Alonnisos ( ) ist eine griechische Insel der Nördlichen Sporaden. Zusammen mit drei bewohnten und zahlreichen umliegenden unbewohnten Inseln bildet Alonnisos eine Gemeinde in der griechischen Region Thessalien.
Lage Alonnisos liegt etwa 4 km östlich von Skopelos. Bei einer Länge von 20 km und einer Breite von etwa 4,5 km beträgt die Fläche der Insel 64,118 km². Damit ist Alonnisos die drittgrößte Insel der Nördlichen Sporaden. Die höchste Erhebung auf Alonnisos ist mit 475 m der Kouvouli, im Gemeindegebiet wird er von dem Gipfel der Insel Gioura mit 570 m übertroffen.
Geschichte Knochenfunde bei Kokkinokastro von prähistorischen Tieren und Menschen, sowie Werkzeugen wurden auf die Zeit um 100.000 v. Chr. datiert. Vermutlich war zu dieser Zeit Alonnisos über eine Landbrücke mit den westlichen Nachbarinseln und Thessalien verbunden. Jungsteinzeitliche Werkzeuge wurden im Inselinneren bei Kastraki entdeckt. Weitere Zeugnisse der Jungsteinzeit konnten auch auf heute unbewohnten Nachbarinseln wie Kyra Panagia nachgewiesen werden.
Die für Griechenland eher seltenen Zeugnisse aus dem Mesolithikum wurden auf der Insel Gioura zum ersten Mal auf einer Ägäisinsel nachgewiesen.
Im 16. Jahrhundert v. Chr. hieß die Insel Ikos (Ίκος) und war kretische Kolonie. Die Kreter brachten den Anbau von Oliven und Wein auf die Insel. Zwischen dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. wurde die Insel mykenische Kolonie.
Nachdem die Athener Flotte unter dem Kommando des Feldherren Kimon die Piraterie erfolgreich bekämpfte, traten Ikos und die anderen Inseln der Nördlich Sporaden dem Attischen Seebund 476 v. Chr. bei. Der griechische Geograph Skylax berichtete im 5. Jahrhundert v. Chr. von den beiden Städten Kokkinokastro und dem alten Ort Alonnisos. Ikos war berühmt für die Weinerzeugung. Werkstätten für die Erzeugung von Amphoren konnten an verschiedenen Stellen der Insel nachgewiesen werden. Die Henkel der Amphoren waren mit der Aufschrift Ikion (Produkt aus Ikos) versehen. Deshalb konnte der Weinhandel bis zur Nordküste des Schwarzen Meeres und nach Alexandria nachgewiesen werden.
Die Insel wurde 190 v. Chr. von der römischen Flotte erobert.
Mit der Einnahme Konstantinopels im Zusammenhang mit dem Vierten Kreuzzug im März 1204. n. Chr. kam Ikos in den Machtbereich des neu gegründeten Lateinischen Kaiserreichs. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 n. Chr. wurden die Insel venetianische Kolonie. Die osmanische Flotte unter dem Korsar und Kapitän Chaireddin Barbarossa eroberte 1538 n. Chr. die Insel.
Ihren heutigen Namen Alonnisos erhielt die Insel erst 1831. Im 16. Jahrhundert n. Chr. hieß sie Liadromia und später Chiliodromia.
20. Jahrhundert Alonnisos wurde am 9. März 1965 von einem schweren Erdbeben mit der Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala erschüttert: das Erdbeben kostete zwei Menschenleben, 85 % der Häuser wurden zerstört.Information des USGS über das Erdbeben vom 9. März 1965, englisch Die Häuser im gleichnamigen Hauptort, auch Chora genannt, wurden stark beschädigt. Lediglich die dicken Häuserwände des festungsartig angelegten Dorfes blieben größtenteils stehen, die meisten Dächer stürzten aber ein. Viele Einwohner bauten ihre Häuser nicht wieder auf, sondern zogen um in den Hafenort Patitiri, der sich seitdem zum Verwaltungs- und Einkaufszentrum der Insel entwickelt hat. Von der Lage des zerstörten Dorfes auf etwa 250 m Höhe beeindruckt, kauften Ausländer die Ruinen auf und schufen daraus kleine Ferienhäuser.
Gemeinde Alonnisos Nach der Volkszählung von 2011 zählt die Gemeinde 2.750 Einwohner, die sich auf folgende Dörfer und Siedlungen verteilen. Die laut der Volkszählung bewohnten Inseln sind de facto inzwischen nicht mehr dauerhaft bewohnt. Patitiri (Πατητήρι ), 1.628 Einwohner Agios Petros (Άγιος Πέτρος ), 22 Einwohner Alonnisos (Αλόννησος ), 208 Einwohner Votsi (Βότση ), 473 Einwohner Gerakas (Γέρακας ), 62 Einwohner Isiomata (Ισιώματα ), 49 Einwohner Kalamakia (Καλαμάκια ), 59 Einwohner Marpounda (Μαρπούντα ), 59 Einwohner Mourtero (Μουρτερό ), 48 Einwohner Steni Vala (Στενή Βάλα ), 104 Einwohner Bewohnt sind nach der Volkszählung 2011 ferner die Inseln Kyra Panagia (2 Einwohner), Peristera (30 Ew.) und Piperi (6 Ew.).
Die einzelnen Inseln Name griechischer Name Fläche km² Lage Alonnisos Αλόννησος 64,1184Flora sporadum: Καταγραφή της χλωρίδας των Βορείων Σποράδων και οι μεταξύ τους φυτογεωγραφικές συνδέσεις. Universität Patras, 2006 (griechisch). Psathoura(Theousa) Ψαθούρα (Θέουσα) 0,7633 Psathonisi(Psathoropoula, Myga) Ψαθονήσι (Ψαθουροπούλα, Μύγα, Μυίγα) 0,021 ornithologiki.gr (PDF; 3,2 MB) Προσδιορισμός και χαρτογράφηση των ορνιθολογικά ευαίσθητων στα αιολικά πάρκα περιοχών της Ελλάδας, Ελληνική Ορνιθολογική Εταιρεία [Griechische Ornithologische Gesellschaft] (griechisch). Gioura Γιούρα 11,0518 Drakoni Piperi(Avatos) Πιπέρι (Άβατος) 4,2277 Pappous Παππούς 0,083 Strongylo(Koumbi) Στρογγυλό (Κουμπί) 0,022 Prasso(Grammeza, Gramiza) Πράσσο Γιούρων 0,843 Kyra Panagia Κυρά Παναγιά 24,7600 Sfika Σφήκα 0,052 Melissa Μέλισσα Kyra Κυρά Pelerissa(Fagkrou) Πελέρισσα(Φαγκρού) 0,174 Pelagonisi Πελαγονήσι Stavros(Moro) Σταυρός(Μωρό) Pedi Παιδί Lechousa(Lykorema, Lykorina) Λέχουσα (Λυκόρεμα, Λυκουρίνα) 0,6885 Peristera(Aspro, Xero) Περιστέρα (Άσπρο, Ξερό) 14,2546 Kokkinonisi Κοκκινονήσι Drakos Barketa Adelfopoulo(Mikro Adelfi) Αδελφόπουλο (Μικρό Αδέλφι) 0,3914 Adelfi(Megalo Adelfi) Αδέλφι (Μεγάλο Αδέλφι) 1,0267 Gaidouronisi Γαϊδουρονήσι Polyrichos Πολύριχος Kasidis Κασίδης Lachanou Λαχανού 0,05 Polemika Πολεμικά 0,114 Skantzoura Σκάντζουρα 6,2288 Strongylo Skantzouras Στρογγυλό Σκάντζουρας Prasso Skantzouras Πράσσο Σκάντζουρας 0,262 Skandili Σκαντήλι 0,2104 Korakas Κόρακας 0,1204 Agios Georgios Άγιος Γεώργιος 0,417 Mikro(Mikronisi) Μικρό 0,081 Stavros Σταυρός Manolas Μανωλάς 0,092
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1981 1.554 (Gemeinde) 1991 2.985 (Gemeinde), 264 (Alonissos), 1.846 (Patitiri) 2001 2.700 (Gemeinde)
Natur Der Boden der gebirgigen Insel besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Auf ihm wachsen Fichten, Oliven, Feigen, Mandeln und Weinreben. An den wilden Stränden leben Robben und wilde Tauben.
Die Strände der Insel bestehen überwiegend aus grobem Kies und sind zumeist nur zu Fuß, mit einem Moped oder einem Boot zu erreichen. Das Ökosystem des Meeres an der Nordseite der Insel befindet sich in einem sehr guten Zustand. Vermutlich ist hier deswegen das seltenste Säugetier Europas, die Mönchsrobbe (Monachus monachus), heimisch. Um sie und andere Tiere zu schützen, wurde 1992 der Nationale Meerespark Alonnisos eröffnet.
Wissenswertes Auf Alonnisos befindet sich eine Lehranstalt für Homöopathie.
Weblinks
Über die Insel Alonissos Weitere Informationen über Alonnisos traduire.de Revierinformationen zu Alonnisos. SkipperGuide.de
Einzelnachweise
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