Der Wahlbezirk Österreich unter der Enns 35 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Österreich unter der Enns. Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.
Geschichte Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke, wobei mit Ausnahme Galiziens in jedem Wahlbezirk ein Abgeordneter im Zuge der Reichsratswahl gewählt wurde. Der Abgeordnete musste sich dabei im ersten Wahlgang oder in einer Stichwahl mit absoluter Mehrheit durchsetzen. Der Wahlkreis Österreich unter der Enns 35 umfasste folgende Gemeinden:Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“ Liesing, Atzgersdorf, Inzersdorf, Kaltenleutgeben, Siebenhirten und Vösendorf (alle Gerichtsbezirk Liesing) Wiener Neudorf (Gerichtsbezirk Mödling) Mannersdorf (Gerichtsbezirk Bruck an der Leitha) Ebergassing, Fischamend-Markt, Hennersdorf, Altkettenhof, Neukettenhof, Kleinneusiedl und Rannersdorf (alle Gerichtsbezirk Schwechat) Gramatneusiedl (Gerichtsbezirk Ebreichsdorf)
Reichsratswahl 1907 Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang) durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit von Josef Tomschik im ersten Wahlgang. Kandidat Partei Wahlkreis-stimmen Stimmen-anteil Josef Tomschik Sozialdemokratische Arbeiterpartei 5496 64,9 % Franz Scholz Christlichsoziale Partei 2721 32,1 % Dr. Kornke Deutsche Volkspartei 189 2,2 % Sonstige 59 0,7 % Wahlberechtigte: 9373, Ungültige/Leere Stimmen: 156, Wahlbeteiligung: 92,0 % Reichsratswahl 1911 Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911 (erster Wahlgang) durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit von Josef Tomschik im ersten Wahlgang. Kandidat Partei Wahlkreis-stimmen Stimmen-anteil Josef Tomschik Sozialdemokratische Arbeiterpartei 5830 66,3 % Johann Mayer Christlichsoziale Partei 1756 20,0 % Anton Schubert deutsch-nationaler Kandidat 1076 12,2 % Sonstige 137 1,6 % Wahlberechtigte: 9938, Ungültige/Leere Stimmen: 301, Wahlbeteiligung: 91,6 %
Literatur Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1907–1913, XI. Legislaturperiode (XVIII Session). Wiener Verlag, Wien, Leipzig 1907. Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1911–1917, XII. Legislaturperiode. Verlag Dr. Rudolf Ludwig, Wien 1911. Die Ergebnisse der Reichsratswahlen in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern im Jahre 1907. In: Österreichische Statistik. LXXXIV. Band, 2. Heft, Wien 1908 (Herausgegeben von der k .k. Statistischen Zentralkommission), S. I. 3 Die Ergebnisse der Reichsratswahlen in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern im Jahre 1911. In: Österreichische Statistik. Neue Folge. 7. Band, 1. Heft, Wien 1912 (Herausgegeben von der k .k. Statistischen Zentralkommission), S. 16
Einzelnachweise
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