Wilhelm Georg Bernhard Doden (* 20. April 1919 in Leer; † 29. April 1994Nachruf auf Wilhelm Doden. In: Deutsches Ärzteblatt. 91, Heft 29, 30. September 1994 (79). Abgerufen am 19. November 2015.) war ein deutscher Ophthalmologe, der 1967–1987 die Universitätsklinik für Augenkrankheiten in Frankfurt am Main leitete.
Werdegang Wilhelm Doden besuchte das Realgymnasium in Leer und begann 1937 sein Studium der Medizin an der Universität Münster, das er, durch Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochen, erst 1946 mit der Approbation abschließen konnte. Anschließend war er am Kreiskrankenhaus in Leer, als Landarzt in Ostfriesland und als Assistent an der Poliklinik in Rostock ab. 1948 wurde er in Münster promoviert.Dissertation: Bakteriaemie im Rahmen vergleichend-therapeutischer Untersuchungen der Lungenentzündung. und war dort anschließend zwei Jahre am physiologisch-chemischen Institut und ein Jahr am Institut für Biophysik angestellt und an verschiedenen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Physiologie und Pathophysiologie beteiligt war.Wilhelm Doden, Rudolf Kopf: Über einen quantitativen Nachweis von 2-Thiouracil, 4-Methyl-2-thiouracil und 4-Propyl-2-thiouracil. In: Naunyn-Schmiedebergs Archiv für Experimentelle Pathologie und Pharmakologie. 213, 1951, S. 51, doi:10.1007/BF02432738Heinz Rodeck, Wilhelm Doden: Vergleichende Untersuchungen über den Kaliumgehalt in Skeletmuskel, Leber und Niere. In: Zeitschrift für Die Gesamte Experimentelle Medizin. 117, 1951, S. 414, doi:10.1007/BF02046280Wilhelm Doden, Hans -Joachim Hillenbrand u. a.: Pathologisch-anatomische und physiologisch-chemische Untersuchungen der Extremitätenmuskulatur bei Endangitis obliterans und anderen chronisch peripheren Durchblutungstörungen. In: Zeitschrift für Die Gesamte Experimentelle Medizin. 119, 1952, S. 590, doi:10.1007/BF02046877. Ferner absolvierte er eine internistische Weiterbildung. 1951 ging er an das Universitätsklinikum Freiburg, wo er sich unter Wilhelm Wegner der Augenheilkunde zuwandte. Doden habilitierte sich 1957 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.Habilitationsschrift: Über Störungen des optisch-vestibulären Systems bei Schielenden. Im Anschluss fand er in Freiburg zunächst als Privatdozent und ab 1962 als außerplanmäßiger Professor bis 1967, zuletzt als Oberarzt an der Augenklinik Beschäftigung.Wer ist wer? Das deutsche who’s who. 22. Auflage. Schmidt-Römhild, Lübeck 1983, ISBN 3-7950-2003-4, S. 224.
Von Freiburg aus erhielt er, in der Nachfolge des kurz zuvor verstorbenen Rudolf Thiel, einen Ruf an die Universitätsklinik in Frankfurt am Main, wo er am 10. Mai 1967Wilhelm Doden. In: 100 Jahre Universitäts-Augenklinik Frankfurt Abgerufen am 19. November 2015. den Lehrstuhl für Augenheilkunde übernahm. Noch im Jahr zuvor hatte er eine Berufung an die Medizinische Akademie zu Lübeck abgelehnt.
Während Dodens Wirken in Frankfurt verlegte sich das Arbeits- und Forschungsgebiet der Klinik zunehmend auf die Chirurgie des vorderen Augenabschnitts. Er trug wesentlich dazu bei, dass sich die Kataraktchirurgie in Deutschland etablierte. Während sich die Zahl der Operationen verzehnfachte, verkürzte sich gleichzeitig der Klinikaufenthalt der Patienten drastisch. Im Herbst 1987 wurde er als Direktor des Zentrums für Augenheilkunde der Universitätskliniken Frankfurt emeritiert.Deutsches Ärzteblatt 85, Heft 23, 9. Juni 1988.
Wilhelm Doden gehörte zahlreichen In- und ausländischen Standesorganisationen als Mitglied oder Ehrenmitglied an. Im Jahr 1984 leitete er als erster Vorsitzender Abgerufen am 19. November 2015. der Ophthalmologischen Gesellschaft deren 82. Tagung an seinem Dienstsitz in Frankfurt. Seitens der Bundesärztekammer wurde er mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette ausgezeichnet. Ferner wurde er im Jahr 1986 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.Deutsches Ärzteblatt 84, Heft 1/2, 2. Januar 1987. Im gleichen Jahr zählte er zu den Mitgründern der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation.M. Amon, J. Kuchenbecker, T. Kohnen (Hrsg.): 25. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie. S. 7 (mit Bild). Doden veröffentlichte umfänglich in einschlägigen Fachzeitschriften und teils in höheren Auflagen erschienenen Publikationen zur Augenheilkunde.
Literatur
Wilhelm Doden (1919–1994). In: Günter Mackensen, Hanns-Hellmuth Unger, Heinrich Witschel: Die Entwicklung der Augenheilkunde. Ein historischer Rückblick in Freiburg. Schillinger, Freiburg 1997, ISBN 3-89155-204-1, S. 70.
Hans Joachim Küchle: Augenkliniken deutschsprachiger Hochschulen und ihre Lehrstuhlinhaber im 19. und 20. Jahrhundert. Biermann, Köln 2005, ISBN 3-930505-47-9, S. x. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (Hrsg.): Visus und Vision. 150 Jahre DOG. Biermann, Köln 2007 (Digitalisat). 100 Jahre Universitätsaugenklinik Frankfurt am Main. Frankfurt 2014, S. 11–13 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Kategorie:Augenarzt Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Hochschullehrer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Mann