankreich. 1954 gelang ihm die Erstbegehung der 800 Meter hohen Torwand/Nordwand des Kuhkopfs im Karwendel.Huber Hermann, AlpinWiki.at; abgerufen am 19. November 2015. Hinzu kamen ab 1955 bis heute zahlreiche Klettertouren und Expeditionen weltweit.Hermann Huber. Uli Auffermann auf der Gedenkwebsite für Anderl Heckmair: , 2013. Er zählt zu den ersten Münchner ExtremkletterernHermann Huber. In: Klara Esters: Aufwärts! Berge, Begeisterung und der Deutsche Alpenverein 1945 bis 2007. Begleitbuch zur Ausstellung im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins: München, 19. Juli 2007 bis 23. März 2008. Deutscher Alpenverein (Hrsg.), 2007. und war bis ins höchste Alter aktiv.Videos: Hermann Huber klettert in Buchenhain (Video), DAV, 2015.
Huber und Pit Schubert (Leiter des Sicherheitskreises im DAV) berieten sich gegenseitig umfassend und über viele Jahre hinweg über Ausrüstung und Sicherheit.Dank. Hermann Huber. In: Pit Schubert: Sicherheit und Risiko in Fels und Eis: Alles ist möglich, aber auch wirklich alles. Bergverlag Rother, 2013, S. 222.
Unternehmenstätigkeit In seinem Lehrbetrieb stieg Huber im Laufe der Jahre bis zum Geschäftsführer auf und prägte den Wandel des Unternehmens zum Bergsportausrüster maßgeblich mit. Unter anderem ließ er persönliche Erfahrungen aus dem Bergsport als Ausrüstungs(mit)entwickler einfließen. Einige seiner Erfindungen veränderten den Bergsport maßgeblich.
Der Rucksack für seine Erstbesteigungen und -begehungen der Cordillera Blanca und der Cordillera Raura, den er 1955 selbst entwarf und in der betriebseigenen Rucksacknäherei fertigte, wurde bei SALEWA zehn Jahre lang in modifizierter Form als Modell „Anden“ im Programm geführt und entwickelte sich zum Verkaufsschlager.Entwicklung zur Bergsportmarke – vom Rucksack zur Eisschraube. In: Made in Germany – SALEWA: Bergsport auf Münchnerisch – die Geschichte einer alpinen Traditionsmarke. Airfreshing.com, 1. Juni 2015. 1956 wurde er Verkaufsleiter im Unternehmen und war ab 1960 als Prokurist tätig. Sein 1962 entwickeltes gestanztes statt handgeschmiedetes „Universal Steigeisen“ verkaufte sich 350.000 Mal. 1964 entwickelte er die erste Rohr-Eisschraube. Sie verkaufte sich 100.000 Mal. Nennenswert sind auch sein „Hiebeler-Halbtonnen“-Biwak-Zelt (1969) mit Glasfasergestänge und seine Mitte der 1970er Jahre entwickelten Hohlkarabinerhaken. Von 1972 bis zu seinem stufenweisen Ruhestand ab 1988 leitete er das Unternehmen als Geschäftsführer und trug auch als technischer Leiter wesentlich zur Bekanntheit des Unternehmens bei.Hermann Huber: Ein Leben für das Bergsteigen. Alpin, 13. September 2013.
DAV-Tätigkeit Huber war Gründungsmitglied des Sicherheitskreises des Deutschen Alpenvereins (DAV), der 1968 nach einem Unfall in der Hochferner-Nordwand gegründet wurde, bei dem zwei erfahrene Bergsteiger tödlich verunglückten.https://www.alpenverein.de/chameleon/public/10732/panorama_01012_portr_10732.pdf
Autorentätigkeit Bergsteigen heute. Ein Leitfaden für die Praxis. Verlag Friedrich Bruckmann, Frankfurt am Main 1967.Bergsteigen heute : Ein Leitfaden f.d. Praxis / Hermann Huber. [Zeichn. von Rudi Berger] in der Deutschen Nationalbibliothek
Das Buch wurde von 1971 bis 1981 in München vom Bruckmann Verlag fünfmal in überarbeiteter und erweiterter Fassung neu aufgelegt.Bergsteigen heute : Ein Leitfaden f. d. Praxis. / Hermann Huber (1971) in der Deutschen NationalbibliothekBergsteigen heute : d. Leitfaden für d. Praxis / Hermann Huber Bergsteigen heute : Ein Leitfaden f. d. Praxis. / Hermann Huber (1981) In russischer Übersetzung (Alpinizm sewodnja; ) erschien es (1980) beim Moskauer Verlag Fizkultura i Sport (Физкультура и спорт)Alpinizm segodnja in der Deutschen Nationalbibliothek, in zwei japanischen Auflagen () (1977 und 1983) bei Yama-Kei Publishers (山と溪谷社) und in spanischer Übersetzung (El alpinismo, hoy) beim katalanischen Verlag Editorial Planeta (1983).El alpinismo, hoy : técnica y práctica de la escalada / Hermann Huber in der Deutschen Nationalbibliothek Das Buch wurde unter anderem 1973 in der bibliothekarischen Fachzeitschrift. Buch und Bibliothek besprochen.Bergbücher / Alpinistische Literatur der letzten Jahre. In: Buch und Bibliothek, Bd. 25, Ausg. 2, K. G. Saur, 1973, S. 446. ()
Privat veröffentlichte Huber einige Jahre lang auf seiner Website sein Tagebuch „Wege & Weggefährten“.
Privates Hermann Huber war seit 1956 verheiratet, seine Frau ist 2017 verstorben, die beiden Söhne leben im Ausland.Vita, Website von Hermann Huber, abgerufen am 19. November 2015. Er starb am 14. Dezember 2022 im Alter von 92 Jahren.
Auszeichnungen 2006 wurde Huber von der Münchner Alpenvereinsektion Alpenklub Berggeist (AKB) mit dem „Berggeist des Jahres“ ausgezeichnet, den im Vorjahr erstmals Hermann Magerer erhielt.Hermann Huber ist der zweite "Berggeist des Jahres", climbing.de, 17. April 2006.
Literatur Rudi Berger: Hermann Huber. Zwischen Fels und der Firma. In: Das Bergsteiger-Porträt; Der Bergsteiger, Heft 4, 1974, S. 229.(PDF) Andi Dick: Ein Leben lang neugierig. In: Deutscher Alpenverein: DAV Panorama – Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins. 4/2015, S. 94 ff. (PDF)
Weblinks Persönliche Website
Einzelnachweise
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