mini|Urkunde über den geleisteten Bürgereid und das gezahlte Bürgergeld von 40 Mark Courant, ausgestellt in Hamburg 1802 mini|Männer, deren Väter bereits das Hamburger Bürgerrecht besaßen, waren von der Zahlung des Bürgergeldes befreit (Urkunde von 1822)
Durch das Ablegen des Hamburger Bürgereides wurden ausländische Einwohner Hamburgs durch Erteilung eines Bürgerbriefes zu Vollbürgern. Bürgermeister Hermann Langenbeck führte 1483 den Bürgereid ein.
Inhalt Der Bürgereid war ursprünglich in plattdeutscher Sprache abgefasst und lautete:
Geschichtliche Entwicklungen Im Jahre 1845 wurde der Hamburgische Bürgereid unter Weglassung der darin enthaltenen Beziehungen auf nicht mehr existierende Abgaben (Türkensteuer, Schoß, Tolage, Matten) ins Hochdeutsche übertragen und auch in fremder Sprache (Englisch und Französisch) abgenommen. Der so aktualisierte Bürgereid lautete:
Ab 1860 wurde „Rath“ durch „Senat“ ersetzt.
Nach dem Hamburger Bürgerrecht war das Ablegen des Hamburger Bürgereids erforderlich, um die Bürgerrechte (und -Pflichten) zu erlangen, um in Hamburg Handel zu treiben, aber auch um heiraten zu dürfen. Die zuständige Hamburger Polizeibehörde für die Bürgerrechte und Heiratsregister wurde bis 1836 Wedde genannt. 1837 wurde sie zur Personenstandsbehörde, die ihre Aufgaben 1866 an das Zivilstandsamt übertrug, das seinerseits Vorläufer der heutigen Standesämter war.
Bürger, die einen Handel großen Umfangs in Hamburg ausüben wollten – also z. B. nicht die kleinen Kaufleute (Krämer) – und hierfür die unbeschränkte Gewerbefreiheit benötigten, mussten als Großbürger ein erheblich höheres Bürgergeld zahlen – in diesen Fällen konnten zwischen Ablegung des Bürgereides und Ausstellung des Bürgerbriefes durchaus mehrere Jahre liegen.
Bei der Darstellung des idealen Lebensweges eines Hamburger Bürgers im Bürgerschaftstreppenhaus des Hamburger Rathauses wird die Leistung des Bürgereides unter dem Motto: „Tritt ein in Bürgergilden und leiste Bürgereid“ als Lebenshöhe- und Mittelpunkt inszeniert.
Das Hamburger Bürgerrecht wurde letztmals im Juni 1919 verliehen.
Kategorie:Hamburger Geschichte (19. Jahrhundert) Kategorie:Sozialgeschichte (Deutschland) Kategorie:Eid